Tipp des Tages

Stay home

aber trotzdem weltliterarisch unterwegs

Litprom ist im Home Office, aber auch hier weiterhin gut vernetzt und verbunden, immer auf der Suche nach interessanten Informationen zur Weltliteratur. In Zeiten ohne Veranstaltungen und Zusammentreffen, müssen andere Wege, Mittel und Kanäle gefunden werden, um sich mit Büchern und Autor*innen zu beschäftigen. Mal sehen, was wir dabei alles aufstöbern. Weltliterarisch bleibt auf jeden Fall alles in Bewegung.

Möglichst jeden Tag möchten wir an dieser Stelle einen Tipp geben.


»​Chaos in Bagdad«​

30. März 2020 | Maja Petzold über den ungewöhnlichen Roman „Frankenstein in Bagdad“ von Ahmed Saadawi

»Der Roman „Frankenstein in Bagdad“ des irakischen Schriftstellers Ahmed Saadawi erzählt nicht nur vom bedrückenden Chaos der durch Bomben, Terrormilizen und mangelnder Staatsordnung gebeutelten Stadt, sondern auch von einem mysteriösen Wesen — Zeitkritik und Spannung pur.

Frankenstein kennen wir alle. Wer den Roman von Mary Shelley nicht gelesen hat, konnte die Geschichte des hochintelligenten Schweizer Studenten Viktor Frankenstein und seiner furchterregenden Kreatur in verschiedenen Filmen sehen. Die junge englische Schriftstellerin schrieb diesen Roman, ihren ersten, 1816, dem schrecklichen Jahr ohne Sommer. Sie und ihre Freunde, darunter Lord Byron und der Dichter Percy Shelley, hatten vorgehabt, den Sommer am Genfersee zu geniessen. Dort herrschten Kälte, Dauerregen und Schneefall, so dass die Gruppe gezwungenermaßen im Haus blieb und Geschichten schrieb.« Rezension auf seniorweb lesen

Am Ende der Besprechung gibt es noch ein Interview von Maja Petzold mit dem Übersetzer Hartmut Fähndrich, der uns das Buch auf Deutsch zugänglich gemacht hat.

»Frankenstein in Bagdad« (Assoziation A) gab den Auftakt in unserem Jahresprogramm des Anderen Literturklubs. Er wurde schon im Januar an die Mitglieder verschickt. Wer jetzt Mitglied wird, erhält auch diesen Titel noch »nachträglich«. Es lohnt sich.


»Neue Prosa von koreanischen Autorinnen«

27. März 2020

Die Ausgabe 1/2020 der »LiteraturNachrichten« ist kürzlich als Sonderseiten in der taz erschienen, aber vielleicht in der Aufregung um die Corona-Maßnahmen etwas untergegangen?

Wir bieten hier die Möglichkeit, sie in Ruhe nachzulesen: Die LiteraturNachrichten 1/2020 als PDF

Gangnam-Style auf Literarisch: Neue Prosa von koreanischen Autorinnen — vorgestellt von Katharina Borchardt im Leitartikel. »Mit kleinen Stöpseln geben koreanische Autorinnen sich nicht ab. Wenn eine von ihnen die Schleusen öffnet, ergießt sich gleich ein kompletter Stausee und reißt alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.«

Eine Leserin: »Ich habe die letzten Literaturnachrichten über die koreanischen Romane gelesen. Wir hatten gerade die beiden erwähnten koreanischen Filme gesehen, Burning und Parasites, die beide nicht leicht zu sehen sind. Sehr langsam und sehr unemotional. Da half mir die Besprechung der Romane, diese Stimmung in den Filmen besser zu verstehen, die Überforderung durch das moderne Leben und die hohen Ansprüche an Form und Schönheit gleichzeitig.«     Aline Lenel, Mitglied von Litprom e.V.