A. S. Laksana

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Treffen Sie A. S. Laksana im Rahmen der Buchmesse

“The Spoken Word” – Lesung / Performance
14. Oktober 16:00 bis 16:45 Uhr im Indonesien-Pavillon, Messegelände
Details

Gespräch mit den deutschen Autoren Andreas Stichmann und Ulla Lenze
16. Oktober 19:30 in der Buchhandlung Weltenleser, Frankfurt.
Wegen des großen Interesses ist eine Anmeldung erforderlich unter:
Tel.: 069/91 507 210
oder: info@weltenleser.de.

Deutsche Übersetzungen

Im Rahmen der Buchmesse hat die Lontar Foundation ein umfangreiches und ambitioniertes Übersetzungsprojekt indonesischer Texte ins Leben gerufen. Unter dem neu gegründeten Imprint btw erscheinen englische und deutsche Übersetzungen indonesischer Werke, um diese einem internationalen Publikum zugänglich zu machen.
Im Rahmen dieses Projekts wurden auch einige Kurzgeschichten von A.S. Laksana ins Deutsche und Englische übertragen: How to Find True Love & Other Stories.

Über den Autor

A.S. Laksana wurde 1968 in Semarang, Zentraljava, geboren. Er hat ein Studium der Kommunikationswissenschaften an der Gadjah Mada Universität in Jogjakarta abgeschlossen. Derzeit unterrichtet er „Kreatives Schreiben“ und schreibt eine Kolumne für die Jawa Pos, die jeden Sonntag unter dem Titel “White Space” (Ruang Putih) erscheint.
Seine beiden Kurzgeschichtensammlungen Wandering Angel (2004) und Murjangkung, Puppy Love and Ghosts (2013) wurden vom Tempo Magazin jeweils als bestes literarisches Werk des Jahres ausgezeichnet.

Einordnung: Der Autor A.S. Laksana und sein Werk

Die Werke von A.S. Laksana weisen prägnante postmoderne und metafiktionale Qualitäten auf: Literatur und Geschichtenerzählen als ein Akt des Lügens – im impliziten als auch expliziten Sinne. In seinen Geschichten, die als Porträt der Realität angelegt sind (etwa über eine Familie auf Java), ist der aktive Leser daher auch immer dazu angehalten, diese Realität zu hinterfragen. Dabei parodiert der Autor sowohl den Literaturkanon des Realismus, der zu viel Hoffnung in die sozialen Qualitäten der Menschheit setze, als auch die Literatur des Absurden und deren Betonung der menschlichen Isolation.

Seine Figuren und Protagonisten spiegeln diese „Kunst des Lügens“ wider: Murjangkung, der Kommandeur einer Armee von “Giganten mit babygleicher Haut” ist eine extreme Parodie von Jan Pieterszoon Coen, dem Gouverneur der Ostindien-Kompanie im 17. Jahrhundert und Gründer Batavias (heutiges Jakarta). Oder aber: der Geschichtenerzähler, der sich selbst als Nachrichtenüberbringer von Kublai Khan an das Königreich Singosari aus dem 13. Jahrhundert sieht; der Magier, der sich in jemanden verwandelt, der den Regen kontrollieren kann, um damit einem Mädchen zu imponieren; der junge Mann, der die Fähigkeiten seines Vaters zum Geschichtenerzählen erbt, nur um dann als Illustrator vor der Post zu arbeiten.

Die Geschichten von Laksana zeugen zweifelsohne von „schwarzem Humor“, der anthropologisch zu verstehen ist. So beispielsweise bei dem Kind, das von seinem älteren Bruder als „Wasserbüffel“ bezeichnet wird. Wasserbüffel gelten als dumm: Es heißt ihr Gehirn werde zusammen mit der Plazenta bei der Geburt begraben. Die Stadt Semarang wird nicht nur während der Regensaison überflutet, sondern ist auch sonst von der Farbe gelb überschwemmt – immerhin der Farbe, die mit dem Militärregime der Ära der „Neuen Ordnung“ in Verbindung gebracht wird.

Die sozial-politisch konnotierten Kommentare erscheinen sehr stark, gerade wegen der leichten, beiläufigen Art, mit der sie vermittelt werden. Es ist eine Art Abschweifen des Autors. Laksanas Geschichten bestechen durch ihren durchkomponierten Aufbau, der den fiktionalen Charakter der Literatur bloßlegt.