Literaturtage 2020

Unsere Autor*innen, Moderator*innen und Dolmetscherinnen bei den Literaturtagen 2020

Wird laufend aktualisiert.


Die Autor*innen


Carmen Aguirre [CHILE/KANADA]

ist Schauspielerin und (Theater-)Autorin. Sie wurde in Santiago, Chile, geboren und floh 1973 als 6-Jährige mit ihren Eltern, die Allende unterstützten, nach Vancouver. Nachdem sie als Jugendliche und junge Erwachsene im Widerstand gegen Pinochet in Lateinamerika aktiv war, kehrte sie 1990 zurück nach Kanada und begann ihre Schauspielausbildung am Langara College. Mangels interessanter Rollen für Latinas begann sie, selbst Stücke zu schreiben. Inzwischen hat sie rund 25 Stücke sowie zwei Memoiren geschrieben. Carmen Aguirre lebt in Vancouver.


Lesley Nneka Arimah [NIGERIA/USA]

wurde in England geboren, wuchs in Nigeria auf und lebt heute in den USA. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem African Commonwealth Short Story Prize, dem O. Henry Prize, dem Kirkus Prize, dem Bridge Book Award, dem Young Lions Fiction Award 2018 und dem Caine Prize for African Writing 2019. Ihre Arbeiten erscheinen in vielen renommierten Zeitschriften wie The New Yorker, Harper’s oder Granta, und sie steht auf der »5 unter 35«-Liste der National Book Foundation. Auf Deutsch erschien 2019 »Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt« (Ü. Zoë Beck) bei CulturBooks.


Sharon Bala [DUBAI/KANADA]

geboren 1979 in Dubai, lebt in St. John’s, Neufundland, Kanada. Ihr Debütroman »The Boat People« erschien 2018 und gewann sowohl vor als auch nach seiner Veröffentlichung mehrere Preise, u.a. den Percy Janes First Novel Award und Harper Lee Prize for Legal Fiction. Er wurde in mehrere Sprachen, darunter Arabisch, Französisch und Türkisch übersetzt. Eine deutsche Übersetzung ist in Bearbeitung.  


Youssouf Amine Elalamy [MAROKKO]

wurde 1961 im marokkanischen Larache geboren. Er promovierte im Fach Kommunikationswissenschaften und lehrt als Professor für Stilistik, Kommunikation und Medien an der Ibn-Tofaï-Universität in Kenitra. 1998 veröffentlichte er den ersten Teil seiner Tetralogie zum Thema Emigration. »Un Marocain à New York« (1998; Ü: Ein Marokkaner in New York), »Les clandestins« (2001; dt. »Gestrandet«, Ü. Barbara Gantner), »Paris mon bled« (2002; Ü: Paris, mein Hinterland).


Tomer Gardi [ISRAEL/DEUTSCHLAND]

geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, lebt heute in Berlin. Er studierte Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin. 2016 erschien sein Debütroman »Broken German« bei Droschl. Einen Auszug daraus hat er bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt gelesen. 2019 erhält er für seinen zweiten Roman »Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück« (Droschl, Ü. Anne Birkenhauer) das Alfred-Döblin-Stipendium. Er arbeitet außerdem als Hörspiel-Autor und Synchronsprecher.


Rawi Hage [LIBANON/KANADA]

geboren 1964, aufgewachsen in Beirut und auf Zypern, erlebte den libanesischen Bürgerkrieg am eigenen Leib. 1982 ging er nach New York, wo er Fotografie studierte. Seit 1991 lebt er als freischaffender Künstler und Autor in Montreal. Für »Als ob es kein Morgen gäbe« wurde er für den Internationalen Literaturpreis 2009 nominiert und mit dem höchstdotierten Literaturpreis der Welt für ein Einzelwerk, dem IMPAC-Award, ausgezeichnet. Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch »Spinnen füttern« (Piper, Ü. Gregor Hens).


Eduardo Halfon [GUATEMALA/USA]

1971 in Guatemala-Stadt geboren, ist einer der wichtigsten Schriftsteller der jüngeren lateinamerikanischen Literatur. Ab 1981 wuchs er in den USA auf. Nach seiner Rückkehr nach Guatemala unterrichtete er als Professor für Literatur an der Universidad Francisco Marroquín. Halfons Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2009 erhielt er für seinen Kurzroman »La pirueta« den Premio de Novela Corta José María Pereda, 2011 ein Guggenheim und 2015 den Prix Roger-Caillois für »Signor Hoffman«. Bei Hanser erschienen außerdem »Der polnische Boxer« (2014, Ü. Luis Ruby, Peter Kultzen), »Wie mein Zuhause zu verschwinden begann« (2015, Ü. Benjamin Loy) und zuletzt »Duell« (2019, Ü. Luis Ruby). Eduardo Halfon lebt in Nebraska.


Pedro Kadivar [IRAN/FRANKREICH/DEUTSCHLAND]

Pedro Kadivar ist in Shiraz, Iran, geboren und im Alter von 16 nach Frankreich immigriert. Nach dem Abitur hat er Literatur- und Theaterwissenschaft in Paris studiert. Parallel zu seinem Studium war er an verschiedenen Theatern als Regieassistent tätig. 1993 begann er, als Theaterregisseur zu arbeiten. 1996 ließ er sich in Berlin nieder und führte seine in Paris begonnene Doktorarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin fort, wo er 2002 an dem Institut für Romanistik promovierte. Kadivar hat mehrfach eigene Stücke inszeniert. Weitere Produktionen folgten im Rahmen internationaler Theaterfestivals. Sein Buch »Kleines Buch der Migrationen« (Ü. Gernot Krämer) ist 2017 beim Sujet Verlag erscheinen.


Yoko Tawada [JAPAN/DEUTSCHLAND]

wurde 1960 in Tokio geboren und studierte an der Waseda-Universität Literaturwissenschaft. Von 1982 an studierte sie Neuere Deutsche Literatur an der Universität Hamburg und promovierte in Zürich. Ihre erste literarische Veröffentlichung hatte sie 1986 mit dem »Japan-Lesebuch« beim Tübinger konkursbuch Verlag, ihre erste Buchveröffentlichung in Deutschland 1987, in Japan 1992. Sie schreibt in deutscher und japanischer Sprache Essays, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Lyrik. Zuletzt erschien »Sendbo-o-te« (Ü.: Peter Pörtner) im Konkursbuchverlag.

 


Die Moderator*innen


Katharina Borchardt

ist Literaturredakteurin, Moderatorin bei SWR2 und Mitglied der Weltempfänger-Jury. Sie beschäftigt sich intensiv mit Literaturen aus Asien und Afrika und reist regelmäßig beruflich in diese Weltregionen.


Claudia Kramatschek

ist Literaturkritikerin, Moderatorin und seit September 2019 Projektmanagerin im Kulturamt Heidelberg. Von 2011 bis 2013 war sie Jurymitglied beim Internationalen Literaturpreis/Haus der Kulturen der Welt, 2015 Jurysprecherin des Deutschen Buchpreis. Außerdem ist sie seit 2010 Mitglied der Weltempfänger-Jury und war 2018 Kuratorin der Litprom-Literaturtage.


Ulrich Noller

Journalist und Autor, hat Literaturwissenschaft, Philosophie sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft studiert. Er organisiert und moderiert Lesungen und Podiumsdiskussionen; ist Mitglied der Jury der Krimibestenliste, des Deutschen Krimipreises und der Litprom-Bestenliste Weltempfänger.


Ruthard Stäblein

ist freier Kritiker und Juror des Weltempfängers. Er war bis Ende 2018 Redakteur für Literatur beim hr. Außerdem ist er Autor von Essays über Dekadenz, Herausgeber einer Reihe über Moral und richtet Hörbücher wie den Briefwechsel zwischen Thomas Bernhard und Siegfried Unseld ein.


Gerrit Wustmann

ist ein deutscher freier Journalist und Autor. Wustmann studierte Orientalistik, Geschichte, Politologie in Köln und Bonn. Er schreibt unter anderem für Heise online, taz, WDR, Der Freitag und andere Medien. Darüber hinaus schreibt er Lyrik und ist als Herausgeber und Moderator tätig.


Die Dolmetscherinnen


Jutta Himmelreich

ist seit 1985 als Übersetzerin, Dolmetscherin und Dozentin in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Farsi tätig. Sie versteht sich als Diplomatin im Dienste der Weltliteratur und legt den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Förderung und Verbreitung von Literatur aus dem Globalen Süden.  


Heike Kirschner

ist Dolmetscherin für Deutsch, Englisch und Spanisch. Sie ist seit vielen Jahren im Weltempfang auf der Frankfurter Buchmesse tätig und begeisterte Leserin und Erkunderin unterschiedlicher Kulturen.


Elisabeth Müller

wuchs in Mexiko-Stadt auf. Sie studierte Französisch und Spanisch in Paris, Bilbao und Saarbrücken. Sie ist Literaturübersetzerin und Dolmetscherin sowie Meditationslehrerin und hält Kurse in der Umgebung von Frankfurt, wo sie mit ihrer Familie lebt.