Mauricio Rosencof / Uruguay

Der Gesandte des Feuers

Der jenseitige Vater schuf den Menschen. Bei nochmaligem Hinsehen musste er erkennen, dass er ihm nicht sonderlich gelungenwar: ihm fehlten Humor, Zärtlichkeit, Optimismus. Deswegen schickte er Charly Chaplin los. Der aber erkannte bald, dass es an der Zeit war, nicht bloß das Brot und die Fische und die Menschheit insgesamt zu vermehren, sondern die Gesandten, denn ein einziger wie er, das führte zu nichts. Der jenseitige Vater hörte auf ihn, und da er nicht viele Worte machte und sonst keine Ideen hatte, geht er hin und sagt zum Sohn: „In Ordnung, Junge. Wachset und vermehret euch.“ Und so kann Rosencof vom Gesandten des Feuers erzählen, der aus seiner psychiatrischen Anstalt heraus den Leser einlädt zu einer Reise durch den Irrsinn und Sinn und uns daran erinnert, wer wir eigentlich sein möchten. Und Rosencof erzählt, einmal und tausendmal und noch einmal mehr, er erzählt, wie jemand Musik macht, er erzählt, wie er es immer tut: vom Menschen und seiner möglichen Würde.
Roman, pages Seiten
Originalsprache: Spanisch, übersetzt von Willi Zurbrüggen
Originaltitel: El enviado del fuego
Verlag: Edition Köln, ISBN: 978-3-936791-04-4
Erscheinungsdatum: 03.2007