Es mutet leicht widersprüchlich an, dass er beim heutigen Lesepublikum in Korea nicht mehr so bekannt zu sein scheint, aber mit etlichen anerkannten Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, darunter 1976 mit dem Woltan-Literaturpreis, 1988 mit dem Preis für moderne Dichtung, 1991 mit dem Preis des Koreanischen Dichterverbandes sowie 1999 mit der Bogwan-Kulturmedaille und dem Sangwha-Poesiepreis. Im Juni 2007 wurde Park Hijin als ordentliches Mitglied in die angesehene Koreanische Kunstakademie gewählt. Zudem wirkte er durch diverse Initiativen in die Gesellschaft hinein. In den vergangenen 20 Jahren ging sein äußerer Rückzug einher mit einer zunehmenden Hinwendung zu ostasiatischem Gedankengut des Konfuzianismus, Taoismus, Buddhismus und Pungryudo. Davon zeugt die vorliegende Auswahl: etwa im leitmotivisch wiederkehrenden Streben nach Reinheit, im Schweigen, das oft im Schweigen des Buddha gipfelt, in der Hinwendung von außen nach innen und im taoistischen Einswerden alles Seienden und aller Gegensätze, eine Denkbewegung, mit der seine Gedichte gerne ausklingen: „In seinen Gedichten // fließen Vergangenheit Gegenwart und Zukunft ineinander / ... wie die Natur so ist wie das Ewige so ist“ („In seinen Gedichten 그의 시“, S. 101). Auch die unscheinbarsten Naturerscheinungen „lassen uns im Jetzt die Ewigkeit erkennen“ („Lob der Magnolien 목련송(木蓮頌)“, S. 81). In diesen Zusammenhang gehört auch der oft auftauchende Gedanke des Pung ryu do (Weg des Pneuma), einer koreanischen Naturphilosophie, die alles Leben vom Fließen des Pneuma (Qi / Chi) im All herleitet.