Amitav Ghosh / Indien, USA

Hunger der Gezeiten

Eine Reise voller Unwägbarkeiten in eine der gefährlichsten und gefährdetsten Regionen der Erde Die Sundarbans in der Bucht von Bengalen – der gigantische Archipel wird nur geboren, wenn das Wasser fällt: ein unbesiedelbares Land der Ebbe, zusammengehalten von den graugrünen Wurzeln der Mangroven, beherrscht von Bengalischen Königstigern. Schon seit Jahrzehnten setzen sich westliche Tierschutzorganisationen für den Erhalt der gefährlichen Raubkatzen ein und haben deshalb in den Sundarbans das 'Projekt Tiger' ins Leben gerufen. Auf Kosten der Menschen – so sehen das zumindest die Bewohner der Inselwelt, die jährlich rund hundert von Tigern gerissene Opfer zu beklagen haben. Für sie ist jeder, der eine Großkatze erlegt, ein Held. Die amerikanische Meeresbiologin Piya ist in diesen gefährlichen Archipel gekommen, um Delfine zu erforschen. Der Fischer Fokir beeindruckt sie tief durch sein Gespür für das Wasser, denn er kann sie zu den nur schwer auffindbaren Delfingründen rudern. Während er seine Krebsnetze auswirft, beobachtet sie die stahlgrauen Tiere – und dabei finden die beiden zueinander, ohne Worte, denn sie sprechen keine gemeinsame Sprache. Vor der prachtvollen Kulisse des undurchdringlichen Mangrovendschungels in den Sundarbans, einer unwirtlichen, nur von Ebbe und Flut beherrschten Inselwelt im Osten Indiens, entfaltet der begnadete Geschichtenerzähler Amitav Ghosh ein spannungsreiches Dreiecksdrama, in dem alle Farben der Liebe aufscheinen – ihre Schönheit, ihre Abgründe, ihre Macht.
Roman, 464 Seiten
Originalsprache: Englisch, übersetzt von Barbara Heller
Originaltitel: The Hungry Tide
Verlag: Blessing, ISBN: 3-89667-203-7
Erscheinungsdatum: 21.09.2004