Gabriel García Márquez / Kolumbien

Cartagena und Barranquilla, Journalistische Arbeiten 1948 - 1952, Bd. 1

Gabriel García Márquez – der junge Journalist Im Jahr 1948 beginnt der junge, noch unbekannte Gabriel García Márquez regelmäßig journalistisch zu arbeiten. Er schreibt für Zeitungen in Cartagena und Barranquilla. Diese frühen Texte zeigen schon die Fähigkeiten des späteren großen Reporters und die stilistische Treffsicherheit des bedeutenden Schriftstellers.
Bis zum April 1948 studiert Gabriel García Márquez in Bogotá Jura, mit wenig Erfolg und Begeisterung. Die blutigen Unruhen nach der Ermordung des liberalen Präsidentschaftskandidaten sind für ihn Anlass, an die Atlantikküste nach Cartagena zurückzukehren; dort leben seine Eltern, die er finanziell unterstützen muss. Er arbeitet für die Zeitung El Universal, nach einigen Monaten dann in Barranquilla hauptsächlich für El Heraldo. In Barranquilla, wo er schnell Zugang zu den intellektuellen Kreisen der Stadt findet, lebt er unter armseligen Bedingungen und ohne feste Bleibe. Er hungert, schläft in der Redaktion oder in Bordellen, wie man aus seinen Memoiren weiß. Als Redakteur lernt er sein Handwerk, schreibt täglich – Glossen, Artikel nach Agenturmeldungen und zu lokalen Ereignissen. Er schreibt aber auch über literarische Neuerscheinungen, Musik und Filme sowie stimmungsvolle Texte, die Wegweiser nach Macondo sind.
Die journalistischen Arbeiten umfassen fünf Bände, die Übersetzung von Band 2, 3 und 5 ist in Vorbereitung. Band 4, Frei zu sein und unabhängig erschien 2000. Das journalistische Werk ist ein eindrucksvolles Dokument der Arbeit eines Autors, der sich immer auch als Journalist verstanden hat.


Reportagen
Originalsprache: Spanisch, übersetzt von Svenja Becker; Astrid Böhringer; Christian Hansen; Ulli Langenbrinck; Hildegard Moral; Dagmar Ploetz; Ingeborg Schmutte
Originaltitel: Textos costeños. Obra periodistica 1 (1948-1952)
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 3-462-03454-5
Erscheinungsdatum: 21.04.2005