Carlos Montemayor aus Mexiko ist gestorben

- © dpa
Am 28. Februar 2010 erlag der 62-jährige Schriftsteller einem Krebsleiden. Sein deutscher Verlag Assoziation A nennt ihn einen "luziden und unbestechlichen Intellektuellen und einen engagierten Menschenrechtsaktivisten. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust."
Einen sehr lesenswerten Nachruf finden Sie auf den Seiten von Assoziation A »»
Auch in Deutschland bekannt wurde Carlos Montemayor mit seinem Roman Krieg im Paradies, dessen Übersetzung von Georg Oswald 1998 durch litprom gefördet wurde.
Ihre Eindrücke der Internationalen Buchmesse in Havanna haben Dieter Schmidt (Buchmesse Frankfurt) und Ute Evers (Journalistin und Übersetzerin) in einem Blog festgehalten. Neben Veranstaltungsberichten werden auch interessante Verlage porträtiert und Bücher besprochen. Zum Blog »»
Neues Portal für spanischsprachige Literatur
Das Spanische Außenhandelsinstitut (ICEX) hat in Zusammenarbeit mit dem Spanischen Verlegerverband eine Internetplattform für spanischsprachige Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kinder- und Jugendbuch sowie Sachbuch eingerichtet. Damit soll professionellen Nutzern der Zugang zu neuen Werken aus Spanien und Lateinamerika erleichtert und Übersetzungen ins Deutsche gefördert werden.
Alle Gutachten (von nahmhaften Übersetzern, Journalisten, litprom-Mitarbeiterinnen), Interviews, Termine finden Sie unter www.spanishbooks.de.
J.M. Coetzee ist 70

- © Mariusz Kubik
John Maxwell Coetzee zählt zu den meistgerühmten südafrikanischen Erzählern der Gegenwart. Am 9. Februar feiert der Literaturnobelpreisträger (2003) seinen siebzigsten Geburtstag. Coetzee, der fast dreißig Jahre lang Literatur an der Universität von Kapstadt und an mehreren US-amerikanischen Universitäten unterrichtete und inzwischen in Adelaide, Australien lebt, veröffentlichte seinen ersten Erzählband Dusklands 1974. Seine Romane nehmen stets sehr deutlich Bezug auf die sozialen und politischen Missstände seines Heimatlandes, wobei er seine humanistischen Anliegen auf hohem ästhetischen Niveau literarisch gestaltet. Coetzees mehrfach ausgezeichnete Werke Waiting for the Barbarians (1980, dt. Warten auf die Barbaren, Fischer 2003) und Life and Times of Michael K. (1983, dt. Leben und Zeit des Michael K., Fischer 2003) brachten dem Schriftsteller den internationalen Durchbruch und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. J.M. Coetzee ist der erste Autor, der zweimal - 1983 und 1999 - mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Sein jüngster autobiographisch geprägter Roman Sommer des Lebens erscheint am 11. Februar im S.Fischer Verlag.
Lesen Sie unsere Buchtipps zu Sommer des Lebens und Tagebuch eines schlimmen Jahres (übers. von Reinhild Böhnke, S. Fischer 2010 bzw. 2008).
Alle vierzehn auf Deutsch erschienenen Romane des Autors finden Sie auch in unserem Online-QUELLEN-Katalog »»
www.litprom.de beim Hessischen Website Award
Gesucht werden die besten Websites kleiner und mittlerer Unternehmen in Hessen. Da darf litprom natürlich nicht fehlen!
Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.hessischer-website-award.de.
Wir sind gespannt auf das Ergebnis und bedanken uns bei unserer Designagentur PRIMEL interaktiv GmbH.
Georges Anglade bei Erdbeben in Haiti ums Leben gekommen
Das stärkste Erdbeben in Haiti seit 200 Jahren hat aller Wahrscheinlichkeit nach über 100.000 Opfer gefordert. Unter ihnen war auch der haitianische Schriftsteller Georges Anglade.
"Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass Georges Anglade und seine Frau Mireille beim Erdbeben in Haiti ums Leben gekommen sind. Als sein deutscher Übersetzer habe ich ihn als hervorragenden Schriftsteller und großartigen Menschen kennengelernt. Mein Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und seinem Land, für das er sich so sehr eingesetzt hat."
Peter Trier, Übersetzer und Verleger von Georges Anglade, www.litradukt.de
Georges Anglade, 1944 geboren, war als Wissenschaftler, Schriftsteller und Politiker tätig und war führendes Mitglied der Demokratiebewegung seines Landes. Mit seinem Erzählband Das Lachen Haitis. Neunzig Miniaturen (litradukt 2008) belegte Anglade den 2. Platz der Weltempfänger-Bestenliste II/2009.
Lesen Sie auch den NZZ-Artikel Ein Toter unter Tausenden - eine Stimme von wenigen.
Louis-Philippe Dalembert ist unverletzt, ebenso Kettly Mars (Anderer Literaturklub 2010) und Yanick Lahens. Lahens berichtet in ihrem NZZ-Artikel Sind wir die Verdammten dieser Erde? von der Katastrophe. Kettly Mars schreibt in der ZEIT Ich habe überlebt und Dalembert, der 2010 zu Gast in Deutschland ist, schildert in der taz die Ereignisse in Wenn die Mangobäume tanzen.
Eloy Martínez ist tot

- © Gonzalez Martínez
Der argentinische Schriftsteller Tomás Eloy Martínez ist am 31. Januar im Alter von 75 Jahren an Krebs gestorben. Martínez gilt als einer der bedeutendsten argentinischen Autoren der Gegenwart und wurde mit Romanen wie Der General findet keine Ruhe (2001), Santa Evita (1997) und Der Tangosänger (2005, alle Suhrkamp, Übers. Peter Schwaar) berühmt. Der 1934 in der Provinz Tucumán geborene Romancier und Drehbuchautor arbeitete auch als Kolumnist für die New York Times, El País und La Nación und war zuletzt Direktor des Lateinamerika-Programms an der Rutgers University (New Jersey).
Wir gratulieren unserem Mitglied Ilija Trojanow

- © Thomas Dorn
Der deutsch-bulgarische Schriftsteller Ilija Trojanow ist am 22. Januar mit dem Würth-Preis für europäische Literatur ausgezeichnet worden. In der Begründung der Stiftung Würth, die den mit 25.000 Euro dotierten Literaturpreis vergibt, heißt es, Trojanow vermittle seinen Lesern in Dokumentationen, Reiseberichten, Reportagen und Erzählungen "ein neues Gefühl für die Komplexität inter- und transkultureller Wirklichkeitserfahrungen". Mit dem Preis, der seit 1998 alle zwei Jahre für literarische Bemühungen um die kulturelle Vielfalt Europas verliehen wird, ist Trojanow als "poetischer Chronist der großen Exil- und Migrationsphänomene der Moderne" gewürdigt worden.
Der Autor des bereits 2006 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichneten Romans Der Weltensammler wurde inzwischen bereits in 17 Sprachen übersetzt und ist Vorsitzender der Weltempfänger-Jury.
Roger Smith mit zwei deutschen Krimi-Auszeichnungen geehrt
Der Südafrikaner Roger Smith stürmt mit seinem rabenschwarzen und beängstigenden Kriminalroman Kap der Finsternis (Tropen bei Klett-Cotta 2009, Übers. Jürgen Bürger, Peter Torberg) im deutschsprachigen Raum den Krimi-Olymp. So wurde der 1960 in Johannesburg geborene Drehbuchautor, Produzent und Schriftsteller auf Platz Eins der KrimiWelt-Bestenliste 2009 gewählt. 19 Literaturkritiker und Krimi-Spezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die an jedem letzten Samstag im Monat die interessantesten und thematisch außergewöhnlichsten Kriminalromane in der KrimiWelt-Bestenliste zusammenfassen, haben Smith Erstlingsroman, in dem er ein schonungsloses Panorama des heutigen Südafrikas zeichnet, zum besten Krimi 2009 gewählt. Doch damit nicht genug, wurde der hochtourige Thriller außerdem mit dem Deutschen Krimipreis 2010 ausgezeichnet, auf Platz 2 in der Kategorie Internationaler Krimi.
litprom gratuliert seinem Gründungsmitglied Al Imfeld
Al Imfeld, am 14. Januar 1935 als ältester Sohn einer Bergbauernfamilie im Luzernischen geboren, hat ein so reiches und vielfältiges Leben gelebt. Als homme de lettre und des Geistes und der Theologie und der Landwirtschaft und des Journalismus müsste er mindestens 100 Jahre alt sein. Eigentlich hätte er Priester und Missionar werden und bleiben sollen, doch nach dem Studium der Evangelischen Theologie wandte er sich der Soziologie, dem Journalismus und der Tropenlandwirtschaft zu. Es gibt viele Weltgegenden, mit denen er auf verschiedene Weise zu tun hatte, darunter immer wieder Afrika. Immer hat Al Imfeld über das Erlebte und das Reflektierte geschrieben und Bücher veröffentlicht. Mit Verlernen, was mich stummt macht. Lesebuch zur afrikanischen Kultur (Unionsverlag 1980) und Vision und Waffe. Afrikanische Autoren, Themen, Traditionen (Unionsverlag 1981) legte er in gewisser Weise die Summe seiner afrikanischen Erfahrungen vor, legendäre Bücher, die das Afrikabild Vieler prägten. Unzählige Gedichtbände hat er veröffentlicht, oft in Zusammenarbeit mit Künstlern wunderbar illustriert. Als Geschichtenerzähler im Schweizer Zirkus Federlos in Nigeria und Namibia konnte sich der Bergbauernbub aus dem Napf afrikanischer Erzähler leicht bedienen.
Zahllose Initiativen hat er mitbegründet und mitgetragen, immer hat er sich eingemischt und gelegentlich dafür auch harte Konsequenzen tragen müssen. So hat er die Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika – litprom – mitbegründet und die Zeitschrift LiteraturNachrichten Afrika – Asien – Lateinamerika ein gutes Stück auf den Weg gebracht. In seinem Band Lies und werde reich (Rotpunktverlag 2007) geht es zwar um Geschichten vom Geld, doch der Titel könnte sehr gut als Motto für litprom dienen: auch Al Imfeld hat immer wieder darauf aufmerksam gemacht, wie sehr gerade die Literatur die Menschen bereichert.
litprom dankt für viele Anregungen und eine lange Zusammenarbeit und wünscht seinem Mitbegründer Al Imfeld alles erdenklich Gute, Wahre und Schöne - und noch viele erfolgreiche Ideen und Bücher.
Mehr zu Al Imfeld auf www.alimfeld.ch
Das war unsere Frankfurter Buchmesse 2009!
Traditionell präsentiert sich litprom mit einem Informationsstand in Halle 5.0 zwischen Internationalem Zentrum, den Ständen des Verlegereinladungsprogramms und dem Übersetzer-Zentrum.
Neben einer weiteren Anlaufstelle in Halle 3.1 rundeten diverse Veranstaltungen den gelungenen Messeauftritt ab.
Diese Bilder lassen die Ereignisse Revue passieren und laden Sie schon jetzt zur Buchmesse 2010 mit dem Ehrengast Argentinien ein.
Also gleich notieren: 6. bis 10. Oktober!
Auf dem Podium von arte - dem Kooperationspartner unseres Weltempfängers - sprachen Mahmud Doulatabadi, sein Übersetzer Bahman Nirumand und Ilija Trojanow über Der Colonel und die aktuelle Lage im Iran.
Auch Ein vermeintlicher Herr der chinesischen Autorin Feng Li schaffte es auf die Weltempfänger-Liste. Hier ist sie im Gespräch mit Cornelia Zetzsche vom Bayerischen Rundfunk und ihrer Verlegerin Dorothee Schaab-Hanke.
Chen Jianghong - gefrager Kinderbuchautor und Illustrator - nahm sich Zeit, mit der Jungen Medienjury sein aktuelles Buch An Großvaters Hand zu besprechen. Dabei durfte eine Zeichenproben natürlich nicht fehlen!
Argentinische Autoren waren auch schon 2009 in Frankfurt. Sergio Olguín las im Azubistro aus seinem Roman Zurück nach Lanús, der von der Weltempfänger-Jury zu den sieben besten der zweiten Ausgabe gewählt wurde. Es moderierte litprom-Mitarbeiterin Antonia Stock.
Corry von Mayenburg und andere sprachen gemeinsam mit der argentinischen Autorin Claudia Piñeiro und Magdalena Faillace, der Vorsitzenden des Ehrengastauftritts Argentinien 2010, im Übersetzer-Zentrum zum Thema Argentinien 2010: Übersetzungsförderung für Verlage.
Für die Gäste des Einladungsprogramms für Verleger aus Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa war die Buchmesse ein wichtiger Präsentations- und Begegnungsort.
Martin Kobler, Leiter der Kultur- und Kommunikationsabteilung des Auswärtigen Amts, eröffnete das Internationale Zentrum mit einer Diskussion zum Thema Afrika und Europa - Dialog auf Augenhöhe?
Der chinesische Autor Mo Yan unterhielt sich mit seiner Übersetzerin Martina Hasse im Übersetzer-Zentrum über ihre Zusammenarbeit und den humorvollen Aspekt von Wiedergeburt(en) und nahm sich auch zum Signieren Zeit.
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