Murong Xuecun / China

Chengdu, vergiss mich heut nacht

Sex und Drugs und Korruption! Murong Xuecuns Roman über das Dolce vita im neuen China. Ein Bestseller aus der VR China. Kennen Sie Chengdu? Nein, das ist kein Frauenname, sondern die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan. Eine Stadt dreimal so groß wie Berlin, die, anders als Peking oder Shanghai, als typisch chinesische Großstadt gilt. Bisher hatte bei uns fast niemand von ihr gehört. Dann passierten zwei Dinge: Das große Erdbeben im Mai dieses Jahres in Sichuan, in dem rund 90.000 Menschen starben und über fünf Millionen obdachlos wurden. Und es erschien der Roman „Chengdu, vergiss mich heut Nacht“, der die Kulturszene zum Beben brachte. Denn Murong erzählt, was es heute bedeutet, in China jung und erfolgreich zu sein. Murong Xuecun veröffentlichte seinen Roman zunächst im Internet und erreichte dort ca. fünf Millionen Leser. Die Buchauflage liegt zur Zeit bei 500.000 Exemplaren, es gibt ein Theaterstück sowie Fernseh- und Filmadaptionen. Mittlerweile gilt Murong Xuecun (34) als eine der prominentesten Stimmen des jungen China. In „Chengdu, vergiss mich heut Nacht“ erzählt er die Geschichte von drei jungen Männern, die sich im Glanz und Luxus des modernen städtischen Chinas zurechtzufinden versuchen … natürlich geht es um Alkohohl, Drogen und schnellen Sex, die der Newbility zusetzen, wie man die Yuppies des neuen Jahrtausends nennt: Chen Zhong, einer der drei, hat es nach der Universität in die Zweigniederlassung einer Firma für Autoersatzteile und Schmierstoffe verschlagen. Dort steckt er im mittleren Management fest. Man hat ihm den fetten Dong vor die Nase gesetzt, einen durchtriebenen Intriganten. Seine Aufstiegschancen sind gleich null. Damit das nicht so bleibt, veruntreut Chen Zhong Geld in der Höhe mehrerer Jahresgehälter. Die Firma setzt ihm ein Ultimatum: Er muss das Geld in wenigen Tagen zurückzahlen, sonst droht ihm ein Prozess. Auch sonst läuft es nicht rund: Leider wird Womanizer Chen von seiner Frau in der eigenen Wohnung in flagranti mit der dicken Wirtin eines Restaurants erwischt. Und seine Freunde, der drogenabhängige Börsenspekulant Li Liang, und Großkopf Wang, der korrupte Polizist, sind selbst rettungslos in ein Netz aus Profitgier, Intrigen und schneller Lust verstrickt. Von dort kann er keine Hilfe erwarten. Wir haben die harte, temporeiche Geschichte direkt aus dem Chinesischen übersetzen lassen, um das erfrischend direkte und schnörkellose Chinesisch in ein direktes und schnörkelloses Deutsch zu bringen (in der Regel werden chinesische Romane erst ins Englische übertragen und von dort ins Deutsche. Was da rauskommt, nennt man „Stille Post“). Freuen Sie sich auf eine harte Achterbahnfahrt von Roman.
Roman, 317 Seiten
Originalsprache: Chinesisch, übersetzt von Hans Peter Hoffmann und Brigitte Höhenrieder
Originaltitel: Chengdu, jinye qing jiang wo yiwang
Verlag: Zweitausendeins, ISBN: 978-3861507079
Erscheinungsdatum: 10.2008

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