Aktuell / Nachrichten

Literaturpreise für Autor*innen aus dem Globalen Süden


Lesley Nneka Arimah NIGERIA/USA

Caine Prize | 09.07.2019

Für ihre Kurzgeschichte »Skinned« erhält Lesley Nneka Arimah den mit 10.000 Pfund dotierten Caine Prize. 

Ihre dystopisch durchzogene Geschichte erzählt von einer Welt, in der jede Frau so lange ohne Bekleidung leben muss, bis er verheiratet ist. Arimah selbst erklärte gegenüber BBC, so solle auf tieferer Ebene die ungleiche Behandlung der verheirateten und nicht verheirateten Frauen in Nigeria dargestellt werden. 

Lesley Nneka Arimah wurde in Großbritannien geboren und wuchs in Nigeria auf. Sie steht mit ihrem Erzählband »Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt« (CulturBooks Verlag 2019, Ü: Zoë Beck) auf Platz 1 der Litprom-Bestenliste "Weltempfänger" 43 im Sommer 2019

Wir gratulieren herzlich!

»Sie sind wild, rebellisch und müssen sich in einer feindseligen Welt behaupten: Starke Frauen stehen im Zentrum von Lesley Nneka Arimahs stilistisch extrem vielseitigen Erzählungen.« Sigrid Löffler für Deutschlandfunk Kultur. 

Mehr über Autorin und Preis gibt es bei BuchMarkt.


Ngugi wa Thiongo KENIA

Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis | 27.05.19

Der kenianische Schriftsteller und Kuturwissenschaftler Ngugi wa Thiongo erhält den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück. In der Erklärung der Jury heißt es, er bekomme die Auszeichnung vor allem für seinen Essayband "Dekolonialisierung des Denkens". Darin beschäftige sich Ngugi wa Thiongo hauptsächlich mit den kulturellen Folgen des Kolonialismus in Afrika. Die Jury wolle mit der Preisvergabe den Blick auf die tieferliegenden Ursachen von Flucht und Migration heute lenken.Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 29. November statt.

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Den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erhält der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Ngũgĩ wa Thiong'o vor allem im Hinblick auf seine aufklärerischen antikolonialistischen Themen, seinen Bezug auf traditionelle afrikanische Theater- und Erzählkunst sowie für sein Eintreten für den Erhalt der Muttersprache als Identifikationsmerkmal. Ngũgĩ wa Thiong'o »(...) gilt als eine der wichtigsten Stimmen der Literatur aus Afrika, sein im Sammelband Dekolonisierung des Denkens versammelten Essays bestimmen bis heute die Diskussion über die fortbestehenden Folgen der Kolonisierung Afrikas«, heißt es in der Mitteilung der Stadt Osnabrück.


Jokha Alharthi OMAN

Man Booker International Prize | 22.5.19

»Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt«: Für ihr Werk »Celestial Bodies« (Himmelskörper) hat die omanische Autorin Jokha Alharthi den renommierten Man Booker International Prize bekommen.
Alharthis »kunstvolles« Werk greife »tiefgreifende Fragen von Zeit und Sterblichkeit sowie verstörende Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte« auf, heißt es in der Mitteilung der Jury. »Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt und es wert ist, darüber zu verweilen.«
Mit Jokha Alharthis Roman gewann erstmals ein arabischsprachiges Werk den renommierten Preis. Alharthi sagte, ihr Sieg bedeute, dass »ein Fenster zur arabischen Literatur geöffnet wurde«. »Celestial Bodies« ist der erste Roman einer Autorin aus dem Oman, der ins Englische übersetzt wurde. Alharthis Werk setzt sich mit der Geschichte der Sklaverei im Oman auseinander, die in dem Land erst 1970 abgeschafft wurde.
Der Man Booker International Prize zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen Großbritanniens. Prämiert werden ausländische Werke, die ins Englische übersetzt wurden. Das Preisgeld von 50.000 Pfund (etwa 57.000 Euro) teilt sich Alharthi mit ihrer Übersetzerin. U.a. waren Juan Gabriel Vásquez aus Kolumbien und Alia Trabucco Zerán aus Chile nominiert.
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Die weite Welt der arabischen Literatur
Erstmals bekommt mit Jokha Alharthi eine arabische Autorin den Man-Booker-Prize. Ihr Werk wird damit ein Teil der Weltliteratur, die noch viel zu wenig von arabischer Literatur weiß. Ein Gespräch mit Stefan Weidner in der Audio-Mediathek des WDR