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Donnerstag, 13. Oktober 2016

Indonesiens Literatur im Aufwind – ein Jahr nach dem Ehrengastauftritt

Eine Unterhaltung wird fortgesetzt – ein reichhaltiges Programm begleitet die Rückkehr indonesischer Bücher zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse

… in diesem Jahr mit einem bescheideneren Budget im Vergleich zu 2015, dem Jahr als Indonesien Ehrengastland war. Resilienz und Kreativität sind Schlüsselwörter für das Anfang des Jahres einberufene Indonesische Nationale Buchkommitee (KBN). Das dynamische KBN-Team hat diese Qualitäten bei den erfolgreichen Messeauftritten auf den internationalen Buchmessen in Bologna, London und Beijing in diesem Jahr bereits gezeigt. Mit der Unterstützung des Bildungs- und Kulturministeriums und dem Amt für Kreativwirtschaft hat das Komitee bewiesen, dass indonesische Literatur, Comics, Kinder- und Sachbücher das Potential haben, im Ausland eine Leserschaft zu finden.

Indonesiens erfolgreicher Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse 2015, der zehntausende Besucher mit dem Thema „17.000 Islands of Imagination“ beeindruckte, hat die indonesische Verlagswelt und assoziierte Kreativbranchen darin bestärkt, indonesische Literatur international zu bewerben und zu verkaufen. Das internationale Interesse an mehr als 400 indonesischen Buchtiteln im letzten Jahr hat die Herangehensweise der Verlage verändert und die indonesischen Verleger*innen bieten ihre Bücher jetzt mit wesentlich mehr Selbstbewusstsein international an.

LitRI für das Lesen indonesischer Literatur in anderen Sprachen

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse vom 19. bis 23.10.2016 stellt das KBN-Team LitRI sein Übersetzungsförderungsprogramm für internationale Verlage vor. Durch die Unterstützung von Verlagen, die Lizenzen indonesischer Bücher gekauft haben, möchte LitRI die weltweite Verbreitung und Sichtbarkeit indonesischer Literatur fördern.
Indonesische Autor*innen, deren Werke bereits übersetzt wurden, haben dem Land zu einer größeren Aufmerksamkeit in der Welt der Literatur verholfen. Zu nennen wären Eka Kurniawan, Autor der hochgelobten Romane „Tigermann“ und „Schönheit ist eine Wunde“ sowie Gewinner des „FT/OppenheimerFunds Emerging Voices Award“; Leila Chudori, deren Roman „Pulang (Heimkehr nach Jakarta)“ bereits in sechs Sprachen übersetzt worden ist; Nukila Amals philosophisch-metaphorischer Roman „Cala Ibi“, zuvor auf Niederländisch und Italienisch veröffentlicht, erscheint zum Jahreswechsel auf Englisch; Ratih Kumalas Kriminalroman “Das Zigarettenmädchen” ist in drei Ländern verlegt worden; Augustinus Wibowos Roman “Ground Zero” wird gerade ins Chinesische übersetzt und Laksmi Pamuntjaks Roman “Alle Farben Rot” wird mit dem von der Frankfurter Buchmesse gesponserten und von Litprom verliehenen LiBeraturpreis 2016 ausgezeichnet Mehr zur Preisverleihung.

Ein facettenreiches und internationales Programm

Internationalität ist ein Schwerpunkt des indonesischen Programms, was auch in den in diesem Jahr in Frankfurt ausgerichteten Veranstaltungen zum Ausdruck gebracht wird, beispielsweise in den Veranstaltungsreihen Soul Mates und In Translation, in denen indonesische Autor*innen mit jeweils einer/m internationalen Kolleg*in interagieren. An Indonesiens Nationalstand in der Halle 4.0 C75 wird der beliebte indonesische Autor Seno Gumira Ajidarma mit dem flämischen Autor David Van Reybrouck, einem Vertreter des diesjährigen Ehrengastlandes, über das Thema „Fact or Fiction” diskutieren. M. Aan Mansyur, dessen Bücher mehrmals verfilmt wurden, wird mit dem mehrfach ausgezeichneten deutschen Schriftsteller Marius Hulpe über “The Importance of Immediacy” sprechen, während das Thema „Admiration and Inspiration“ die indonesische Bestsellerautorin Laksmi Pamuntjak und den deutschen Schriftsteller und Literaturkritiker Paul Ingendaay zusammenbringt. In „The Comic Divide“ tauschen die Comickünstlerin und Umweltaktivistin Tita Larasati und ihr französischer Kollege Nicolas Wild ihre Erfahrungen aus. In der Veranstaltung „Off the Path of Conformity“ erleben wir den renommierten Intellektuellen, Lyriker und Essayisten Goenawan Mohamad in einer Konversation mit Fiona Judith Kidman aus Neuseeland.

Außerdem finden am indonesischen Nationalstand an allen Messetagen Buchpremieren, Filmvorführungen sowie Treffen zwischen indonesischen und internationalen Verleger*innen statt. So wird die Premiere der englischen Fassung des Buches “Islam, the faith of love and happiness” von Haidar Bagir, Autor und Direktor der Mizan Verlagsgruppe, hier gefeiert. Desweiteren präsentiert der italienische Fotograf Romano Stefano sein neuestes Fotobuch “My own private Indonesia”. Zudem wird eine Buchdesign-Ausstellung zu sehen sein.

Zum ersten Mal wird Indonesien auch auf der Agora vertreten sein, mit dem Festzelt “Island of Imagination”. Dort finden Konzerte, Workshops und weitere Diskussionsveranstaltungen statt. So wird die progressive muslimische Autorin Abidah El Khalieky die Stellung der Frau während der Zeit nach dem Tsunami und vor dem Helsinki-Friedensvertrag in Aceh diskutieren. Gemeinsam mit ihrer Verlegerin Gabriella Page-Fort von AmazonCrossing präsentiert sie ihren Roman “Nirzona”, der davon erzählt. Andere heiße Themen von “Faith or Fashion” bis zu “Gender Dialogues” werden Besuchern der Reihe „Conversation Series“ in diesen kühlen Oktobertagen ein wenig mehr Wärme vermitteln.

Jendela Ide, ein unabhängiges Kulturzentrum in Bandung, hat speziell für die diesjährige Frankfurter Buchmesse das Musikprojekt “Cakravala Mandala Dvipantara” initiiert. So ist eine Gruppe talentierter Musiker zusammengekommen und hat sieben Kompositionen hervorgebracht, die im “Island of Imagination” ihre Uraufführung erleben werden. Ebenso speziell für die Messe zusammengestellt ist “Rhythm and Motion”: die indonesische Kampfkunst Pencak Silat zu den Klängen moderner Musik.

Ein integraler Bestandteil der indonesischen Kultur ist die landestypische Küche. So werden die Messebesucher ihre Geschmacksnerven von Mittwoch bis Samstag zur Mittagszeit am Nationalstand mit einer Schale wohltuendem Hühner-Soto erfreuen können. In der Gourmet Gallery bezieht sich der Star-Koch Bara Pattiradjawane am Mittwochnachmittag auf Indonesiens Beziehung zu den Niederlanden, ebenfalls Ehrengastland 2016, und serviert das aufwendige Gericht “Rijsttafel”. Im kulinarischen Entdeckungsprogramm machen die Köche Astrid Enricka und Budi Lee Kurniawan Schulkinder mit den verschiedensten Aspekten der indonesischen Küche vertraut.

Indonesien wird 300 Bücher nach Frankfurt bringen, in der Hoffnung Übersetzungsrechte verkaufen zu können. 2016 wird Indonesiens Auftritt auf der seit 500 Jahren existierenden Messe nicht ganz die Größe des Vorjahres erreichen, in dem es Ehrengast war. Doch ist das Programm nicht weniger vielfältig und interessant.

Edith Koesoemawiria, freie Journalistin

Übersetzung: Gudrun Ingratubun