Diese Seite empfehlen Diese Seite drucken Impressum

Aktion Guck mal übern Tellerrand

Fremde Welten entdecken durch Bücher aus dem Süden

„Wenn ein Schmetterling in China mit den Flügeln schlägt, ändert sich das Wetter bei uns.“

So gravierend ist es wohl doch nicht – aber jeder sollte schon wissen, was im „Rest der Welt“ so geschieht, Globalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Wie können Kinder und Jugendliche möglichst frühzeitig auf unterhaltsame Weise etwas über den Süden der Welt erfahren? Und nebenbei auch noch eine der wichtigsten Kulturtechniken überhaupt, das Lesen nämlich, einüben? Mit Büchern, die spannend, interessant, unterhaltsam, witzig oder ernst den Horizont erweitern!

Seit 1988 gibt es dazu als Printversion und online eine Liste empfehlenswerter Bücher für alle Interessierten.

Mit der
Empfehlungsliste
und Bücherlisten zu bestimmten Themen versuchen wir, Lesematerial an die jugendlichen Leser zu bringen.

  • Chinesische Kinder- und Jugendliteratur »»
  • Dossier über Chinua Achebe, den Vater der modernen Literatur Afrikas, ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2002 »»

Zum Download finden Sie hier eine Liste der in Deutschland lebenden Autoren aus dem Süden im Bereich Kinder- und Jugendliteratur.

Ihre Ansprechpartnerin ist Eva Massingue
Tel.: 069-2102-113
E-Mail: massingue@book-fair.com


GUCK MAL -News


Die Gewinner des New Horizon Preises 2011 der Internationalen Kinderbuchmesse in Bologna stehen fest

1. Preis:

Lucrecia Zappi (Text)/ Maria Carolina Sampaio (Illustrationen)
Mil-Folhas – História ilustrada do doce
Verlag COSAC NAIFY – São Paulo, Brasilien

Die Jury spricht von einem “Empire of Signs”, einem Parforce-Ritt durch die Welt der Bilder, Karten, Zeitschriften, Filmplakate, Buchillustrationen und mehr, hier und dort, früher und heute. Ein Konglomerat zum Entdecken und Schmökern.

Lobende Erwähnung:

E.T.A Hoffman (Text)/ Daniel Bueno (Illustrationen)
A janela de esquina do meu primo
Verlag COSAC NAIFY – São Paulo, Brasilien

Chiara Carrer
Un día
Verlag PETRA EDICIONES – Zapopan, Mexiko

Hier (auf Englisch) mehr zu den Preisträgern


Das N-Wort und andere Sprachregelungen

Das N-Wort und seine Tücken: Vor Jahren zogen Anti-Rassismus-Aktivisten durch deutsche Bäckereien und wiesen das Personal auf die rassistischen Bezeichnungen „Negerkuss“ und „Mohrenkopf“ hin, heute merzt der amerikanische Verlag New South Books in seiner Neuauflage von Mark Twains Jugendbuchklassiker „Tom Sawyer and Huckleberry Finn“ die mittlerweile als untragbar angesehenen Bezeichnungen „Nigger Jim“ und „Injun“ aus. Darf man einen literarischen Text so verändern? Einerseits kann man das N-Wort heute einfach nicht mehr lesen, ohne zu stocken, der Lesefluss ist abgebremst, falsche Assoziationen entstehen – andererseits öffnet so eine Korrektur auch die Tür für allerlei andere Eingriffe, so wird etwa „Sonntagskleid“  bei Gottfried Keller zu „Sonntagsanzug“.

Oetinger hat 2009 in der Neuauflage der vielgeliebten Pippi Langstrumpf-Bücher Pippis Vater zum Südseekönig gemacht (statt zum Negerkönig) und jetzt spricht er die Taka-Tuka-Sprache. 2009 führten diesen behutsamen Änderungen nicht zum Sturm im Wasserglas, Änderungen bei Astrid Lindgren also ja, bei Mark Twain nein? In der neuesten deutschen Ausgabe von Huckleberry Finn bei Hanser (2010) bleibt der Nigger ein Nigger, Korrekturen, die das Original verfälschen, seien indiskutabel, sagt der Lektor. Aber wird nicht jede Neuübersetzung eines fremdsprachigen Buches an die Sprache der Zeit angepasst? Werden eben gerade aus diesem Grund nicht Neuübersetzungen angefertigt? Um auch neues Wissen einfließen zu lassen? Heißt nicht Dostojewskis Klassiker „Schuld und Sühne“ in der Neuübersetzung von Swetlana Geier „Verbrechen und Strafe“? Wird nicht einhellig diese Neuübersetzung als Meilenstein gefeiert? Es wird meiner Meinung nach Zeit, das leidige N-Wort ganz auszumerzen, es ist nicht mehr zeitgemäß, manche Entwicklungen gehen auch in die richtige Richtung.