
Weltempfänger 57 / Winter 2022
Nach den ethnischen Unruhen im Mai 1969 verlässt Ai Lian, eine junge chinesische Malaysierin, ihre Heimat. In München begegnet ihr der Engländer Michael Templeton, der, ebenfalls in Malaysia, auf der Kautschukplantage seines Vaters aufgewachsen ist. Sie verlieben sich und reisen zusammen durch Europa. Weihnachten 1973 wollen sie auf dem Anwesen von Michaels Vater, Jonathan Templeton, verbringen. Bei ihrer Ankunft bei den Templetons geschieht jedoch ein Mord, in dessen Aufklärung Ai Lian schnell verwickelt wird.
Cynthia, das Mordopfer, hatte Ai Lian auf einer Dinnerparty in London kennengelernt. Zwei identische Revolver, von denen einer die Mordwaffe sein soll, und ein in Singapur angefertigtes Brillantcollier führen zu Ermittlungen im engsten Familienumfeld. Doch der Mord lässt sich genauso wenig aufklären wie ein Mord an gleicher Stelle 30 Jahre zuvor. Über allem hängt eine Decke aus Schweigen, bis 20 Jahre später ihre Tochter Anna die Wahrheit herausfinden will.
Ein kunstvoll komponierter, unterhaltsamer Gesellschaftsroman, der vom heutigen Malaysia bis in die britische Kolonialzeit und japanische Besatzung zurückreicht. Die Templeton-Kautschukplantage mitten im Dschungel dient dabei als Mikrokosmos, der die multikulturellen, multiethnischen und multireligiösen Probleme der ganzen Nation widerspiegelt; mit Schwerpunkt auf dem Verhalten der eingewanderten Chinesen, was die Autorin geschickt mit Geografie, Natur und Historie dieses hier wenig bekannten Landes verbindet. Mit einem ausführlichen Glossar und historischen Überblick im Anhang.
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