
JUAN MANUEL ROCA wurde am 29. Dezember 1946 in Medellín geboren. In seiner Kindheit lebte er vorübergehend in Madrid und Mexiko-Stadt, weil sein Vater im diplomatischen Dienst tätig war. Zurückgekehrt nach Bogotá, beendete er in der kolumbianischen Hauptstadt seine Schulzeit und ging 1965 wieder in seine Geburtsstadt, wo er in ein Philosophiestudium hineinschnupperte und sich doch lieber der Literatur verschrieb. So gründete er 1972 mit den Dichtern Fernando del Río, Raúl Henao und Fernando Rendón die Zeitschrift „Clave de sol“ und veröffentlichte im Jahr darauf sein Debüt „Memoria del agua“ (Erinnerung des Wassers). 1975 zog es ihn wieder nach Bogotá, wo er die Kunstgalerie „Artes Galería“ leitete und als Kurator Ausstellungen kolumbianischer und internationaler Künstler betreute. 1979 wurde er Bibliotheksdirektor der Casa de Antioquia in Bogotá und sein vierter Gedichtband „Señal de cuervos“ (Wink der Raben) mit dem Nationalen Poesiepreis der Universität Antioquia, Medellín, gewürdigt. Von 1989 bis 1999 leitete er die Literaturbeilage Magazín Dominical der kolumbianischen Tageszeitung El Espectador. 1993 wurde er mit dem Landespreis für Journalismus Simón Bolívar ausgezeichnet. Neben Gedichten schreibt er Essays, Kritiken, Interviews, Reportagen, mitunter auch über Fußball, Chroniken, Erzählungen und Romane.
2002 gründet er mit dem kubanischen Dichter Alberto Rodríguez Tosca und der kolumbianischen Grafikerin Mariela Agudelo die Kulturzeitung La sangrada escritura. 2003 erschien sein Romandebüt „Esa maldita costumbre de morir“ (Diese verflixte Gewohnheit des Sterbens), das sogleich zu den Finalisten des Romanpreises Rómulo Gallegos gehörte. 2004 erhielt er für seinen jüngsten Lyrikband „Las Hipótesis de Nadie“ (Vermutungen über Niemand) den Poesiepreis des kolumbianischen Kulturministeriums.