Sheikh Zayed Book Awards

Sheikh Zayed Book Awards: Events während der Frankfurter Buchmesse 2021


Frankfurter Buchmesse / Freitag, 22.10.2021 / 12 Uhr / online/Livestream aus dem Frankfurt Studio auf dem Messegelände

»​Die Chancen und Schwierigkeiten des Verlegens arabischer Bücher«​

Arabische Literatur ist vielfältig und hat eine lange Historie. Es gibt über 400 Millionen Arabisch Sprechende. Trotzdem ist es schwierig arabische Literatur in den westlichen Markt zu bringen. Woran liegt das? Und welche Titel und Themen wecken andersherum besonderes Interesse und verkaufen sich gut? Wie lässt sich arabische Literatur vermitteln und welche Autoren gibt es aktuell zu entdecken? Und umgekehrt: Welche Bücher nicht-arabischer Autoren lassen sich im arabischen Markt unterbringen? Wofür interessieren sich arabische Leser heute und wofür nicht?

Unter anderem darüber spricht Lena Bopp mit Rasha al Ameer, Piero Salabè und Yasmina Jraissati.

Streaming über die Website der Frankfurter Buchmesse


Rasha al Ameer

ist Autorin und Mitbegründerin des im Jahr 2000 gegründeten Verlagshauses Dar al Jadeed. Dar al Jadeed hat seinen Schwerpunkt bei linguistischen und intellektuellen Schriften sowie zeitgenössischer arabischer Poesie. Für seine Arbeit hat das Verlagshaus den Sheikh Zayed Book Award 2021 in der Kategorie Publishing and Technology bekommen.

Lena Bopp

hat Romanistik und Politikwissenschaften in Mainz und Paris studiert. Seit zehn Jahren ist sie Redakteurin im Feuilleton der FAZ, wo sie sich für Literatur sowie die Kulturberichterstattung aus der arabischen Welt und aus Frankreich interessiert.
Seit 2017 lebt sie in Beirut.

Piero Salabè

hat sein Studium in Rom, Venedig, London und München absolviert. Er ist Senior Fiction Editor beim Münchner Hanser Verlag, wo er hauptsächlich mit englischer, italienischer und spanischer, aber auch arabischer Literatur arbeitet. Zu den von ihm betreuten Autor*innen gehören Michael Ondaatje, Lisa Moore, Colm Tóibín, AL Kennedy, T.C. Boyle, Orhan Pamuk, Roberto Bolaño, Claudio Magris und Alaa Al Aswany, dessen Roman »Die Republik der Träumer« im Frühjahr erschienen ist.
Weitere arabischsprachige Autoren, die er in der Vergangenheit betreute, sind Najem Wali, Jabbour Douaihy und Samar Yazbek. Darüber hinaus ist er als Publizist, Lyriker und Übersetzer von Gedichten tätig und spricht fünf Sprachen fließend.

Yasmina Jraissati

ist Gründerin von RAYA, die Agentur für arabische Literatur in Paris. Seit 2004 verfolgt sie damit das Ziel, die Lücke zwischen arabischer Literatur und der internationalen Verlagsszene zu schließen. Ihr Fokus liegt auf moderner Literatur und Belletristik. Sie vertritt sowohl aufstrebende als auch etablierte Autoren aus dem gesamten arabischen Raum.
Seit Dezember 2020 arbeitet sie als Verlagsmanagerin bei Storytel MENA, der Hörbuch-Streaming-Plattform mit Sitz in Schweden. Jraissati hat einen Doktortitel in Philosophie und Kognitionswissenschaften.


Frankfurter Buchmesse / Freitag, 22.10.2021 / 13 Uhr / online/Livestream vom Messegelände

»​Das ist ja nur ein Kinderbuch —​ Die Komplexität des vermeintlich Einfachen«

Kinderliteratur erfährt im Buchbetrieb seit einigen Jahren zunehmende Aufmerksamkeit und Förderung. Dennoch wird sie als Kunst oft nach wie vor unterschätzt. Kinderbücher schreiben und übersetzen ist einfach, so die gängige Meinung.
Stimmt das wirklich oder trügt der Schein? Wo liegen die schriftstellerischen, übersetzerischen und verlegerischen Herausforderungen? Was ist eine kindergerechte Literatur? Wie muss sie sprachlich und erzählerisch beschaffen sein? In welchem Verhältnis stehen Text und Bild? Wie viel Ernst verträgt sie? Was soll sie leisten?

Diese Fragen werden mit Ibtisam Barakat, Suleman Taufiq und Madjid Mohit diskutiert. Moderation: Leila Chammaa

Streaming über die Website der Frankfurter Buchmesse 


Ibtisam Barakat

ist eine in den USA lebende preisgekrönte palästinensisch-amerikanische Autorin, Lyrikerin, Übersetzerin, Künstlerin und Erzieherin. Sie schreibt auf Englisch und Arabisch. Ihre Memoiren »Tasting the Sky: A Palestinian Childhood« (2007) und »Balcony on the Moon: Coming of Age in Palestine« (2016) erhielt viel Anerkennung und wurden vielfach ausgezeichnet; unter anderem mit dem International Reading Association’s Best Book Award, dem Arab-American Museum Best Book Award und dem Middle East Best Book Award.
Ihre Gedichte, Essays und Kurzgeschichten sind in verschiedenen Zeitschriften erschienen, darunter The Nation, Wasafiri, the Washington Post und World Literature Today. Für ihr sechstes Kinderbuch »Das lila Mädchen« erhielt sie 2020 den Sheikh Zayed Book Award. Ibtisam Barakat ist Gründerin und Coach von Write Your Life und bietet Schreibseminare für Kinder und Erwachsene an. Ihr Wunsch ist es, zu einer Geschichtsschreibung beizutragen, in der alle Stimmen mit ihren eigenen Geschichten gehört werden. Ibtisam Barakats Vortrag »Songs of my foreign accent« ist auf TEDx talk und Youtube zu sehen.
Kontakt mit der Autorin ist über ihre Website möglich: www.ibtisambarakat.com


Madjid Mohit

kam Anfang 1990 als politischer Flüchtling nach Deutschland. 1996 gründete er den Sujet Verlag in Bremen mit dem Schwerpunkt Exilliteratur, später »Luftwurzelliteratur«, die als grenzüberschreitende Literatur definiert wird und bei der in Abgrenzung zur Exilliteratur der bereichernde Aspekt des Exils im Vordergrund steht.
Von Madjid Mohit sind bereits einige Übersetzungen aus dem Persischen ins Deutsche und umgekehrt veröffentlicht. Er wurde 2015 mit dem Hermann Kesten-Preis und 2018 als Diversity Persönlichkeit an seinem Wohnort Bremen ausgezeichnet.

Suleman Taufiq

ist ein deutsch-syrischer Autor und als Lyriker, Erzähler, Musikkritiker, Publizist, Herausgeber und Übersetzer arabischer Literatur bekannt. 1953 in Beirut geboren (seine Eltern stammen aus Syrien) verlebte Taufiq seine Kindheit in Damaskus, um 1971 nach dem Abitur ein Studium der Philosophie und Komparatistik in Deutschland aufzunehmen. Er lebt in Aachen. Sein erster Gedichtband in deutscher Sprache erschien 1978. Sein Werk umfasst inzwischen mehr als 36 Titel. Neben Gedichten, Romanen, Erzählungen und Essays schreibt er Geschichten für Kinder und übersetzt arabische Werke ins Deutsche sowie zahlreiche deutsche Dichter ins Arabische. Darüber hinaus arbeitete er als Autor für Fernsehen und Radio, u.a. für WDR, hr, SWR und DLR.
Suleman Taufiq erhielt 1983 den Literaturpreis der Stadt Aachen und ist zweifacher Stipendiat des Kultusministeriums NRW. 2015 war er für den Europäischen CIVIS Radiopreis nominiert, außerdem erhielt er den Medienpreis des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte in der Kategorie Hörfunk.


Leila Chammaa

in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politologie an der Freien Universität Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der Humboldt Universität Berlin. Seit 1990 übersetzt Leila Chammaa arabische Literatur ins Deutsche, zunächst ausschließlich Prosa, seit einigen Jahren aber auch mit Begeisterung Lyrik. Neben ihrer übersetzerischen Arbeit dolmetscht und moderiert sie Lesungen mit Schriftstellern und Lyrikern aus der gesamten arabischen Welt und kuratiert literarische Veranstaltungen. Sie ist außerdem als Beraterin und Gutachterin für Verlage, Kultureinrichtungen und Festivals im Bereich arabischer Literatur tätig. Von 2014 bis 2016 war sie Jurorin des Internationalen Literaturpreises, der vom Haus der Kulturen der Welt in Berlin vergeben wird. 2002 gründete Leila Chammaa die Agentur Alif zur Vermittlung arabischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Leila Chammaa versteht sich als Sprach- und Kulturvermittlerin. Sie leitet Gruppen für Kreatives Schreiben in interkulturellen Institutionen und bietet im Rahmen der Jungen Weltlesebühne zweisprachige Kinder- und Jugendbuchlesungen an Berliner Schulen an. Darüber hinaus führt sie Übersetzungsworkshops mit Jugendlichen und Nachwuchsübersetzer*innen durch. Seit 2019 leitet sie Train of Trainer Projekte zur Ausbildung von Schreibwerkstattleiter*innen in der arabischen Welt.


Ältere Veranstaltungen

Online-Diskussion: »​Islamische Theologie und Gesellschaft«​

​Eine Diskussionsveranstaltung mit Hayder Qasim, Ulrich Rudolph, Mira Sievers, Farid Suleiman und Stephan Milich

»Göttliche Vorherbestimmung«, »Gerechtigkeit«, »menschliche Verantwortung«: Diese und andere Konzepte und Begriffe spielten eine herausragende Rolle in den frühislamischen theologischen Debatten. Obgleich bisweilen getrennt von sozialen, politischen und kulturellen Faktoren betrachtet, ist die Entwicklung der islamischen Theologie (ilm al-kalam) sowohl mit innerislamischen als auch externen Dynamiken verflochten.
Das Gespräch beleuchtet zunächst die wichtigsten Akteure, Themen, Streitpunkte und sozialen Einflussfaktoren in der Entstehungszeit (etwa 7. und 8. Jh. n. Chr. / 1.-2. Jh. A.H.) sowie der Abbassidenzeit (750-1258). Der zweite Teil widmet sich theologischen Debatten und Fragen der Gegenwart, sowohl aus arabischer als auch aus deutscher Perspektive. Wie bewerten arabische Theolog*innen den Beitrag der deutschen Islamwissenschaft, besonders der bahnbrechenden Studien des Tübinger Islamwissenschaftler Josef van Ess?
Welche neuen Ansätze und theologischen Probleme werden aktuell in der noch jungen deutschen islamischen Theologie entwickelt und diskutiert? Und welchen Herausforderungen und theologischen Problemen sehen sich islamische Theolog*innen und Religionswissenschaftler*innen im Irak heute gegenüber?
In einem bisher noch zu selten stattfindenden arabisch-europäischen theologischen Dialog eröffnet die Diskussion neue und sehr aktuelle Perspektiven und wirft wichtige Fragen für zukünftige gemeinsame Gespräche auf.

Es diskutieren der Islamwissenschaftler Professor Ulrich Rudolph (Zürich), der Religionshistoriker und Laureat des Sheikh Zayed Book Awards 2020 Dr. Hayder Qasim (Bagdad), die islamische Theologin Juniorprofessorin Mira Sievers (Berlin) und der islamische Theologe Dr. Farid Suleiman (Nürnberg-Erlangen).
Moderation: Dr. Stephan Milich (Islamwissenschaftler und Vorstandsmitglied von Litprom e.V.)

Links zur Veranstaltung vom Freitag, 28. Mai 2021:

https://youtu.be/5xJivN3okZs (Englisch)

https://youtu.be/hyJm8Lh2AY4 (Arabisch)

https://youtu.be/nN-jcIkiWuE (Deutsch)


Veranstaltungen 2020:

Online-Diskussion im »Weltempfang digital« 2020

Die arabische Welt und Europa: Flucht und Migration in Kinderbüchern | Gespräch mit Kirsten Boie und Ibtisam Barakat vom 16. Oktober 2020

Nie war die Zahl so hoch: Beinahe 80 Millionen Menschen auf der Welt   sind aus ihrer Heimat geflüchtet. Flucht und Vertreibung scheinen sich im 21. Jahrhundert noch zu verstärken und prägen menschliche Lebenswelten auf allen Kontinenten.

Wie schreiben Kinderbuchautor*innen über das schwierige Thema Flucht und Vertreibung? Welche Art der Kinderliteratur braucht es, um darüber auf eine sensible und dennoch offene Weise ins Gespräch zu kommen?

Im Gespräch mit Ibtisam Barakat, palästinensisch-amerikanische Kinderbuchautorin und Gewinnerin des Sheikh Zayed Book Award 2020, und Kirsten Boie, deutschsprachige Kinder- und Jugendbuchautorin, beleuchten wir diese und andere wichtigen Fragestellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln und (Schreib-)Erfahrungen.

Moderation: Stephan Milich, Arabist, Literaturübersetzer und Vorstandmitglied von Litprom e.V.  

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen Litprom e.V., dem Sheikh Zayed Book Award und der Frankfurter Buchmesse; ausgestrahlt wurde die Gesprächsrunde während der Frankfurter Buchmesse am 16. Oktober 2020 .

Sie steht weiterhin auf dem Youtube-Kanal der Frankfurter Buchmesse zur Verfügung:



Aktuell:

Der Rights Guide 2020 der Sheikh Zayed Book Awards ist verfügbar (auf Englisch)

Kategorien: Literatur und Kinderbuch

Mit allen wichtigen Informationen rund um den Preis und seiner Vergabe, zur Übersetzungsförderung, zu allen aktuellen Gewinnertiteln und jenen der letzten Jahre, zu den Nominierungsmöglichkeiten für 2021 u.v.m. 

Rights Guide 2020 als PDF zum Download