Esther Mujawayo, Souâd Belhaddad / Ruanda

Ein Leben mehr: zehn Jahre nach dem Völkermord in Ruanda

Es kam ein Moment, in dem ich mir sagte: ,Wenn du überleben willst, Esther, musst du dich dem widmen, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du verloren hast‘.“ Mit 50 Frauen, Witwen wie sie, gründete Esther Mujawayo die Hilfsorganisation Avega für die Opfer des Genozids. Inzwischen zählt Avega 35.000 Mitglieder. Viele von ihnen sind nach Vergewaltigungen mit Aids infiziert und bedürfen besonderer Unterstützung. Weil der Bedarf an psychotherapeutischer Hilfe in Ruanda immens war, ließ sich Esther zur Therapeutin ausbilden. Und anders als ausländische Therapeuten verstand sie als Frau, die den Völkermord selbst erlebt hatte, auch das, was die Opfer nicht aussprachen. Vor fünf Jahren kam Esther mit ihrem neuen Ehemann nach Deutschland. Inzwischen therapiert sie hier traumatisierte Flüchtlinge – vor allem afrikanische Frauen und Kinder – und kämpft mit allen Kräften gegen das Vergessen der Ereignisse in ihrer Heimat. Ergreifend und ungeheuer lebendig schildert Esther Mujawayo – mit Hilfe der Journalistin Souâd Belhaddad, die ihre Erzählung aufgeschrieben hat – wie sie die Kraft für ein Leben nach dem Völkermord aufbringt.

337 Seiten
Originalsprache: Französisch, übersetzt von Jutta Himmelreich
Originaltitel: SurVivantes. Rwanda, dix ans après le génocide
Verlag: Peter Hammer Verlag, ISBN: 3-7795-0029-9
Erscheinungsdatum: 04.03.2005

Die Übersetzung wurde gefördert von Litprom mit Mitteln des Auswärtigen Amts sowie (bei Verlagen in der Schweiz) des Schweizer Südkulturfonds.