Kader Abdolah / Iran

Die geheime Schrift, Die Notizen des Agha Akbar

Esmail hat ein Manuskript mit ins Exil genommen. Geschrieben hat es sein taubstummer Vater, in einer seltsamen, selbst erfundenen Schrift. So, wie er früher seinen Vater verstehen wollte, versucht Esmail, das Geschriebene zu entziffern. Es schildert das Leben in einem kleinen Dorf an der Grenze: »Südlich der Grenze lag der Iran, und nördlich, dort, wo immer tiefer Schnee lag, Rußland.« Dieser eindrucksvolle, manchmal märchenhafte Roman spannt einen Bogen zwischen Amsterdam und Persien. Er erzählt von Vater und Sohn, von Analphabetismus und der Leidenschaft für Geschichten, erzählt von Armut, Abhängigkeit und erwachendem politischen Mut. Esmail schließt sich dem studentischen Kampf gegen den Schah an, später der Regime-Kritik gegen Chomeni. Er flieht - und aus dem Sohn eines armen Teppichflickers wird ein westlicher Intellektueller, der seiner Herkunft jedoch alles verdankt. Die »Notizen des Agha Akbar«, so der Untertitel des Buches, gehören zu den eindrucksvollsten Beispiele jener Literatur, die heute, durch die weltweiten ethnischen Verwerfungen, ihre Wurzeln in mehreren Kulturen hat. In schöner, sicherer Klarheit geschrieben, enthält es zu gleichen Teilen die bittere Realität und die magische Phantastik der persischen Heimat.
Roman, 367 Seiten
Originalsprache: Niederländisch, übersetzt von Christiane Kuby
Originaltitel: Spijkerschrift
Verlag: Klett-Cotta, ISBN: 3-608-93512-6
Erscheinungsdatum: 11.02.2003