James Cañón / Kolumbien, USA

Der Tag, an dem die Männer verschwanden

In dem kleinen kolumbianischen Dorf Mariquita taucht eines Tages ein Trupp Guerillakämpfer auf. Doch sie requirieren in erster Linie kein Geld oder Lebensmittel, sondern ziehen mit der gesamten männlichen Bevölkerung des Dorfes ab. Bevor jedoch das Chaos über die restliche Gemeinschaft hereinbricht, nimmt Rosalba Patiño kurzentschlossen das Heft in die Hand und regiert fortan im Bürgermeisteramt. Und sie verspricht den noch zögerlichen Frauen: „Alles wird viel, viel besser werden, als es unter den Männern je war." Und wie genau diese weibliche Utopie realisiert wird, wie die vielen Widrigkeiten überwunden werden, die der Zukunft im Wege stehen, erzählt Cañón mit viel Humor und Augenzwinkern, aber nicht ohne die kolumbianische, grausame und absurde Realität auszublenden, die auch in der scheinbaren Idylle des Dorfes ihre Spuren hinterlassen hat und die sich unter anderem in den vielen in den Roman eingestreuten kurzen Porträts von Soldaten und Guerrilleros widerspiegelt.


Roman, 397 Seiten, 2008
Originalsprache: Englisch, übersetzt von Sky Nonhoff
Originaltitel: Tales from the Town of Widows & Chronicles from the Land of Men
Verlag: Ullstein, ISBN: 978-3-550-087729-5