Salim Bachi / Algerien

Der Hund des Odysseus

Hussain, Student und kurzzeitig Nachtportier in einem dubiosen, von zwei frommen Brüdern geführten Hotel, irrt durch die Strassen von Kirtha, einer imaginären Stadt in Algerien mit dem Namen der alten numidischen Hauptstadt und deutlichen Zügen von Algier, Constantine und Annaba. Auf seiner Odyssee nimmt die Stadt, Quelle des Imaginären, der Erinnerung und der Emotionen, den desillusionierten jungen Mann, wie die meisten seiner Generation ohne Perspektive, ohne Arbeit und Geld, mit ihren Mythen und ihrer wechselvollen Geschichte gefangen, konfrontiert ihn mit der alltäglichen Gewalt. Nicht genug: Sie lässt ihn auch in seinen erotischen Phantasien und in den Lebensgeschichten von Freunden und Kollegen umherirren, beispielsweise derjenigen seines Kommilitonen Saif, der dem Angebot des Geheimdiensts, das Studium zu unterbrechen und Terroristenjäger zu werden, nicht widerstehen konnte. Salim Bachis Erstling ist ein in jeder Beziehung aussergewöhnliches Werk. Dem Autor gelingt das Kunststück, die Seele eines Landes und eines Volkes einzufangen. Meisterlich bewegt er sich zwischen Mythos, Geschichte und repressiver Gegenwart. Er beherrscht die polyphone Erzählweise, besticht durch stilistische Vielfalt und das Abtauchen in phantastische Abgründe.
Roman, 249 Seiten
Originalsprache: Französisch, übersetzt von Michael von Killisch-Horn
Originaltitel: Le chien d'Ulysse
Verlag: Lenos, ISBN: 978-3857873355
Erscheinungsdatum: 03.2003

Die Übersetzung wurde gefördert von Litprom mit Mitteln des Auswärtigen Amts sowie (bei Verlagen in der Schweiz) des Schweizer Südkulturfonds.

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