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Litprom-Literaturtage 2018 - Ausgezeichnet: Kartographien des Weiblichen. 30 Jahre LiBeraturpreis

30 Jahre LiBeraturpreis

26./27. Januar im Literaturhaus Frankfurt

Raja Alem © Unionsverlag | Zoë Beck © Anette Göttlicher | Ken Bugul © Unionsverlag | Meena Kandasamy © privat | Anna Kim © Werner Geiger Suhrkamp Verlag | Lina Meruane © Sebastián Utreras Archives Paula Magazine (Chile) | Mayra Montero © privat | Yvonne Adhiambo Owuor © Courtesy of Bobby Pall for Footprints Press Ltd | Laksmi Pamuntjak © Hans Scherhaufer | Claudia Piñeiro © Unionsverlag | Madeleine Thien © Luchterhand Literaturverlag | Faribā Vafī © Nashr-e Markaz Publishing



So wurde über die Literaturtage und das Jubiläum eines ganz besonderen Preises berichtet:

eine Zusammenstellung interessanter Beiträge

»Der LiBeraturpreis wird 30 und feiert mit Autorinnen aus aller Welt. Globale Weltliteratur ist salonfähig geworden. Im deutschsprachigen Raum hat der LiBeraturpreis viel dazu beigetragen: Er geht ausschließlich an außereuropäische Frauen und verstärkt deren unterrepräsentierte Stimmen.« www.dw.com

»Aufstand der Unerwünschten. Bei der Frankfurter Litprom stehen Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt im Mittelpunkt. In diesem Jahr geht es speziell um die "Kartographien des Weiblichen".« Ein Artikel von Volker Breidecker in der Süddeutschen Zeitung vom 28.01.18:
»Eine Maxime des Literaturbetriebs, von Verlagsseite exekutiert, lautet: "Ernsthaft ist der Mann, unterhaltsam die Frau." Wunderbar lakonisch brachte Zoë Beck die gängigen Verlagswünsche, wie Frau, vorwiegend für Frauen, zu schreiben habe, auf den Begriff. Neben zwölf prominenten Schriftstellerinnen aus dem Globalen Süden war Zoë Beck zu den Litprom-Literaturtagen eingeladen. Dahinter steht eine gemeinnützige Tochter der Frankfurter Buchmesse zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der arabischen Welt.« Weiterlesen auf sueddeutsche.de 

»30 Jahre Liberaturpreis - wie frei ist das Schreiben? — Der Preis zur Förderung der Literatur von asiatischen, afrikanischen, arabischen und lateinamerikanischen Frauen feierte Jubiläum — zwei Tage lang waren Schriftstellerinnen aus allen diesen Weltteilen in Frankfurt zu Gast.« Ein Beitrag zum Hören von Julika Tillmanns auf HR2 Kultur, 29.01.18

»Feminismus hat in jedem Land ein anderes Gesicht — Autorinnen aus neun Ländern diskutieren bei den Tagen der Litprom in Frankfurt über Literatur und Feminismus.
Marie-Sophie Adeoso in der Frankfurter Rundschau online am 29.01.2018

»Ausgezeichnet: Kartografie des Weiblichen — Die Litprom-Literaturtage und 30 Jahre LiBeraturpreis. Nachdenken über den großen „kleinen Unterschied“. Wie wirkt er sich auf die Romankunst aus?« Ein Interview mit Lucien Leitess, Verleger des Unionsverlags, von Petra Kammann auf feuilletonfrankfurt.de

»Ich bin immer noch berauscht. Ich habe intensive anderthalb Tage mit wunderbarer Frauen verbracht! Litprom (...) feierte (...) die siebten Literaturtage und zugleich 30 Jahre LiBeraturpreis.« So schreibt die »buecherliebhaberin« auf glasperlenspiel13.

»30 Years of Celebrating Women Authors with the LiBeraturpreis — Anita Djafari, head of Litprom in Germany, talks about the 30-year history of the LiBeraturpreis, which honors women writers from Asia, Africa, Latin America, and the Arab world.« Hannah Johnson, 29.01.18 für Publishing Perspectives (englisch).


»We should all be feminists«​​​

Für alle, die noch nicht wussten, warum:

Stichworte und Pressefakten des Frauenreferats

der Stadt Frankfurt

zum Pressegespräch für die Litprom-Literaturtage
17.01.2018


Das war das Programm:

Freitag, 26.01.2018

16.00 Uhr, Lesesaal
Eröffnung und Grußworte

Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse und Erster Vorsitzender von Litprom e.V.  
Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats Frankfurt am Main

16.15 – 18.00 Uhr, Lesesaal 
30 Jahre LiBeraturpreis: Ausgezeichnet! Ausgezeichnet? Podiumsdiskussion 

30 Jahre LiBeraturpreis: Ein Grund zum Feiern! Oder eher zum Nachdenken? Bedeutet ein solcher Preis einzig Auszeichnung – oder verweist er auf ein grundsätzliches geschlechtsspezifisches Ungleichgewicht? Wie erleben Autorinnen die Produktionsbedingungen des Buchmarktes? Wogegen — und mit welchen Formen des ‚empowerments’ — kämpfen sie womöglich an? Oder ist gar das Schreiben bereits ein Akt der Rebellion?

Mit: Zoë Beck DEUTSCHLAND
Ken Bugul SENEGAL
Laksmi Pamuntjak INDONESIEN
Moderation: Sandra Kegel

 
19.30 – 21.00 Uhr, Lesesaal
Laute und leise Rebellinnen 
Literarische Lesung mit Ken Bugul und Meena Kandasamy

In ihrem aktuellen Buch „Bitch Doktrin“ ermuntert die junge britische Feministin Laurie Penny Frauen, ihre Stimme laut und vernehmlich gegen Ungleichheit und Diskriminierung zu erheben. Auch die Protagonistinnen in den Werken von Raja Alem, Ken Bugul und Meena Kandasamy hinterfragen Rollenbilder oder deuten sie aus überraschend anderem Blickwinkel — mal radikal, mal subtil.
Lesung mit: Ken Bugul SENEGAL
Meena Kandasamy INDIEN/GB
Moderation: Ruthard Stäblein 
Lesung des deutschen Texts: Ingrid El Sigai 

Die Veranstaltungen werden ins Deutsche gedolmetscht.

Das Programmheft zum Download

Samstag, 27.01.2018

Literaturen im Gespräch:
In Werkstattgesprächen diskutieren die Autorinnen mit dem Publikum.

11.00 –12.30 Uhr
Werkstattgespräch 1: Verwegen verwoben — Geschichten und Geschichte

Geschichte wird meist von Siegern — und oftmals von Männern geschrieben. Wie ändert sich die Sicht auf Geschichte durch den Blickwinkel einer Frau? Welche narrativen Strategien kommen dabei zum Einsatz? Wie verweben Autorinnen Geschichte zu Geschichten? 

Mit: Laksmi Pamuntjak INDONESIEN
Anna Kim ÖSTERREICH 
Moderation: Katharina Borchardt

 
11.00 –12.30 Uhr 
Werkstattgespräch 2: Die schöne Leiche oder Frauen und Gewalt

Gewalt gegen Frauen ist trauriger Alltag, in allen Teilen der Welt. Auch die klassische Literaturgeschichte ist voll von weiblichen Leichen — siehe Ophelia. Was aber passiert, wenn Autorinnen die geschlechtsspezifischen Konnotationen von Gewalt durchbrechen? Welche Wirklichkeiten hinter der Wirklichkeit öffnen sich?

Mit: Claudia Piñeiro ARGENTINIEN
Zoë Beck DEUTSCHLAND
Moderation: Thomas Wörtche

11.00 –12.30 Uhr 
Werkstattgespräch 3: Schreiben als Subversion

Ken Bugul brach als junge Frau ein Tabu, einzig, weil sie, eine Senegalesin, zu schreiben begann — und das auch noch über die Polygamie. Auch Meena Kandasamy bricht in ihrer Literatur mit manchem Tabu. Beide schreiben über und gegen Formen (nicht allein) patriarchaler Unterdrückung. 

Mit: Ken Bugul SENEGAL 
Meena Kandasamy INDIEN/GB
Moderation: Barbara Wahlster

Die Gespräche werden konsekutiv ins Deutsche gedolmetscht.

Wir empfehlen, sich 30 Minuten vor Beginn des Werkstattgesprächs einzufinden, da die Sitzplätze begrenzt sind und wir keinen Platz garantieren können.

ARTE-Filmvorführungen im Lesekabinett. Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist frei.

13.00 – 14.00 Uhr
Die Löwin vom Nil — Nawal El Saadawi
Dokumentation, ARTE/WDR 2015, 52 Min

Nawal El Saadawi ist die »Grande Dame« der ägyptischen Frauenbewegung, prominente Vorkämpferin für Frauenrechte in der gesamten arabischen Welt und Schriftstellerin von Weltrang. Ihre Romane, Theaterstücke und Erzählungen, in denen sie die Gewalt an Frauen, sexuelle Unterdrückung und Armut in ihrer Heimat anprangert, wurden in über 30 Sprachen übersetzt.

14.30 –16.00 Uhr 
Werkstattgespräch 4: Heimat – eine Erfindung?

Wird die Suche nach Heimat in einer sich globalisierenden Welt, die zugleich mit der Rückkehr von Nationalismen zu ringen hat, neu verhandelt – allemal in einer sich womöglich transnational begreifenden Literatur, die das Lokale wie das Globale gleichermaßen im Blick hat? 

Mit: Anna Kim ÖSTERREICH
Yvonne Adhiambo Owuor KENIA 
Moderation: Katharina Borchardt

 
14.30 –16.00 Uhr 
Werkstattgespräch 5: Jenseits des Schleiers: Facetten weiblicher Emanzipation

Allzu schnell schließen sich für uns im Westen Schleier und Emanzipation gegenseitig aus. Doch Emanzipation hat – auch in der Literatur – viele Gesichter. Wie gestaltet sie sich in den Werken von Autorinnen, deren Kultur vermeintlich durch den Schleier und die damit einhergehenden Rollenbilder geprägt ist?

Mit: Dima Wannous SYRIEN
Faribā Vafī IRAN 
Moderation: Larissa Bender

 
14.30 –16.00 Uhr 
Werkstattgespräch 6: Alles Macho oder was? Politiken des Körpers 

Lateinamerika gilt oft als Heimat des Machismo. Ebenso ausgeprägt ist dort ein feministisches Bewusstsein. Festlegen lässt sich das nicht: Lina Meruane schreibt u.a. über Biopolitik und die lateinamerikanische Moderne. Mayra Monteros Werk umfasst Erotik ebenso wie etwa das Interesse an Biologie und Ökologie. 

Mit: Lina Meruane CHILE
Moderation: Corinna Santa Cruz

Die Gespräche werden konsekutiv ins Deutsche gedolmetscht.

Wir empfehlen, sich 30 Minuten vor Beginn des Werkstattgesprächs einzufinden, da die Sitzplätze begrenzt sind und wir keinen Platz garantieren können.

ARTE-Filmvorführungen im Lesekabinett. Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist frei.

15.00 – 16.00 Uhr
Sonita – Was ist ein Mädchen wert?
Dokumentation, ARTE/NDR 2015, 54 Min

»Ich schreie, ich will nicht schweigen. Mein Körper ist geschunden und mit einem Preis versehen.« Sonita Alizadeh hat das Schweigen über Zwangsheiraten gebrochen – und ist mit dem Rap »Brides for Sale« berühmt geworden. Der Film »Sonita« erzählt ihre Geschichte.

16.30 - 17.30 Uhr
Hissa Hilal – Eine Stimme hinter dem Schleier

Dokumentation, ARTE/ZDF 2017, 57 Min

Hissa Hilal schaffte es als erste Frau in das Finale der von Männern dominierten Fernsehshow »Million's Poet«, einem Lyrikwettbewerb in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Preisgeld in Millionenhöhe. In ihren Gedichten kritisiert die saudische Poetin einen muslimischen Geistlichen und attackiert die patriarchale arabische Gesellschaft – live, vor 75 Millionen Zuschauer*innen.

18.00-19.30 Uhr, Lesesaal 

„We should all be feminists“! Feminismus für alle?
Abschlusspodium

„We should all be feminists“  fordert die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozie Adichie mit provozierender Selbstverständlichkeit. Wie sehen das andere Autorinnen? Haben sie den Feminismus, das Anliegen von Frauen auf ihrer literarischen Agenda? Und wenn ja: Wie sähe dies aus in einem postkolonialen respektive transnationalen Kontext?

Mit: Anita Djafari DEUTSCHLAND
Yvonne Adhiambo Owuor KENIA
Claudia Piñeiro ARGENTINIEN
Faribā Vafī IRAN
Moderation: Barbara Wahlster

Liste aller Teilnehmer*innen

20.30 Uhr, Lesesaal 
Konzert  KICK LA LUNA — Trio
»Tanze aus der Reihe« heißt einer der bekanntesten Songs der Frankfurter Formation um Anne Breick (Percussion/Vocals), Elke Voltz (Vocals/Guitar) und Uli Pfeifer (Bass/Vocals). Seit 25 Jahren spielen sie ihre ›female world music‹ wie keine zweite Band in Deutschland. Ein Stil-Mix von Afro, Latin, Bossa-Soul und Funk werden dabei zu einem unverwechselbaren Klang, zu dem man wegträumen, aber auch  tanzen kann. www.kicklaluna.com


Das Programm

2018 wird der LiBeraturpreis — der ausschließlich Autorinnen aus Asien, Afrika, der arabischen Welt und Lateinamerika auszeichnet — im 30. Jahr überreicht. Seit 2013 vergibt Litprom den Preis, der auch internationale Strahlkraft erlangt hat.

Das ist ein freudiger Anlass zum Feiern, aber auch zum Nachdenken über Grundsätzliches: Einerseits scheint ein solcher Literaturpreis im Jahr 2018 obsolet zu sein. Immerhin machten vor allem Autorinnen – wie etwa Taiye Selasi oder Chimamanda Ngozi Adichie – eine in jedem Sinn globale Weltliteratur salonfähig. Noch aber herrschen – und das nicht nur auf dem deutschen Buchmarkt — geschlechtsspezifische Ungleichheitsverhältnisse: Weiterhin werden im Vergleich zu den Werken männlicher Kollegen weniger Romane von Autorinnen aus den genannten Regionen verlegt. Weiterhin werden Romane von Frauen seltener in den Feuilletons besprochen. Dabei bilden Frauen — daran erinnert die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie in ihrem Manifest »Mehr Feminismus!« — knapp über die Hälfte der Weltbevölkerung. Insofern stehen wir noch immer am Anfang einer wahren Weltliteratur: Sie würde die Welt nicht allein sprachlich und geographisch in all ihren Facetten hörbar machen, sondern auch im gleichen Maße aus der Sicht von Männern und von Frauen. Diesen Facettenreichtum meint vielleicht Adichie, wenn sie fordert, mehr Feminismus zu wagen.

Die Litprom-Literaturtage 2018 haben deshalb Autorinnen aus 30 Jahren LiBeraturpreis und damit aus aller Welt zu Gast und möchten sie fragen: Welche Themen treiben sie um und an? Was wünschen sie sich vom Buchmarkt? Was bedeutet für sie weibliches Schreiben – eingedenk aller regionalen, sprachlichen, generationsspezifischen Diversität und über die Grenzen von ‚Nord’ und ‚Süd’, ‚race’ und ‚class’ hinweg?  
Sie sind herzlich eingeladen, die Landkarte einer weiblichen Weltliteratur mit uns gemeinsam neu zu vermessen.

Anita Djafari (Geschäftsleitung Litprom) und Claudia Kramatschek (Kuratorin) 

Liste aller Teilnehmer*innen

Das Programmheft zum Download

Download the English version


Das Programmheft zum Download

Veranstalter

Litprom e.V.
Braubachstr. 16 | 60311 Frankfurt | 069 2102-113 oder -143

Veranstaltungsort

Literaturhaus Frankfurt | Schöne Aussicht 2 | 60311 Frankfurt

Eintrittspreise

Einzelveranstaltung: 8 € | ermäßigt 6 €

Konzertticket KICK LA LUNA-Trio 12 € | 10 €

Kombiticket: 28 € | ermäßigt 19 €

Vorverkauf (nur Kombitickets) über das Literaturhaus Frankfurt, Einzeltickets an der Tages- bzw. Abendkasse sowie in der Buchhandlung TFM Frankfurt 

Büchertisch

Buchhandlung Land in Sicht, Frankfurt

Internationale Buchhandlung Südseite, Frankfurt

In Zusammenarbeit mit

Literaturhaus Frankfurt, ARTE

Mit freundlicher Unterstützung von 

Frankfurter Buchmesse, Auswärtiges Amt, Stadt Frankfurt Kulturamt, Stadt Frankfurt Frauenreferat, Rhein-Main Kulturfonds, Botschaft von Kanada, FAZIT-Stiftung, giz, Zonta Club of Bad Homburg, Institut franco-allemand (IFRA)