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Weltempfänger - LITPROM

Die sieben besten Winterbücher

Auf Platz 1 verblüfft die junge Autorin Amanda Lee Koe aus Singapur (CulturBooks) in dem Band Ministerium für öffentliche Erregung mit ihren lebensklugen und coolen Erzählungen über Liebe, Herz, Schmerz und Tod. Auf Platz 2 überrascht Omar Shahid Hamid aus Pakistan in Der Gefangene (Draupadi) mit einem temporeichen Krimi-Debüt aus der 24-Millionen-Stadt Karatschi. Auf Platz 3 malt Lyonel Trouillot aus Haiti ein schonungslos böses und gleichzeitig differenziertes Bild seines gebeutelten Landes mit dem Roman Yanvalou für Charlie.Auf Platz 4 gibt es eine gezeichnete Familiengeschichte im Comic Piano Oriental (Avant) der Libanesin Zeina Abirached. Auf Platz 5 reist Eduardo Halfon aus Guatemala/USA in seinem Roman (oder sind es doch „nur“ Geschichten?) Signor Hoffmann (Hanser) durch die halbe Welt, auf der Suche nach – Identität? Auf Platz 6 lässt Aravand Adiga aus Indien einen Jungen aus dem Slum als Cricket-Talent zum Golden Boy (C.H. Beck) aufsteigen. Auf Platz 7 lässt der Iraner Abbas Maroufi im Roman Fereydun hatte drei Söhne (Edition Büchergilde) Erinnerungen an die Zeit zwischen Schah-Regime und der Islamischen Revolution hochkommen.

Weltempfänger Nr. 33 zum Download

Passend dazu werden Lesungen auf Bayern 2 gesendet, Cornelia Zetzsche ist im Gespräch mit Aravind Adiga und Amanda Lee Koe. Je am 04.12.2016 und 11.12.2016.

1. Amanda Lee Koe. Ministerium für öffentliche Erregung [Singapur] *

Erzählungen. Aus dem Englischen von Zoë Beck. CulturBooks, 240 Seiten

Vierzehn Erzählungen, die es in sich haben: In ihnen erzählt die erst 29-jährige Autorin Amanda Lee Koe von verpasstem Leben und nicht gelebter Liebe, aber auch vom kolonialen Erbe im Vielvölkerstaat Singapur. Melancholische Geschichten, die an die Schmerzgrenze gehen und die trotzdem cool klingen. (Katharina Borchardt)

»Der vielleicht aufregendste Debut-Erzählband einer singapurischen Autorin. Die kaleidoskophafte Bandbreite der Themen, die Lebendigkeit der Figuren, offenbart ein tiefes emotionales und psychologisches Verständnis. Die Autorin präsentiert sich als herausragend kompetente, lyrische Erzählerin.« (Quarterly Literary Review Singapore)

Koe schreibt über Außenseiter und Querköpfe, über verlorene Individuen, die sich durch eine in Schieflage geratene Welt bewegen. Zeitgemäß, einfallsreich, atemberaubend. Es geht um Leidenschaften, Abhängigkeiten, Identität, Sex und (verlorene) Liebe. (Jan Karsten)

2. Omar Shahid Hamid. Der Gefangene [Pakistan] **

Kriminalroman. Aus dem Englischen von Rebecca Hirsch. Draupadi, 318 Seiten

Karatschi, Dezember 2006: Ein amerikanischer Journalist ist entführt worden. Ausgerechnet Akbar Khan – einst ranghoher Polizist, nun Insasse im Zentralgefängnis von Karatschi – soll helfen, ihn zu finden. Ein temporeicher Krimi über ein politisches System, in dem Staat und Verbrechen Hand in Hand gehen. (Claudia Kramatschek)

Omar Shahid Hamid verschlüsselt, um zu entschlüsseln, denn die Anspielungen auf die pakistanische Realität sind grundlegend für seinen Roman. So verweist die Entführungsgeschichte des Gefangenen auf die tatsächliche Entführung des Wall-Street-Journal-Journalisten Daniel Pearl im Jahr 2002. (Franz Schneider, Rhein-Neckar-Zeitung)

3. Lyonel Trouillot. Yanvalou für Charlie [Haiti] **

Roman. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer und Claudia Steinitz. Liebeskind, 176 Seiten

Haiti, Land der schärfsten Gegensätze. Einer will nach oben, ein anderer erinnert ihn an seine Wurzeln. Stadt, Land, Reiche, Arme, Gewinner, Verlierer – ist die Welt wirklich so einfach? Literatur schafft Differenzierung. Radikal, böse, kämpferisch, hochauflösend. Ein virtuoser Roman ohne Scheuklappen. (Thomas Wörtche)

Wie es ihm gelingt, in wenigen Sätzen das trostlose Drama seines geschundenen Landes einzufangen, in einprägsamen Bildern die Schönheit und Würde der armen Menschen zu zeigen, das ist großartige Literatur. Atemlos liest man diese Geschichte, die aus vier Perspektiven erzählt wird, so dass der Leser unterschiedliche Facetten kennenlernt. (Michi Strausfeld, literaturkritik.de)

4. Zeina Abirached. Piano Oriental [Libanon]*

Comic. Aus dem Französischen von Annika Wisniewski. Avant-Verlag, 212 Seiten

Eine Graphic Novel aus dem alten Beirut, westliches Klavierspiel trifft auf die Viertelton-Tradition orientalischer Musik. Toll gezeichnet und vor dem Hintergrund der eigenen Biografie und Familiengeschichte spannend erzählt. Mittendrin in den heutigen Identitätsdiskursen – ohne selber dabei identitär zu wirken. (Andreas Fanizadeh)

Westliche Instrumente und orientalische Musik: passt nicht? Zeina Abirached erzählt in „Piano Oriental“ vom Erfindergeist ihres Urgroßvaters Abdallah Kamanja. (Benno Schirrmeister von der taz im Interview mit Zeina Abirached)

5. Aravind Adiga. Golden Boy [Indien]

Roman. Aus dem Englischen von Claudia Wenner. C.H. Beck, 335 Seiten

Manju, ein Junge aus dem Slum, wird als Cricket-Talent zum Goldjungen. Cricket ist wie Fußball: Religion und Obsession, Aufstiegschance für Underdogs und Investment für Millionäre. Aber Adigas zauberhafte Figuren sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, vielmehr unvergessliche Glückssucher in Mega-Mumbai. (Cornelia Zetzsche)

Die Vielfalt des Personals erinnert an den „Letzten Mann im Turm“. Die Menschen selbst sind Spielbälle der Zustände, der äußeren wie inneren. Adiga inszeniert ein Stimmengewirr und ist ihm sprachlich gewachsen. Ebenso seine Übersetzerin Claudia Wenner, die Satire, Ironie und alle locker untergemischten Spielformen (TV-Interview mit Werbeeinlage) mitmacht. (Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau)

6. Eduardo Halfon. Signor Hoffman [Guatemala]

Roman. Aus dem Spanischen von Luis Ruby. Hanser, 192 Seiten

Der Schriftsteller Eduardo trifft auf Reisen u.a. durch Guatemala, Israel und Polen immer wieder auf dieselbe Frage: Wer bin ich, woher komme ich? Er lehnt die Festlegung auf seine jüdische Identität ab, zieht das Spiel mit der Verstellung vor, durch das sein Großvater Auschwitz überlebte. Witzig, traurig, dicht verwoben. (Ruthard Stäblein)

7. Abbas Maroufi. Fereydun hatte drei Söhne [Iran]

Roman. Aus dem Persischen von Susanne Baghestani. Edition Büchergilde, 298 Seiten

Madjid, ein schwer traumatisierter Exilant aus Iran, öffnet seine „Ruhmesschatulle“, und mit den Fotos bedrängen ihn Erinnerungen an seine Familie zwischen dem Schah-Regime und der Islamischen Revolution. Virtuos changieren Zeiten und Orte in diesem atemberaubend bildstarken Roman von Exil und Entwurzelung. (Cornelia Zetzsche)

Maroufis neuer Roman ist ein beeindruckend dichtes Panorama einer Teheraner Familie, die in den Wirren der Übergangszeit zwischen Schah-Diktatur und islamischer Revolution zerbricht […] Ein Lob gebührt der Übersetzerin Susanne Baghestani, die dem komplexen Schreibstil und der großen Wortgewandtheit Maroufis auf bewundernswerte Weise gerecht wird. Die Ruhelosigkeit des Entwurzelten, die Synchronizität der verschiedenen Lebensstationen, die sich im ständigen Hin und Her seiner Gedanken spiegelt, lässt auch den deutschen Text vibrieren und verleiht ihm einen selten so erlebten artistischen Klang. Ein packendes Leseabenteuer! (Volker Kaminski, Qantara.de)


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