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Ein Porträt im Bayern2
Hören Sie hier ein Porträt der iranischen Schriftstellerin im Feuilleton des Bayern 2 »»
Iranische Dichterin in Frankfurt
Deutsche Welle interviewt Pegah Ahmadi im litprom-Büro
Mit Kamera, Bildschirm, Tongeräten und Scheinwerfern besetzte das Team von der Deutschen Welle kurzzeitig das litprom-Büro, um Pegah Ahmadi zu interviewen und ihr "zweites Frankfurter Zuhause" zu zeigen. Der Bericht wird demnächst gesendet und ist danach auch online bei uns abrufbar.
Porträt Pegah Ahmadis in LN 103
Lesen Sie hier ein Porträt der iranischen Dichterin aus der aktuellen Ausgabe der LiteraturNachrichten »»
Pegah Ahmadi: Freiheit für die Imagination
Ein Feature der Stadt Frankfurt am Main, Presse- und Informationsamt »»
Pegah Ahmadi: Vita

- Pegah Ahmadi © Jutta Himmelreich
Pegah Ahmadi (*1974 in Teheran, Iran) ist Dichterin, Literaturkritikerin und Übersetzerin. Bereits mit sieben Jahren begann sie, Gedichte zu schreiben. Ihren Durchbruch erreichte sie mit 17, als eines ihrer Gedichte in dem Magazin Takaou veröffentlicht wurde. Ahmadi studierte persische Literatur an der Universität von Teheran. Später veröffentlichte sie regelmäßig in literarischen Zeitschriften, sie hat viele Beiträge über Poesie, theoretische Fragen von Übersetzung von Poesie und andere Themen veröffentlicht, so in Douran, Kamameh, Kelk, Jehan-e Ketab, Film, Zanan, Azarang, Nafeh, Azma, Negah-e Nou, Payam-e Shomal und Paperik. Sie ist Mitglied der Iranischen Autorenvereinigung. 2007 wurde sie mit dem Poesie-Preis der Iranischen Journalisten- und Kritikervereinigung ausgezeichnet.
Am Anfang ihrer literarischen Karriere experimentierte sie in ihren Gedichten mit der Sprache, wie es in den 1990er Jahren im Iran üblich war, wandte sich aber schon sehr bald politischen und gesellschaftlichen Themen zu, weil sie diese für sehr viel relevanter hielt. Besonders beschäftigt hat sie sich mit der Geschichte und der sich wandelnden Rolle der Frau in der Gesellschaft und damit, was dies für das weibliche Schreiben bedeutet.
Pegah Ahmadi wurde zu verschiedenen literarischen Festivals eingeladen; so war sie 2002 Gast der iranisch-französischen Literaturbegegnungen und 2006 einzige iranische Poetin beim berühmten Poetry International Festival in Rotterdam. Dort sagte sie zu ihrem poetischen Selbstverständnis: „ Es kommt eine Zeit in deinem Leben, wenn sentimentale Gefühle keine Antworten mehr auf die Fragen des Alltags liefern. Man ist mit der Schwärze, der Düsternis der eigenen Kultur konfrontiert und mit der Tiefe der eigenen Geschichte. Du bist gezwungen, Deine ganze Aufmerksamkeit den Verantwortungen zu widmen, die die Gesellschaft nun mal mit sich bringt. Persönliche Erfahrungen oder abstrakte
Spielereien mit Formen sind bei solchen grundsätzlichen Fragen nicht mehr angebracht.“ In ihren Gedichten der letzten Jahre geht es einerseits um historische Elemente, die als Metapher für soziale Entwicklungen dienen, als explizit „weibliche Stimme“ aber möchte sie nicht wahrgenommen werden.
Zu ihren bisherigen Werken zählen mehrere Gedichtssammlungen, Anthologien, Literaturkritiken und Übersetzungen vor allem amerikanischer Dichtung wie zum Beispiel von Sylvia Plath.
Zuletzt arbeitete Pegah Ahmadi als Chefredakteurin der Literaturzeitschrift Paperik und unterrichtete an der Filmhochschule in Teheran „Poetry in cinema“
Zu ihren veröffentlichten Gedichtssammlungen gehören:
Ruy-e Sol-e Payan-i (1999, „Am Ende G“)
Kadens (2001, „Kadenz“)
Tahshiye bar Divar-e khanegi (2002, „Fußnoten auf den Mauern des Familienhauses“)
In Rhuzha'yam Galust (2004, „Ich fühle mich stranguliert von meinem jetzigen Leben“)
Ahu Khani (2008, „Fehlersuche“), liegt seit langem bei den Zensurbehörden, durfte nicht veröffentlicht werden
Außerdem hat sie eine wissenschaftlich kommentierte Anthologie zusammengestellt: She'r-e Zan az Aghaz ta Emruz, (Nashr-e Sales, Teheran 2005. „Weibliche Dichtung von den Anfängen bis heute“); Dieser Band enthält Antology-e Jame'e She'r-e Zanan-e Irani. „Anthologie weiblicher iranischer Dichtung, Band I“); Die Texte wurden nicht vollständig aufgenommen, in Teilen zensiert.
Auch zwei Übersetzungen aus dem Englischen (Amerikanischen) hat Pegah Ahmadi veröffentlicht:
Avaz Asheghaneh-ye Dokhtar-e Divaneh, (2000. „Liebeslied eines geisteskranken Mädchens“) mit Texten von Sylvia Plath
Sad o Yek Haiku, Az Gozashteh ta Emruz, (2007 „Hundert-und-ein Haiku von der Vergangenheit bis heute“), ursprünglich zusammengestellt von Jakie Hardy.
Das Netzwerk "Städte der Zuflucht"
Das Programm Städte der Zuflucht wurde etabliert, weil viele Autorinnen und Autoren, die sich im Internationalen Schriftsteller-Parlament zusammengetan hatten, der Ansicht waren, dass es nicht mehr ausreichend sei, entweder Resolutionen zu verabschieden oder aber „stille Diplomatie“ zu praktizieren, wenn Autorinnen oder Autoren in Not sind.
Stadt der Zuflucht zu sein bedeutet: einen Autor, dessen Arbeit als Schriftsteller gefährdet ist, für mindestens ein Jahr aufzunehmen und ihm eine Wohnung und ein Stipendium zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es nicht nur, den Autoren zu ermöglichen, ungehindert und unbedrängt ihrer schriftstellerischen Arbeit nachzugehen, sondern auch, sie in das kulturelle und öffentliche Leben der jeweiligen Stadt zu integrieren.
Die Initiative Städte der Zuflucht wurde vom Europarat und vom Europäischen Parlament anerkannt. Bislang haben sich viele europäische Städte und Regionen dem Netzwerk der Städte der Zuflucht (International Cities of Refuge Network, ICORN) angeschlossen und verfolgte Autorinnen und Autoren aufgenommen, u.a. Oslo, Stavanger, Bergen, und weitere Städte in Norwegen, Brüssel, Norwich, Edinburgh, Stockholm, Göteborg, Hannover, Barcelona (und die Region Katalonien), die Region Toskana und Potenza. Das Netzwerk ICORN war 2006 gegründet worden, nachdem sich das Internationale Schriftsteller-Parlament aufgelöst hatte. ICORN mit Sitz im norwegischen Stavanger arbeitet eng mit dem Writers in Prison Committee des Internationalen PEN zusammen. Weitere Städte der Zuflucht gibt es in Mexiko und seit einiger Zeit auch in den USA, wo sich ein eigenes Netzwerk gebildet hat, ausgehend von der Stadt Las Vegas und der Cornell University Ithaca. Kapstadt und Dakar sind als afrikanische Städte der Zuflucht in der Diskussion.
www.icorn.org
www.citiesofrefuge.com
www.internationalpen.org.uk/go/committees/writers-in-prison
Internationale Organisation Städte der Zuflucht für verfolgte Schriftsteller (ICORN) konstituiert sich neu in Barcelona
ICORN – das Internationale Netzwerk der Städte der Zuflucht – hat sich als internationale Mitgliederorganisation, mit Sitz in Stavanger (Norwegen) bei der 4. Vollversammlung der Organisation in Barcelona vom 20. bis 22 April 2009 neu konstituiert. Die mehr als 20 Mitglieder des Netzwerks (Städte in Belgien, Dänemark, Deutschland, Italien, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und Großbritannien) gaben ICORN, das im Dezember 2006 als Netzwerk in Gründung begonnen hatte, ein neues Statut. Die Vollversammlung als höchstes Organ der Organisation wählte folgende Mitglieder in ihren Vorstand, der die bisherige Advisory Group ablöste:
- Peter Ripken, Stadt der Zuflucht Frankfurt (Vorsitzender)
- Dagny Anker Gevelt, Stadt der Zuflucht Kristiansand, Direktorin für Kultur (Stellvertretende Vorsitzende)
- Chris Gribble, Stadt der Zuflucht Norwich
- Philippe Ollé-Laprune, Casa Refugio Mexico Stadt
- Raffaella Salierno, Stadt der Zuflucht, Barcelon
An dem Treffen in Barcelona nahmen mehr als 60 Autoren, Delegierte und Beobachter aus mehr als 20 Ländern teil. Dazu gehörten auch Vertreter von US-amerikanischen Städten der Zuflucht und der Vorsitzende des Cities of Refuge North America (CoRNA), der Autor Russell Banks.
Der neue Vorstand wird sich insbesondere darum kümmern, die US-amerikanischen Städte der Zuflucht sowie neue Städte in Europa und außerhalb Europas, die bereit sind, verfolgten Autorinnen und Autoren Zuflucht zu gewähren, in das Netzwerk zu integrieren. Derzeit sind rund 30 Autorinnen und Autoren vornehmlich aus Ländern Asiens, der arabischen Welt und Afrikas auf der Warteliste der Organisation, um von Städten der Zuflucht aufgenommen zu werden. ICORN arbeitet dabei eng mit dem Writers in Prison Committee des Internationalen PEN zusammen.
Zuflucht in Frankfurt – mit Unterstützung der Buchmesse
1997 trat die Stadt Frankfurt am Main auf Vorschlag des damaligen Dezernenten für multikulturelle Angelegenheiten Daniel Cohn-Bendit (heute MdEP) dem Netzwerk der Städte der Zuflucht bei. Aus Anlass der 50. Frankfurter Buchmesse beschloss der Aufsichtsrat der Buchmesse 1998, das Programm, dem sich die Stadt Frankfurt am Main durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung 1997 angeschlossen hatte, mitzutragen und so das Engagement des Unternehmens für die Freiheit des Wortes zu verdeutlichen. Das Projektmanagement für das Programm wurde vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und der Frankfurter Buchmesse der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. (litprom) im Hause der Frankfurter Buchmesse übertragen. Die Mittel für das Stipendium für den jeweiligen Gast kommen von der Frankfurter Buchmesse, die Stadt Frankfurt am Main stellt ihm eine Wohnung zur Verfügung und übernimmt seine Krankenversicherung.
Neben dem deutschen Netzwerk der Städte der Zuflucht – zuerst Berlin, dann Frankfurt und Hannover, demnächst auch die Hansestadt Lübeck – gibt es in Deutschland das Programm „Writers in Exile“, das vom PEN-Zentrum Deutschland mit ähnlichem Konzept und Mitteln der Bundesregierung betrieben wird.
Ein Autor im Exil – Carlos Aguilera im Programm „Stadt der Zuflucht“
Der kubanische Schriftsteller Carlos A. Aguilera (*1970 in Havanna) war von August 2007 bis September 2008 Gast in Frankfurt. Aguilera, der romanische Philologie studierte, publizierte seit 1995 in Kuba mehrere Gedichtbände und wurde mit dem David de Poesía 1995, dem Preis der (staatstragenden) Vereinigung der Schriftsteller und Künstler Kubas UNEAC und später mit dem Calendario de Poesía ausgezeichnet. 1997 gründete er mit Freunden die Zeitschrift Diáspora(s), in der Literaten und Intellektuelle, die sich nicht in den Dienst der UNEAC stellen wollten, publizieren konnten. Mittlerweile lebt er als Hannah-Arendt-Stipendiat in Hannover. Während seiner Exilzeit veröffentlichte er beispielsweise Die Chinamaschine (Übers. Udo Kawasser. Steirische Verlagsgesellschaft, Graz 2004) und seinen ersten Roman in deutscher Übersetzung: Theorie der chinesischen Seele (Übers. Udo Kawasser. Edition Erata, Leipzig 2007).
Die Rückkehr nach Kuba ist dem Autor auch deswegen unmöglich, weil er sich im Ausland für die seit Frühjahr 2003 nach einem rechtswidrigen Verfahren (so amnesty international) inhaftierten 75 Intellektuellen einsetzte und mit Persönlichkeiten des öffentlichen und literarischen Lebens einschlägige Erklärungen abgab. Danach verhängte die Regierung in Havanna eine Einreisesperre gegen Carlos Aguilera, wie amnesty international vermeldete. Im Zusammenhang mit seinen verschiedenen Aufenthalten in Europa meint Carlos Aguilera: „Ich weiß nicht, was passieren wird, aber ich habe ein Motto: Zigeuner haben kein Haus, sie sind ihr eigenes.“
Silenced Voices - Rescued Voices

- © Nurettin Cicek
Unterdrückte Stimmen - Gerettete Stimmen
Eine Ausstellung für das Recht auf freie Meinungsäußerung, für die Freiheit des Wortes und der Kreativität
In vielen Ländern der Welt werden Autorinnen und Autoren sowie Journalistinnen und Journalisten verfolgt, bedroht, inhaftiert oder sind ihres Lebens nicht sicher. Die Liste der Ermordeten ist lang, wie auch die Liste der Länder, in denen sie ermordet wurden oder in denen die literarische oder journalistische Freiheit der Meinungsäußerung hochgradig gefährdet ist. Weltweit gibt es aber auch mehr und mehr Stimmen des Protestes, mehr und mehr Aktionen gegen die Beschneidung der Rede- und Publikationsfreiheit und für konkrete Maßnahmen, den Gefährdeten zu helfen.
Die Ausstellung zeigt die emblematischen Fälle von Verfolgung und Mord; Personen, die geradezu zum Symbol für die Freiheit der Meinungsäußerung geworden sind, aber auch die aktuellen Fälle von Verfolgung und Drangsalierung von Autorinnen und Autoren. Kernstück der Ausstellung sind kurze Porträts der Autorinnen und Autoren, die in verschiedenen Städten in Europa Zuflucht gefunden haben.
Die Ausstellung ist eine gemeinsame Produktion des PEN Català, des International Cities of Refuge Network (ICORN) und der Frankfurter Buchmesse. Sie war zu sehen beim Literaturfestival Kosmòpolis in Barcelona (in einer katalanischen Version), auch auf der Göteborg Book Fair, Schweden – und erstmals vollständig im Internationalen Zentrum der Frankfurter Buchmesse 2008.
Sie können hier beispielhaft einige der 18 in Frankfurt ausgestellten Tafeln im PDF-Format einsehen:
Einführungstext / Weltkarte / Credits / Anna Politkovskaja / Ken Saro-Wiwa / Carlos Aguilera / Chenjerai Hove / Lydia Cacho
Kontakt:
Anita Djafari
Tel.: +49(0)69 2102 113
Fax: +49(0)69 2102 227
E-Mail: djafari@book-fair.com





