Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /kunden/litprom.de/webseiten/de.litprom.2013/redaxo/include/classes/class.rex_article_base.inc.php(388) : eval()'d code on line 6
Vorschau Jahresprogramm 2015 - Jahresprogramm 2015 - Der Andere Literaturklub - Projekte - LITPROM

Die Bücher 2015

Lee Sung-U [Südkorea]: “Das verborgene Leben der Pflanzen”

Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
Unionsverlag, 224 Seiten

Der Autor wurde 1959 in einem kleinen Küstenort in Südkorea geboren. Er studierte Theologie und lehrt neben seiner Arbeit als Schriftsteller Koreanische Literatur an der Universität von Chosun. Er schrieb zahlreiche Erzählbände und Romane, die mehrfach ausgezeichnet wurden.

Der Privatdetektiv Ki-Hyeon bekommt den Auftrag, eine Frau zu beschatten. Der Kunde bleibt anonym, und als er die Frau zu Gesicht bekommt, schreckt er zurück: Es ist seine Mutter. Soll er den Auftrag annehmen? Schicht um Schicht taucht er ein in Geheimnisse. War es wirklich ein Unfall, dass sein Bruder, ein talentierter Fotograf, in der Armee beide Beine verlor? Warum ist das Mädchen verschwunden, das vor dem Unfall des Bruders große Liebe war? Und wer ist der große Unbekannte, der im Leben der Mutter auftaucht, als gehöre er mit zur Familie? Was weiß der Vater, der fast wortlos seine Rolle in diesem beklemmenden Familienverbund spielt?
Dieser kunstvoll komponierte Roman legt eine dramatische Familiengeschichte frei, in der zum Schluss die Liebe über Schuld, Beklemmung und Schweigen siegt.


© Pedro Ruiz

Gary Victor [Haiti]: “Schweinezeiten”

(Saison de porcs)
Aus dem Französischen von Peter Trier
Litradukt, 130 Seiten

Der Autor wurde 1958 in Port-au-Prince geboren. Der studierte Agronom gehört zu den meistgelesenen Schriftstellern Haitis. In seinen Romanen, Erzählungen und Theaterstücken verbindet sich beißende Sozialkritik mit schwarzem Humor und überbordender Phantasie.

Ein drückend heißer Sommer in Haiti. Inspektor Dieuswalwe Azémar hält sich für eine gescheiterte Existenz. Da er sich der allgemeinen Korruption verweigert, wird er sein Leben lang als Versager gelten, dem nur die Flucht in den Alkohol bleibt. Als das Leben seiner Tochter in Gefahr gerät, findet er seine Reflexe als Elitepolizist wieder und zieht, bewaffnet mit seiner Beretta und viel Zuckerrohrschnaps, in den Krieg gegen Bestechung und okkulte Machenschaften. Was verbirgt sich hinter der „Kirche vom Blut der Apostel“? Was hat das mit dem Traum seiner Tochter zu tun? Und was ist das für eine seltsame Verwandlung, die mit seinem ehemaligen Assistenten vor sich geht? Ein Voodookrimi mit all den Zutaten, die Inspektor Azémar in Haiti zu einer Kultfigur machen, je unwirklicher, desto realistischer.

Am 26.07.2015 schrieb Maja Petzold auf seniorweb.ch eine Besprechung zu
Schweinezeiten: “Drogen- und Organhandel, Bestechung, Mord, Voodoo. Der haitianische Schriftsteller Gary Victor mixt daraus einen turbulenten Kriminalroman.” Rezension lesen


Madeleine Thien
Madeleine Thien© Carolin Seeliger

Madeleine Thien [Kanada / Malaysia / China]: “Flüchtige Seelen”

(Dogs at the Perimeter)
Aus dem Englischen von Almuth Carstens
Luchterhand Literaturverlag, 256 Seiten

Die Autorin wurde 1974 in Vancouver geboren. Ihre Eltern stammen aus Malaysia und China und emigrierten in den 1960er Jahren nach Kanada. Thien studierte Tanz und wechselte 1994 über zur Literatur. Einfache Rezepte, eine Sammlung von Kurzgeschichten, wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Ihr Debütroman “Jene Sehnsucht nach Gewissheit” wurde in sechzehn Sprachen übersetzt.

In Flüchtige Seelen folgt Madeleine Thien den Erinnerungen, Verletzungen und Träumen ihrer Figuren aus dem Kanada der Gegenwart in den Dschungel Kambodschas in den siebziger Jahren, als die Roten Khmer mit brutalem Terror und der Ermordung von Millionen von Menschen eine neue Gesellschaftsordnung errichten wollten. Der Roman befasst sich mit der Wahrheitsfindung einer kanadischen Forscherin, deren Familie unter der Herrschaft des Roten-Khmer-Regimes auseinandergerissen wurde und die, auf der Suche nach ihrem verschwundenen Freund und Mentor, allmählich auch die Schicksale weiterer Opfer beleuchtet. Mit klarer, sanfter Sprache erzählt sie von Verlust und der Wiedergewinnung der Menschlichkeit.

Madeleine Thien war im Januar 2015 anlässlich der Literaturtage Südostasien zu Gast in Frankfurt.

Auf seniorweb.de schreibt Maja Petzold in ihrer Rezension: “Die Autorin erzählt eindringlich, in sparsamen Worten, weder oberflächlich noch sentimental.”


Lola Shoneyin
Lola Shoneyin © Habie Schwarz

Lola Shoneyin [Nigeria]: “Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi”

(The Secret Lives of Baba Segi’s Wives)
Aus dem Englischen von Susann Urban
Edition Büchergilde, 288 Seiten

Die Autorin wurde 1974 in Ibadan geboren. Nach langen Jahren im Lehrberuf lebt Shoneyin heute in Lagos und organisiert das Aké Arts and Book Festival. Ihr Werk beinhaltet auch Gedichtbände und Kinderbücher. Ihr erster Roman The Secret Lives of Baba Segi’s Wives (2010) wurde mehrfach ausgezeichnet.

In Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi gerät eine wohlhabende Familie in eine Krise, als der Patriarch Baba die junge und gute ausgebildete Bolanle als vierte Frau in seine polygame Ehe bringt.
Von Außen scheint es, als würde das Leben der Frauen um Baba Segi harmonisch verlaufen, aber unter der Oberfläche brodelt es. Die Frauen müssen nicht nur ihre Position mit allen Mitteln verteidigen, sondern auch noch darauf achten, dass es der Ehemann nicht bemerkt. Denn eine streitsüchtige Ehefrau fällt in Ungnade. Shoneyin verfügt über eine ungewöhnliche Sprache, ihre Wurzeln liegen in der Dichtung. Klug und humorvoll verflicht sie die Stimmen der Frauen, des Ehemanns und des Erzählers miteinander.

Afrikaexperte Manfred Loimeier schwärmt auf SWR2 von den Qualitäten des Romans. Wie ein Puzzle unterlaufe er Stück für Stück die rigiden Gesellschaftsstrukturen und Rollenmodelle der nigerianischen Gesellschaft und sei somit ein Zeugnis des neuen weiblichen Selbstbewusstseins in der afrikanischen Gegenwartsliteratur.
Maja Petzold bespricht das Buch auf SenoirWeb.ch