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Unser Buchmesse-Programm 2022

Vor allem Autorinnen sind mit dabei!


Dienstag, 18.10. | 19:30 Uhr | Wetter- und Klima-Werkstatt Offenbach

Lesung aus dem Roman »​Broken Islands«​ von und mit der philippinischen Autorin Criselda Yabes

Die Wege von Luna und Alba kreuzen sich, als Luna zurück in ihren Heimatort Borbon kehrt, nachdem der Taifun Haiyan große Verwüstung hinterlassen hat. Während Luna lernen muss, mit der Trauer über ihren unerwartet verstorbenen Vater zu leben, muss sich Alba als alleinerziehende Mutter ohne Zuhause durchschlagen. Beide Frauen müssen eine neue Zukunft finden in ihrer von dem Taifun Haiyan zerstörten Heimat, den Philippinen.
Ein Roman mit einer unverwechselbaren Atmosphäre und dem wiederkehrenden Bezug zur Natur, die fast als eigene Figur in Erscheinung tritt — so deutlich und nachhaltig ist ihr Einfluss auf die anderen Charaktere.

In der Broschüre Moderne Literatur aus den Philippinen 2022 schlagen wir deutschsprachigen Verlagen diesen Titel für eine Übersetzung vor.

Criselda Yabes ist Autorin und Journalistin, unter anderem bei Associated Press und The Washington Post. Sie ist die Autorin von »Peace Warriors«, das von journalistischer Arbeit in der muslimischen Region Mindanao handelt und für das sie 2012 mit dem Philippine National Book Awards für Sachbücher ausgezeichnet wurde.

Moderation: Katharina Borchardt, Freie Kritikerin und Literaturredakteurin bei SWR2, Jurymitglied Bestenliste Weltempfänger

Übersetzung: Sina Mohaupt, Konferenzdolmetscherin (M.A.) und Fachübersetzerin

Ort: Wetter- und Klima-Werkstatt Offenbach
Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten
Eine  Kooperation von Litprom e.V. und der Wetter- und Klima-Werkstatt Offenbach


Donnerstag, 20.10. | 13:00 – 14:00 Uhr | Übersetzerzentrum Halle 4.0 G101

Übersetzen aus Asien: Japan und die Philippinen

Japanisch steht auf Platz zwei der 2021 am häufigsten ins Deutsche übersetzten Sprachen. Vor allem Mangas sind Exportschlager, aber auch in der Belletristik sorgen Autorinnen wie Sayaka Murata oder Mieko Kawakami international für Aufsehen.
Aus den Philippinen dagegen gelangt so gut wie keine Literatur auf den deutschen Markt, obwohl dort auch viel auf Englisch geschrieben und publiziert wird. Woran liegt das? Und was ist mit den anderen über 170 Sprachen des Archipels, zum Beispiel der am weitesten verbreiteten Sprache Tagalog?
Annette Hug, Autorin und Übersetzerin, sowie Jürgen Stalph, Übersetzer und Verleger, geben Auskunft. 

Mit:
Annette Hug, Autorin und Übersetzerin aus dem Tagalog
Jürgen Stalph, Verleger und Übersetzer aus dem Japanischen

Moderation: Katharina Borchardt, Freie Kritikerin und Literaturredakteurin bei SWR2, Jurymitglied Bestenliste Weltempfänger  


Freitag, 21.10. | 17:00-18:00 Uhr | Frankfurt Studio

Vom Kaffeehaus ins Internet: Arabische Literatur im Wandel

Buchvorstellung und Gespräch: Maisoon Saqr und ihr Buch »Café Riche. Auge auf Ägypten«
Erstmals ist der höchstdotierte Literaturpreis der arabischen Welt einer Autorin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zuerkannt worden: Die Dichterin Maisoon Saqr erhielt den mit rund 200.000 US-Dollar dotierten Sheikh Zayed Book Award 2022 aus Abu Dhabi in der Kategorie Literatur für ihr Werk »Cafe Riche. Auge auf Ägypten« über die Kaffeehauskultur in Kairo am Beispiel des berühmten Café Riche, in dem seit über 100 Jahren die Kairoer Literaten ein- und ausgegangen sind.
Maisoon Saqr stellt das Buch vor und spricht mit dem Übersetzer Samir Grees und der Islamwissenschaftlerin Sonja Hegasy über die Herausforderungen und Veränderungen, mit denen die arabische Literatur heute konfrontiert ist: Der Verlagerung des kulturellen Schwerpunkts von den einstigen Zentren Kairo, Damaskus und Beirut an den Golf, das Spannungsfeld von Literatur und Politik und die Rolle der sozialen Medien im Gegensatz zur alten Kaffeehauskultur.

Moderation: Stefan Weidner

Informationen zu den Teilnehmenden


Freitag, 21.10. | 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) | Villa 102, Frankfurt

Preisverleihung: Der LiBeraturpreis 2022 geht an Chisako Wakatake

Der LiBeraturpreis geht in diesem Jahr an die japanische Autorin Chisako Wakatake für ihren Roman »Jeder geht für sich allein«, übersetzt von Jürgen Stalph, erschienen im Cass Verlag.
Die Laudatio hält Jörg Plath, freier Literaturkritiker u.a. für Deutschlandfunk Kultur.
Anita Djafari
moderiert ein Gespräch zwischen der Preisträgerin und ihrem Übersetzer und Verleger Jürgen Stalph.
Katja Cassing, Verlegerin des Cass Verlags, wird dolmetschen.

Anschließend laden wir ein, in den schönen Räumlichkeiten der Villa 102 auf den Preis und die Preisträgerin anzustoßen.

Villa 102, Bockenheimer Landstraße 102, Frankfurt


Samstag, 22.10. | 13:00 – 14:00 Uhr | Frankfurt Pavilion auf der Agora

Chisako Wakatake und Karin Kalisa im Gespräch

Mit dem diesjährigen LiBeraturpreis wird die japanische Schriftstellerin Chisako Wakatake für ihren Roman »Jeder geht für sich allein« (übersetzt von Jürgen Stalph, Cass Verlag) ausgezeichnet.
Auf der Pavilion-Bühne trifft sie auf Spiegel-Bestseller-Autorin Karin Kalisa, die nach einer wissenschaftlichen Laufbahn in der Japanologie fünf Romane vorgelegt hat (zuletzt »Fischers Frau«, Droemer). Schon in Karin Kalisas Debüt »Sungs Laden« ging es um den Austausch verschiedener Kulturen.
Beide Autorinnen debütierten relativ spät, dafür aber umso erfolgreicher. Ein deutsch-japanischer Dialog über das Schreiben und Publizieren.

Moderation: Malu Schrader

Chisako Wakatake, 1954 in der nordostjapanischen Präfektur Iwate geboren, veröffentlichte 2017 ihr literarisches Debüut »Ora ora de hitori igu mo« und erhielt dafür zwei wichtige Auszeichnungen in Japan. Die deutsche Übersetzung von Jürgen Stalph erschien 2021 unter dem Titel »Jeder geht für sich allein« im Cass Verlag und erhält 2022 den LiBeraturpreis von Litprom.

Karin Kalisa, geboren 1965, lebt nach Stationen in Bremerhaven, Hamburg, Tokio und Wien seit einigen Jahren im Osten Berlins. Sowohl als Wissenschaftlerin als auch mit dem Blick einer Literatin forscht sie in den Feldern asiatischer Sprachen, philosophischer Denkfiguren und ethnologischer Beschreibungen. Nach Karin Kalisas erstem Roman »Sungs Laden« erschienen ihre Wintererzählung »Sternstunde« und ihre weiteren Romane »Radio Activity«, »Bergsalz« und »Fischers Frau«.

Malu Schrader ist Literaturwissenschaftlerin, war bereits im Buchhandel und als Verlagslektorin tätig; seit 2020 arbeitet sie frei als Lektorin, Kulturjournalistin, Moderatorin und Buchhändlerin. Sie hat ein Faible für japanische und niederländischsprachige Literatur und liebt besondere Kinder- und Bilderbücher.


Samstag, 22.10. | 17:00 Uhr | Buchhandlung Weltenleser, Frankfurt

Lesung aus »​Jeder geht für sich allein«​ von und mit Chisako Wakatake

Mit 24 ging Momoko in die große Stadt, nach Tokyo, um die Zwänge der Provinz hinter sich zu lassen, um frei zu sein. Sie war sich für keine Arbeit zu schade, schuftete, passte sich an, gab sich, wie man es von ihr erwartete: folgsam, freundlich, auf Harmonie bedacht. Und schlug so unversehens den Weg ein, den die Gesellschaft ihr vorgab: Mann, Kinder, ein schönes Zuhause.
Jetzt, mit 74, ihr Mann ist tot, die Kinder sind erwachsen und aus dem Haus, denkt Momoko nach. Über die Träume, die sie einst hatte. Über die Liebe. Über das Altern. Über Einsamkeit. Und nach fünfzig Jahren Leben mit der Hochsprache kommt mit Macht wieder, was die junge Momoko in Tokyo immer für ein Stigma hielt: ihr Dialekt. Ihre Heimat.

Moderation: Malu Schrader
Übersetzung: Katja Cassing und Jürgen Stalph
Lesung: Schauspielerin Elena Halangk

Ort: Buchhandlung Weltenleser
Eintritt: frei

Eine Kooperation von Litprom e.V. und dem Cass Verlag.


Sonntag, 23.10. | 14:30 — 15:30 Uhr | Übersetzerzentrum Halle 4.0 G101

Mwenkanonkano = Feminismus? Feminismen übersetzen in »Die erste Frau« von Jennifer Nansubuga Makumbi

Mit »Die erste Frau« (Orig. The First Woman) ist der erste Roman ugandischen Autorin Jennifer Nansubuga Makumbi 2022 im InterKontinental Verlag erschienen.

Die Übersetzerin Alakati Neidhardt spricht mit der Autorin über den Übersetzungsprozess der Geschichte, politisches Schreiben und die im Buch verhandelten Neuinterpretationen von traditionellen und modernen Feminismen.

Welche Herausforderungen und Besonderheiten bergen afrikanische Literaturen in ihren Übersetzungen? Wie viel koloniale Kontinuität steckt in ugandischem Schreiben? Gibt es sprachliche Anpassungen für den deutschen Markt? Was verbindet Übersetzungen von afro-diasporischen Literaturen?

Jennifer Nansubuga Makumbi ist Autorin von preisgekrönten Romanen und Kurzgeschichten aus Uganda. Ihr Debütroman »Kintu« wurde 2014 für den Etisalat-Preis nominiert. 'Let’s Tell This Story Properly' (erschienen in ihrem Kurzgeschichtenband Manchester Happened) gewann 2014 den Commonwealth Short Story Prize. 2020 wurde sie vom New African Magazine zu einer der 100 einflussreichsten afrikanischen Persönlichkeiten erklärt. Die erste Frau war Buch des Jahres bei der Sunday Times, dem Observer, der Daily Mail, BBC Culture und dem Irish Independent und wurde 2021 mit dem Jhalak-Preis für Werke von PoC-Autor*innen in Großbritannien ausgezeichnet. Jennifer Makumbi lebt in Manchester und unterrichtet an Universitäten kreatives Schreiben.

Alakati Neidhardt, Jahrgang 1981, in Deutschland, Ecuador und Uruguay in einem salvadorianisch-deutschen Elternhaus aufgewachsen. Sie hat Kulturwissenschaften und Romanistik studiert und war jahrelang im Kulturbereich für Veranstaltungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, unter anderem am Goethe-Zentrum Kampala in Uganda. Dort fing sie an zu übersetzen. Seit 2017 lebt sie in Bremen und ist als literarische Übersetzerin tätig.  



Kontakt 
Marcella Melien
Tel.: 069/2102-246
E-Mail: melien@buchmesse.de