Aktuell
Anita Djafari über den "Weltempfänger" - das Gespräch mit Andrea Pollmeier ist nachzulesen auf faustkultur.de
Die aktuellen "7 Besten" - eine Auswahl an Rezensionen
Platz 3: Eileen Chang
- "Eileen Changs Werke waren in ihrer chinesischen Heimat verfemt. Sie ging ins Exil. Ihre Erzählungen haben selten ein Happy End: Sie erzählen vom Krieg und der Liebe." Ein Beitrag von Katharina Borchardt auf taz.de
"Die Nöte der chinesischen Frauen". Eine rezension von Katharina Borchardt auf NZZ online
Weltempfänger 12/2011
Platz 1: Ngugi wa Thiong'o
- Eine Rezension von Inge Zenker-Baltes zu hören auf Norwestradio, in der Sendereihe "Literaturzeit": www.radiobremen.de
Medienpartner nordwestradio - "Ngugi wa Thiong'o schildert die fiktive Geschichte eines despotischen afrikanischen Staates geformt als fantastische Parabel, als eine Operation am offenen Herzen von Weltwirtschaft und Weltpolitik. Ein Roman, der aufs Ganze zielt."
Eine Sendung von Ursula März, zu hören auf dradio.de
Medienpartner DeutschlandradioKultur - "Die Nummer Eins auf dem aktuellen Weltempfänger ist auch bislang meine Nummer Eins in diesem Frühherbst. Gleich vorweg: Keine Angst vor knapp 1000 Seiten, es handelt sich um durchweg vergnügliche Lektüre."
Eine Besprechung von Anita Djafari auf faustkultur.de
Platz 5: Imraan Coovadia
- "Jeder für sich und gegen alle" - Imraan Coovadia zeigt in dem Roman Gezeitenwechsel Südafrika im Umbruch. Jurymitglied Karl-Markus Gauß über den Roman auf falter.at
Weltempfänger 11/2011
Platz 1: Leonardo Padura
- "Angst als Lebensform". Eva Karnofsky hat den Mann, der Hunde liebte für die LiteraturNachrichten (Erscheinungsdatum Juli 2011) rezensiert »»
Platz 3: Ko Un
- Blüten des Augenblicks - ein Buchtipp von Lore Kleinert, zu hören auf radiobremen.de »»
Platz 4: Juan José Arreola
- "Der Jahrmarkt von Juan José Arreola ist ein Schatz aus Lateinamerika" - so befindet Jury-Mitglied Karl-Markus Gauß im Falter »»
Platz 5: Najem Wali
- "Am Patriotismus zugrunde gegangen" - Jury-Mitglied Andreas Fanizadeh bespricht den Roman Engel des Südens auf taz.de »»
Platz 6: Yanick Lahens
- "Chaos versus Kultur" - Yanick Lahens hat mit Und plötzlich tut sich der Boden auf eine kluge, authentische Reflexion über das Erdbeben von Haiti geschrieben. Rezension von Ulrich Noller auf Culturmag.de »»
- Buchtipp von Andrea Pollmeier auf litprom.de »»
- Ein Feature auf swr2 von Jury-Mitglied Claudia Kramatschek »»
- "Die geschändete Stadt" - eine Besprechung von Martin Zähringer in der NZZ »»
- "Haiti-Impressionen nach dem Horrorbeben" - ein Beitrag von Pieke Biermann auf Deutschlandradio Kultur »»
Platz 7: Shahram Rahimian
- "Dunkle Satire auf dunkle politische Verhältnisse" - Gerrit Wustmann bespricht Dr. N. liebt seine Frau mehr als Mossadegh »»
Weltempfänger 10/2011
Medienpartner Deutschlandradio Kultur:
- Das Sexleben eines Islamisten in Paris von Leïla Marouane wurde von Jurymitglied Claudia Kramatschek rezensiert »»
- Zur Besprechung von Jorge Luis Borges' Essayband Ein ewiger Traum von Maike Albath »»
Medienpartner radiobremen:
- Gaby Mayr über Shimmer Chinodyas Roman Zwietracht »»
Medienpartner FALTER:
- Jurymitglied Karl-Markus Gauß ist begeistert von Yi Munyols Roman Der Dichter - eine Rezension im Falter »»
Zeitschrift LiteraturNachrichten Afrika-Asien-Lateinamerika:
- Platz 1 - Yu Jian: Akte 0 »»
Aus anderen Medien:
- Jurymitglied Katharina Borchardt wirft in der NZZ online einen Blick auf die neue Literatur aus Südkorea - zwei Titel haben es auf die Bestenliste Weltempfänger geschafft »»
- Katharina Borchardt über Yu Jians Lyrik mit poetischem Gehalt und politischem Biss in der NZZ online »»
- Gaby Mayr bespricht Shimmer Chinodyas Roman Zwietracht auf SWR2.de »»
- Katharina Borchardt über Yi Munyol, Der Dichter auf SWR2.de »»
- Die Akte 0 von Yu Jian vorgestellt von Katharina Borchardt im SWR2 Forum Buch »»
Weltempfänger 9/2010
Ricardo Piglia: Ins Weiße zielen
Als "traumwandlerisch stilsicheren Roman" bezeichnet Rezensent Jörg Plath den Roman des Argentiniers in seiner Besprechung, die Sie auf den Seiten unseres Medienpartners Deutschlandradio Kultur nachlesen können »»
Weltempfänger 8/2010
Kim Thúy: Der Klang der Fremde
Der Roman der vietnamesischen Autorin, Platz 1 des Weltempfängers 8/2010, ist auch von der Kritik positiv aufgenommen worden. Jury-Mitglied Claudia Kramatschek hat den Titel für Deutschlandradio Kultur besprochen »»
Die wilden Detektive
Unter dem Titel "Die wilden Detektive" hat Jury-Mitglied Thomas Wörtche in der taz einen Artikel zu argentinischer Kriminalliteratur veröffentlicht, in dem besonders das Werk von Rodolfo Walsh, Platz 2 und 3 des Weltempfängers 8/2010 hervorgehoben wird »».
Der Weltempfänger im nordwest radio
Das nordwest radio - ein Programm von Radio Bremen und dem NDR - ist neuer Medienpartner des Weltempfängers.
In der Literaturzeit (Sendezeit: sonntags 15:05 bis 16:00 Uhr, Wiederholung: 19:05 bis 20:00 Uhr) werden regelmäßig die Titel der Bestenliste besprochen.
Den Anfang machte ein ausführliches Gespräch mit Ilija Trojanow, dem Vorsitzenden der Weltempfänger-Jury.
Mehr hören »»
Der Weltempfänger auf arte.tv
„Unbekannte Stimmen hörbar machen” - Unser Medienpartner arte hat den Weltempfänger in seine Buch- und Krimiwelt aufgenommen.
In der Rubrik „What's new?” stellt Ilija Trojanow die Idee des Weltempfängers vor. Und wie der Rubriktitel verrät, kann man sich dort über Neuigkeiten und spannende Hintergründe informieren. Mehr »»
Angst als Lebensform
Leonardo Padura (Kuba): Der Mann, der Hunde liebte
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein
Unionsverlag, Zürich 2011
730 Seiten; EUR 28,90
Platz 1 der Bestenliste Weltempfänger 11/2011
Leonardo Padura schaut erstmals über die Grenzen Kubas hinaus: In seinem Roman Der Mann, der Hunde liebte widmet er sich der Ermordung des sowjetischen Revolutionärs Leo Trotzki am 21. August 1940 in Mexiko-Stadt durch den spanischen Kommunisten Ramón Mercader. Doch zunächst geleitet uns der Autor in das Havanna des Jahres 2004, wo der Leser dem einzigen fiktiven Protagonisten begegnet, dem Kubaner Iván, der seiner Frau kurz vor ihrem Tod ein Geheimnis anvertraut: Er hat vor 14 Jahren Ramón Mercader kennengelernt und dieser hat ihm sein Leben erzählt. Der Trotzki-Mörder hat tatsächlich nach seiner 20-jährigen Haft in Mexiko bis zu seinem Tod 1978 in Havanna gelebt.
Was dann folgt, sind drei alternierend erzählte Lebensgeschichten, die der Mord an Trotzki verbindet. Mercaders Biographie und die Geschichte Trotzkis im Exil, wie Iván sie sich nach der Lektüre meist verbotener Bücher vorstellt, zeugen ebenso vom Scheitern des Kommunismus wie auch Iváns in Ich-Form erzählte Lebensbeichte. Ihn hat das kubanische Regime gebrochen, denn es hat ihn dazu gezwungen, wegen angeblicher konterrevolutionärer Verwirrung seine Schriftstellerkarriere aufzugeben.
Die drei eint nicht nur, dass der Kommunismus stalinistischer Prägung ihr Leben zerstört hat - sie alle drei sind der Mann, der Hunde liebte. Es sind Mercaders Hunde, die ihn am Strand von Havanna mit Iván zusammenbringen. Und das Schicksal des Hundenarrs Trotzki war an jenem Tag während des Spanischen Bürgerkrieges besiegelt, als Ramóns Mutter dessen Hund erschoss, um ihrem Sohn schmerzlich klarzumachen, dass seine Liebe nur der Revolution und Stalin zu gelten habe. Mercader stimmt daraufhin zu, dem russischen Geheimdienst beizutreten.
Sorgfältig und einfühlsam, ja mitfühlend, arbeitet Padura die drei Charaktere heraus und stellt sie in den historischen Kontext der politisch bewegten Jahre bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der Erzähler begleitet den früh gealterten Trotzki, der sich im Exil immer wieder gegen den Stalinismus aufbäumt. Nicht zuletzt, weil er erkennt, dass er mit verantwortlich ist für das System, das Stalin unumschränkte Macht gewährt. Padura zeichnet Trotzki als ein Opfer, das auch Täter ist. Und Mercader ist ebenfalls Täter und Opfer zugleich. Die Wirren des Bürgerkriegs, eine ungeliebte Freundin, die nur für die kommunistische Sache lebt und eine von Hass auf die großbürgerliche Gesellschaft zerfressene Mutter bringen den labilen Mann dazu, sich bedingungslos dem Kampf für den Kommunismus zu verschreiben und dem Befehl, Trotzki zu ermorden, Folge zu leisten. Auf den Ausbruch aus dem stalinistischen System hätte der Tod gestanden.
Angst, vom Stalinismus zur Lebensform erhoben, begleitet alle drei Protagonisten: Nur aus Angst hat Iván seinen Roman über sich selbst, Mercader und dessen Opfer nicht veröffentlicht.
Nie hat sich der auf Kuba lebende Leonardo Padura so weit vorgewagt mit der Kritik am Kommunismus im Allgemeinen und am kubanischen Regime im Speziellen. Und ihm ist ein großartiger, spannender Roman gelungen.
Eva Karnofsky
Diese Rezension erscheint in den LiteraturNachrichten Nr. 109, Juli 2011









