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Africa's 100 Best Books - Buchtipp-Archiv - Termine & News - LITPROM

Afrikas 100 beste Bücher des 20. Jahrhunderts

Seit mehr als einem Jahrhundert haben sich die Literaturen Afrikas differenziert entwickelt. In verschiedenen Formen, Genres und Sprachen sind in Afrika selbst, in Europa, Amerika und auch Asien viele Werke veröffentlicht worden, die von afrikanischer Geschichte, zeitgenössischer Wirklichkeit und Kultur, Mythen und Erfahrungen künden. Zwar sind die Mehrzahl der veröffentlichten Bücher in Englisch, Französisch und Portugiesisch geschrieben, doch haben sich auch Arabisch, Kiswahili und eine ganze Reihe einheimischer und regionaler Sprachen als wichtige Literatursprachen gezeigt. Trotz eines großen Reichtums an literarisch bedeutsamen Werken ist der Korpus der Literaturen Afrikas nicht hinreichend als afrikanischer Beitrag zur Weltliteratur wahrgenommen und positiv gewürdigt worden.
Daher hatte auf Anregung von Professor Ali Mazrui die Zimbabwe International Book Fair (ZIBF), die einzige wirklich als gesamtafrikanisch anzusehende Buchmesse, im Jahre 2000 begonnen, auf internationaler Basis eine Liste mit den 100 besten Büchern des Jahrhunderts zu erarbeiten.
Die angestrebten Ziele dabei waren:

  • die Leistungen afrikanischer AutorInnen zu feiern
  • zur Debatte, Kritik und Analyse, aber vor allem zur Lektüre afrikanischer Literatur anzuregen
  • einen Anstoß zur Veröffentlichung und Entwicklung neuer Bücher sowie zur Neuauflage vergriffener Titel zu geben
  • zur Übersetzung von mehr Titeln zu ermuntern
  • zu mehr Anstrengungen beim Verkauf von Büchern auch über die Landesgrenzen und über die Kontinente hinweg beizutragen
  • und allgemein die Verbreitung von Informationen über afrikanische Literatur zu fördern.

Bis zum 30. September 2001 wurde zu Vorschlägen für eine solche Liste eingeladen. Im August 2001 wurden alle (mehr als 1.700) vorgeschlagenen Titel auf der Website der ZIBF veröffentlicht. Danach erstellte eine internationale Gruppe von Experten eine Shortlist von rd. 500 Titeln. Die international besetzte Jury (unter Vorsitz des südafrikanischen Autors und Literaturwissenschaftlers Njabulo S. Ndebele) erarbeitete dann im Februar 2002 eine Liste mit den 100 Büchern, die als Afrikas beste im 20. Jahrhundert gelten.
Zugleich hob die Jury 12 Bücher heraus, die sie als die wichtigsten 12 des Jahrhunderts bezeichnete (**) und mit kurzen Charakterisierungen besonders würdigte.
Bei der Auflistung wird deutlich, wie viele der 100 besten Bücher Afrikas des 20. Jahrhunderts in deutscher Übersetzung vorliegen oder vorlagen.


Kinder- und Jugendliteratur

  • Meshack Asare [Ghana] ** Sosu’s Call, Sub-Saharan Publishers, Accra 1999, dt. Als Sosu sein Dorf rettete (Übers. Ulrieke Ruwisch, Bombus, München 2003)
    Dieses Buch erhielt den 1. Preis für Kinderliteratur im Dienste der Toleranz, den die UNESCO 2000 zum ersten Mal vergab. Es ist eine wunderbare Geschichte über einen behinderten Jungen, der im Dorf zurückgelassen wird, weil er angeblich zu nichts nütze sei. Doch gelingt es ihm, die umliegenden Dörfer mit der wundersamen Hilfe von sprechenden Trommeln zu warnen, als eine Flutkatastrophe droht. Der Autor hat das Buch selbst illustriert.
  • Hayam Abbas al-Homi [Ägypten] Adventures of a Breath, Atfalna
  • Charles Mungoshi [Zimbabwe], Stories from a Shona Childhood, Baobab Books 1989, dt. Der sprechende Kürbis (Übers. Susanne Koehler, Nagel & Kimche, Zürich 1994 und S. Fischer, Frankfurt a.M. 1999)
  • Veronique Tadjo [Côte d’Ivoire], Mamy Wata et le monstre, Nouvelles éditions ivoriennes 1989, dt./engl. Mama Wata und das Monster/Mamy Wata and the monster (dt. Übers. Gisela Greatorex, Milet, London, 2000, nur in England erhältlich)

Belletristik

  • Chinua Achebe [Nigeria], Arrow of God, William Heinemann, London 1964, dt. Der Pfeil Gottes (Übers. M. v. Schweitz, überarb. v. Gudrun Honke, Peter Hammer, Wuppertal 1994, vergriffen)
  • Chinua Achebe [Nigeria], ** Things Fall Apart, William Heinemann, London 1958, dt. Okonkwo oder Das Alte stürzt (Übers. Dagmar Heusler u. Evelin Petzold, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1982, vergriffen); dt. Alles zerfällt (Übers. Uda Strätling, S.Fischer, München 2012)
    Dieser Roman hat sich von seiner Geschichte in einem kleinen Igbo-Dorf zu universeller Bedeutung als Afrikas meistgelesenes Buch entwickelt. Seine Darstellung der Wirkungen des britischen Kolonialismus in einer scheinbar gefestigten afrikanischen Gemeinschaft hat diesen Roman zu einem Klassiker über den Zusammenprall der Kulturen gemacht.
  • Abdel Rahman El Adnoody [Ägypten], Death on the Asphalt, Atlas
  • Ama Ata Aidoo [Ghana], Anowa, Longman, London 1969
  • Germano Almeida [Kapverden], O testamento do Sr. Napumuceno da Silva Araujo, Ed. Caminho, Lisboa 1989, dt. Das Testament des Herrn Napumoceno (Übers. Maralde Meyer-Minnemann, Fischer TB, Frankfurt a.M. 1997, vergriffen)
  • Ayi Kwei Armah [Ghana], The Beautyful Ones Are Not Yet Born, Heinemann, London 1968, dt. Die Schönen sind noch nicht geboren (Übers. Hugo Loetscher, Peter Hammer, Wuppertal 1999, vergriffen)
  • Amadou Hampâté Bâ [Mali], L’étrange destin de Wangrin, Union générale d’éditions 1973, dt. Wangrins seltsames Schicksal oder die listigen Ränke eines afrikanischen Dolmetschers (Übers. Adelheid Witt, Lembeck, Frankfurt 1986, vergriffen)
  • Mariama Bâ [Senegal], ** Une si longue lettre, Nouvelles éditions africaines 1979, dt. Ein so langer Brief (Übers. Irmgard Rathke, Ullstein TB, Berlin 1998, vergriffen, Neuauflage: List TB, München 2002)
    Ein faszinierendes Buch, das dazu beitrug, dass die Frauen von heute weit über die frankophone Literatur hinaus gehört wurden. Die Protagonistin in dem Roman erzählt ihr Leben in Form eines Briefes an eine Freundin; es gelingt der Autorin, die alltäglichen Frustrationen von Frauen, besonders nach dem Tode ihrer Männer, überzeugend darzustellen.
  • Tahar Ben Jelloun [Marokko], La nuit sacrée, Seuil, Paris 1987, dt. Die Nacht der Unschuld (Übers. Eva Moldenhauer, Rowohlt TB, Reinbeck 1998, vergriffen, Neuauflage: Berlin TB, Berlin 2011)
  • Mongo Beti [Kamerun], Le pauvre Christ de Bomba, Présence Africaine, Paris 1956, dt. Der arme Christ von Bomba (Übers. Herta Meyer u. Jochen Klicker, Peter Hammer, Wuppertal 1995, Neuaufl. vergriffen)
  • André Brink [Südafrika], A Dry White Season, Penguin 1979, dt. Weiße Zeit der Dürre (Übers. Werner Peterich, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1984, vergriffen)
  • Ken Bugul [Senegal], Riwan, ou le chemin de sable, Présence Africaine, Paris 1999
  • Syl Cheney-Coker [Sierra Leone], The Last Harmattan of Alusine Dunbar, Heinemann 1990, dt. Der Nubier (Übers. Thomas Brückner, Peter Hammer, Wuppertal 1996, vergriffen)
  • Driss Chraïbi [Marokko], Le passé simple, Gallimard 1954
  • J.M. Coetzee [Südafrika], Life and Times of Michael K, Secker & Warburg, London 1983, dt. Leben und Zeit des Michael K. (Übers. Wulf Teichmann, Hanser, München 1986, auch Fischer TB, Frankfurt a.M. 1997, vergriffen, Neuauflage: Fischer TB, München 2003)
  • Mia Couto [Mosambik], ** Terra sonâmbula, Ed. Caminho, Lisboa 1992, dt. Das schlafwandelnde Land (Übers. Karin v. Schweder-Schreiner, dipa, Frankfurt 1994, vergriffen)
    In diesem Roman gelingt es Couto auf einzigartige Weise, afrikanische orale Traditionen und die Literatursprache Portugiesisch zu vereinen. Auch die Art, wie sich die Geschichte entfaltet (ein Junge und ein alter Mann lesen gemeinsam ein Tagebuch, das sie in einem ausgebrannten Bus finden), führt den Leser zu einem unerwarteten Ende, da der Junge selbst Teil der Geschichte war, wodurch sich die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischen. Der Roman ist mehr als ein Buch über den Bürgerkrieg in Mosambik, es ist ein Buch über gebrochene und zersplitterte Identitäten.
  • José Craveirinha [Mosambik], Karingana Ua Karingana, Academica 1974
  • Bernard Dadié [Côte d’Ivoire], Climbié, Editions Segiers, Teilausgabe 1963 in: Das junge Afrika, Wien, München, Basel
  • Tsitsi Dangarembga [Zimbabwe], ** Nervous Conditions, Women’s Press, London 1988, dt. Der Preis der Freiheit (Übers. Ilija Trojanow, Rowohlt TB, Reinbek 1991, vergriffen)
    Dieser Roman ist ein ausgezeichnetes Porträt und Interpretation einer afrikanischen Gesellschaft, deren jüngere Generation von Frauen mit unterschiedlichem Erfolg (bis hin fast zu Niederlagen) darum kämpft, dass die Gesellschaft nicht mehr patriarchalisch dominiert und kolonial geprägt wird. In der afrikanischen Literatur hat es zuvor noch nie eine überzeugende Darstellung von Anorexie gegeben.
  • Mohammed Dib [Algerien], La grande maison, l’incendie, le métier à tisser, Le Seuil 1952/1954/1957
  • Birago Diop [Senegal], Les contes d’Amadou Koumba, Présence Africaine, Paris 1947 dt. Geistertöchter. Die Geschichten des Amadou Koumba (Übers. Christel Dobenecker, Horst Schulz u. Sabine Müller-Nordhoff, bearb. v. Gudrun Honke, Peter Hammer, Wuppertal 1998, vergriffen)
  • Boubacar Boris Diop [Senegal], Murambi ou le livre des ossements, Stock. Paris 2000, dt. Murambi: Das Buch der Gebeine (Editions Hamouda, Leipzig 2010)
  • Assia Djebar [Algerien], ** L’amour, la fantasia , J.C. Lattes, Paris 1985, dt. Fantasia (Übers. Inge M. Artl, Unionsverlag TB, Zürich 1993)
    Dieser Roman der herausragendsten zeitgenössischen Autorin und Filmemacherin aus Algerien ist ein literarisches Werk von verschiedenen Genres, historischen und autobiographischen Erzählungen, vor dem Hintergrund von Kindheit und Jugend. Er erzählt von der Eroberung Algeriens und dem Unabhängigkeitskampf aus weiblicher Perspektive und wird dabei zu einem feministischen literarischen Meisterwerk.
  • Buchi Emecheta [Nigeria], The Joys of Motherhood, Alison and Busby, London 1979, dt. Zwanzig Säcke Muschelgeld (Übers. Helmi Martini-Honus u. Jürgen Martine, Unionsverlag TB, Zürich 1983/2002, vergriffen)
  • Daniel O. Fagunwa [Nigeria], Ogboju Ode ninu Igbo Irunmale, Nelson 1954
  • Nuruddin Farah [Somalia], Maps, Pan Books, London 1986, dt. Maps (Übers. Inge Uffelmann, Ammann, Zürich 1992, vergriffen, Neuauflage: Suhrkamp, Berlin 2004)
  • Athol Fugard [Südafrika], The Blood Knot, Simondium Publishers, dt. Blutsband (Übers. Allison Malherbe, S. Fischer, Frankfurt 1976, vergriffen); Mit Haut und Haar (Suhrkamp, Frankfurt 1970 und Henschel, Berlin 1974, vergriffen)
  • Gamal al-Ghitani [Ägypten], az-Zaini Barakat, Dar al Mustaqal, Cairo 1975, dt. Seini Barakat. Diener des Sultans, Freund des Volkes (Übers. Hartmut Fähndrich, Lenos TB, Basel 1996)
  • Nadine Gordimer [Südafrika], Burgher’s Daughter, Jonathan Cape, London 1979, dt. Burgers Tochter (Übers. Margaret Carroux, Fischer TB, Frankfurt 1991, 6. Aufl., vergriffen, Neuauflage: Berliner Taschenbuchberlag, Berlin 2008)
  • Bessie Head [Südafrika], A Question of Power, Heinemann 1974, dt. Die Farbe der Macht (Übers. Uta Goridis, Orlanda, Berlin 1987 und Fischer TB, Frankfurt 1993, beide vergriffen)
  • Bernardo Honwana [Mosambik], Nos matamos o cão tinhoso, Academica 1964, dt. Wir haben den räudigen Hund getötet (Übers. Friedhelm Liese, Reclam, Leipzig 1980, vergriffen)
  • Chenjerai Hove [Zimbabwe], Bones, Baobab Books, Harare 1988, dt. Knochen. Stimmen der Ahnen (Übers. Ilija Trojanow, Marino bei Frederking & Thaler, München 2000)
  • Moses Isegawa [Uganda], Abessijnse Kronieken, Uigeverij De Bezige Bij 1998, dt. Abessinische Chronik (Übers. Barbara Heller, Blessing, München 2000 und Goldmann, München 2001, beide vergriffen)
  • Archibald Campbell Jordan [Südafrika], Ingqumbo yeminyanya, Lovedale Press
  • Elsa Joubert [Südafrika], Die Swerdjare van Poppie Nongena, Tafelberg 1978, dt. Der lange Weg von Poppie Nongena (Übers. Karl H. Kosmehl, Ullstein, Berlin 1985, vergriffen)
  • Cheikh Hamidou Kane [Senegal], L’aventure ambiguë, Editions Juillard 1961, dt. Der Zwiespalt des Samba Diallo (Übers. János Riesz u. Alfred Prédhumeau, Lembeck, Frankfurt a.M. 1980, vergriffen)
  • Ungulani ba ka Khosa [Mosambik], Ualalapi, AEMO, Maputo 1987
  • Ahmadou Kourouma [Côte d’Ivoire], Les soleils des indépendances Presses de l’Université de Montréal 1968, Seuil, Paris 1970, dt. Der schwarze Fürst (Übers. Burckhard Forstreuter, Peter Hammer, Wuppertal 1980, vergriffen)
  • Camara Laye [Guinea], L’enfant noir, Plon, Paris 1953, dt. Einer aus Kurussa (Übers. Rolf Römer, Speer, Zürich 1954, vergriffen)
  • Sindiwe Magona [Südafrika], Living, Loving and Lying Awake at Night, David Philip Publishers, Cape Town 1991, dt. Bitterer Nektar der Nacht (Übers. Petra Post u. Andrea Struve, dipa, Frankfurt 1993, vergriffen)
  • Nagib Mahfouz [Ägypten], ** The Cairo Trilogy, Maktabet Misr 1956/57, dt. Zwischen den Palästen / Palast der Sehnsucht / Zuckergässchen (Übers. Doris Kilias, Unionsverlag, Zürich 1992-94, z.T. auch als Union TB, 1996)
    Diese Trilogie ist ein breitangelegtes Panorama, das die Sensibilitäten und Mentalitäten der Bewohner Kairos vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 40er Jahre erklärt. In einer reichen Beschreibung ihres Alltags zeigt es diesen gleichwohl als Teil eines größeren historischen Prozesses. Machfus erhielt 1988 den Literatur-Nobelpreis.
  • Dambudzo Marechera [Zimbabwe], House of Hunger, Heinemann 1979, dt. Das Haus des Hungers (Übers. Claus Peter Dressler u. Curt Kaemmerer, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1981)
  • Thomas Mofolo [Lesotho], ** Chaka, Morija Sesuto Book Depot 1925, dt. Chaka Zulu (Übers. Peter Sulzer, Unionsverlag TB, Zürich 2000, vergriffen)
    Dieses Meisterwerk in einem durchaus kontinentalen Sinn erkundet das Thema der Macht und ihre Wirkung auf diejenigen, die zu viel Macht haben. Der Überblick über die Geschichte der Zulu und die zentrale Figur dieser Geschichte ist wahrlich eindrucksvoll. Durch Mofolo offenbart die Sprache Sesotho ihre natürliche poetische Schönheit. Seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1925 hat dieser Roman Generationen von afrikanischen Schriftstellern überall auf dem Kontinent inspiriert.
  • Tierno Monénembo [Guinea], Un attiéké pour Elgass, Le Seuil, Paris 1993, dt. Zahltag in Abidjan (Übers. Gunhild Niggestich u. Gudrun Honke, Peter Hammer, Wuppertal 1996, vergriffen)
  • Vusamazulu Credo Mutwa [Südafrika], Indaba, My Children, Blue Crane Books 1964, dt. Indaba. Ein Medizinmann der Bantu erzählt die Geschichte seines Volkes (Übers. Rainer Wegmershaus, Sabine Gerken u. Dirk Jöhnsen, Dianus-Trikont, München 1983, vergriffen)
  • Ngugi wa Thiong’o [Kenia], Caitaani Mutharaba-ini, Heinemann 1980, dt. Übersetzung nach Devil on the Cross (ins Englische übersetzt vom Autor selbst, Heinemann 1981: Der gekreuzigte Teufel (Übers. Susanne Koehler, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1988, vergriffen)
  • Ngugi wa Thiong’o [Kenia], ** A Grain of Wheat, Heinemann 1967, dt. Freiheit mit gesenktem Kopf (Übers. Klaus Schultz, Walter, Olten 1979, vergriffen)
    Es handelt sich um einen von vier Romanen, die der Autor in englischer Sprache geschrieben hat und die von einigen der Probleme erzählen, der eine Nation im Werden sich gegenübergestellt sieht. In diesem Roman entfernt sich der Autor von dem buchstabengläubigen Christentum seiner frühen Werke, bewahrt aber seinen Respekt vor den moralischen Werten von Religion. Seine differenzierte Beschreibung von Charakteren, seine komplexen Erzählstrategien und seine tiefe Humanität wirken zusammen und tragen dazu bei, dass wir hier einen der anspruchsvollsten und gelungensten afrikanischen Romane vor uns haben, der nicht ohne Grund in Afrika und weit darüber hinaus viel analysiert und bewundert worden ist.
  • Djibril Tamsir Niane [Senegal], Soundjata ou l’épopée mandingue, Présence Africaine, Paris 1960, dt. Soundjata. Ein Mandingo-Epos (Übers. Helgard Rost, Reclam, Leipzig 1987, 2. Aufl., vergriffen)
  • Nyembezi Sibusiso [Südafrika], Inkinnsela yaseMgungundlovu, Shuter and Shooter 1962
  • Christopher Okigbo [Nigeria], Labyrinths, Heinemann 1971
  • Ben Okri [Nigeria], The Famished Road, Jonathan Cape, Lodnon 1991, dt. Die hungrige Straße (Uli Wittmann, dtv, München 2000, vergriffen)
  • Ferdinand Oyono [Kamerun], Le vieux nègre et la médaille, Editions Juillard, Paris 1956, dt. Der alte Mann und die Medallie (Übers. Katharina u. Heinrich Arndt, Progress-Verl. Fladung, Düsseldorf 1957; Verlag Volk und Welt, Berlin 1981, beide vergriffen)
  • Alan Paton [Südafrika], Cry the Beloved Country, Jonathan Cape, London 1948, dt. Denn sie sollen getröstet werden. (Übers. Marta Hackel, Krüger Verlag, Frankfurt/Main 1949 (seither viele Auflagen u.a. als Fischer Taschenbuch, z.Zt. vergriffen)
  • Okot p’Bitek [Uganda], Song of Lawino, Heinemann 1966, dt. Lawinos Lied/Ocols Lied. Ein Streitgesang (Übers. Raimund Pousset, Peter Hammer, Wuppertal 1998, vergriffen)
  • Pepetela [Angola], A geração da utopia, Dom Quixote, Lisboa 1992
  • Nawal El Saadawi [Ägypten], Woman at Point Zero, Zed Books, London 1983, (Arabischer Originaltitel: Firdaus, 1977) dt. Ich spucke auf euch. Bericht einer Frau am Nullpunkt (Übers. Anna Kamp, Frauenbuchverlag, München 1984, vergriffen); dt. Eine Frau am Punkt Null (Aufbau-Verlag, Berlin 1985; Dtv, München 1993), alle vergriffen
  • Salih El Tayeb [Sudan], Season of Migration to the North, Heinemann 1985 (Originaltitel: Mansim al-higra ila s-simal, 1969, dt. Zeit der Nordwanderung (Übers. Regina Karachouli, Lenos, Basel 1998, 2.Aufl., auch als Lenos TB, 2001 / 2010)
  • Williams Sassine [Guinea], Le jeune homme de sable, Présence Africaine, Paris 1979
  • Sembène Ousmane [Senegal], Les bouts de bois de Dieu, Le livre contemporain 1960, dt. Gottes Holzstücke (Übers. Peter Schunk, Lembeck, Frankfurt a.M. 1988, vergriffen)
  • Léopold Sédar Senghor [Senegal], ** Œuvre poétique, Le Seuil 1961, Botschaft und Anruf (Übers. Jahnheinz Jahn, Lamuv, Bornheim-Merten 1988, vergriffen)
    Der Autor, der erst unlängst im Alter von 97 Jahren starb, ist einer der Gründerväter des modernen Afrika. Seine politischen Leistungen als erster Präsident seiner Heimat Senegal sollten freilich nicht sein poetisches Genie verdunkeln. Seine poetischen Werke sind ohne Zweifel ein Ausdruck afrikanischer kultureller Identität. In seinen Gedichten, die in viele Sprachen übersetzt sind und immer wieder in Anthologien überall auf der Welt abgedruckt werden, geht Senghor dem mythischen Ursprung der afrikanischen Persönlichkeit nach.
    Seine Philosophie der Négritude hat fast alle späteren afrikanischen Autoren beeinflusst, besonders jene der 50er und 60er Jahre, die ihm und seinen Gedichten folgten. In einem Französisch meisterlicher Beherrschung offenbarte Senghor die Seele Afrikas für Afrika, für die französische Literatur und für die Welt.
  • Mongane Serote [Südafrika], Third World Express, David Philip Publishers 1997
  • Shabaan Robert [Tansania], Utenzi wa vita vya uhuru, East African Literature Bureau
  • Sony Labou Tansi [Republik Kongo], La vie et demie, Seuil, Paris 1979, Verschlungenes Leben (Übers. Bettina Kobold, Eco/edition 8, Zürich 1981, vergriffen)
  • Aminata Sow Fall [Senegal), La grève des battus, Nouvelles éditions africaines 1978, dt. Der Streik der Bettler oder der menschliche Abfall (Übers. Caroline Gutberlet, Lembeck, Frankfurt a.M. 1991 und Lamuv, Göttingen 1997, 2. Aufl., beide vergriffen)
  • Wole Soyinka [Nigeria], Death and the King’s Horsemen, Spectrum 1975
  • Tchicaya U Tam’si [Republik Kongo], Le mauvais sang – feu de brousse – à triche-cœur, P. J. Oswald, 1955/1957/1960, dt. Böses Blut; Buschfeuer/Falsches Herz (Übers. Beate Till, Rimbaud, Aachen 1993 u. 1997, vergriffen)
  • Amos Tutuola [Nigeria], The Palmwine Drinkard, Faber & Faber, London 1952, dt. Der Palmweintrinker (Übers. Walter Hilsbecher, Unionsverlag TB, Zürich 1994, vergriffen)
  • Yvonne Vera [Simbabwe], Butterfly Burning, Baobab Books, Harare 1999, dt. Schmetterling in Flammen (Übers. Thomas Brückner, Marino bei Frederking & Thaler, München 2001, vergriffen)
  • José Luandino Vieira [Angola], Nos os do Makulusu, União dos Ecritores Angolanos, Luanda 1975
  • B.W. Vilakazi [Südafrika], Amal’eZulu, Witwatersrand University Press, Johannesburg 1945
  • Kateb Yacine [Algerien], Nedjma, Le Seuil, Paris 1956, dt. Nedschma (Walter Maria Guggenheimer, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1987, Neuaufl., vergriffen)

Wissenschaft und Sachbuch

  • Samir Amin [Ägypten], Accumulation on a World Scale, Monthly Review Press 1970
  • Ifi Amadiume [Nigeria], Male Daughters, Female Husbands, Zed Books 1987
  • Mario de Andrade [Angola], Os nacionalismos africanos, Sa da Costa, Lisboa
  • Anthony Appiah [Ghana], In My Father’s House, Oxford University Press 1992
  • Amilcar Cabral [Guinea-Bissau], Unity and Struggle, Monthly Review Press 1980
  • Rocha Chimera [Kenia], Kiswahili, past, present and future horizons, Nairobi University Press 1999
  • Cheikh Anta Diop [Senegal], ** Antériorité des civilisations nègres, Présence africaine 1955. Teilweise dt. Übersetzung in : Afrika – Mutter und Modell der europäischen Zivilisation? Die Rehabilitierung des Schwarzen Kontinents durch Cheikh Anta Diop, Leonhard Harding/Brigitte Reinwald (Hg.), Dietrich Reimer, Berlin 1990
    Dieses herausragende multi-disziplinäre Werk vertritt die These, dass die Gründer des pharaonischen Ägypten und besonders des 1. Königreiches in Wahrheit Schwarzafrikaner waren. Es vertritt eine Theorie, die sich auf ihrem Gebiet in der internationalen Wissenschaftswelt behauptet hat.
  • Efua Doorkenoo [Ghana], Cutting the Rose, Minority Rights Group 1994
    Hayford, J.E. Casely (Ghana), Ethiopia Unbound, Frank Cass 1969
  • Paulin Hountondji [Benin], Sur la philosophie africaine, François Maspero 1977
  • Samuel Johnson [Nigeria], The History of the Yorubas, G. Routledge & Sons 1921
  • Jomo Kenyatta [Kenia], Facing Mount Kenya, Secker & Warburg, London 1938
  • Joseph Ki-Zerbo [Burkina Faso], Histoire de l’Afrique noire Hatier, Paris 1972/1978, dt. Die Geschichte Schwarz-Afrikas (Peter Hammer, 1979, vergriffen)
  • Antjie Krog [Südafrika], Country of My Skull, Jonathan Cape 1998
  • Amina Mama [Nigeria], Beyond the Mask, Race, Gender and Identity, Routledge 1995
  • Mahmood Mamdani [Uganda], Citizen and Subject, James Currey Publishers 1996
  • Nelson Mandela [Südafrika], Long Walk to Freedom, Little Brown 1994, dt. Der Lange Weg zur Freiheit (Übers. Günter Panske, S. Fischer, Frankfurt a.M. 1994 u. Fischer TB, Frankfurt a.M., 1997 / 2012)
  • Eugene Marais [Südafrika], Die Siel van die Mier, J.L. van Schaik 1934
  • Albert Memmi [Tunesien], Portrait du colonisé suivi de portrait du colonisateur, L’Etincelle 1966, dt. Der Kolonisator und der Kolonisierte. Zwei Portraits (Übers. Udo Rennert, Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1994, vergriffen)
  • Eduardo Mondlane [Mosambik], The Struggle for Mozambique, Penguin 1969, dt. Kampf um Mocambique (Übers. Heidi Reichling u. a, März Verlag, Fankfurt a.M. 1970, Dietz Berlin 1973, beide vergriffen)
  • Ezekiel Mphahlele [Südafrika)], Down Second Avenue, Faber & Faber 1959
  • V.Y. Mudimbe [Demokratische Republik Kongo], The Invention of Africa, Indiana University Press 1988
  • Kwame Nkrumah [Ghana], Ghana: The Autobiography of Kwame Nkrumah, Nelson 1957
  • Sol Plaatje [Südafrika], Native Life in South Africa, P.S. King 1916
  • Wole Soyinka [Nigeria], ** Ake: The Years of Childhood, Rex Collings 1981, dt. Ake. Eine Kindheit (Übers. Inge Uffelmann, Ammann, Zürich 1986, vergriffen)
    Die Art und Weise, wie hier von den Wundern der Entdeckung der Welt durch ein Kind, das seinen Platz in dieser Welt findet, erzählt wird, macht dieses Buch zu einem Klassiker der Autobiographie. Das Buch bietet einen bemerkenswerten Einblick, wie die Phantasie eines Autors wächst, dazu auch ein bezauberndes Porträt der Verhältnisse am Lebensanfang eines großen Autors.
  • Charles Van Onselen [Südafrika], The Seed is Mine, David Philip Publishers 1996

Eine besondere Würdigung sprach die Jury für die achtbändige Kollektion der UNESCO: General History of Africa vol. I – VIII aus. Obwohl das Werk, das zwischen 1981 und 2000 erschien, auch mit afrikanischen Autorinnen und Autoren aufwarten kann, konnte es nicht für Afrikas 100 beste Bücher berücksichtigt werden, weil es von Nicht-Afrikanern herausgegeben wurde und auch Beiträge von Nicht-Afrikanern enthält. Die Jury verweist aber darauf, dass auch Afrikaner unter den Redakteuren und Beratern waren. In jedem Falle ist das Werk eine wichtige Quelle für alle Perioden afrikanischer Geschichte und enthält eine Fülle neuer Erkenntnisse und neuer Interpretationen.