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VICE VERSA: Deutsch-Arabische Übersetzerwerkstatt im Literaturhaus München

Der Dialog geht weiter. Die Deutsch-Arabische Übersetzerwerkstatt führt ein höchst anregendes Treffen aus dem Jahr 2017 fort, ist aber auch offen für neue Teilnehmer*innen. Eingeladen zur Bewerbung sind alle, die bereits literarische Veröffentlichungen nachweisen können. Das Seminar bietet Raum für eigene Übersetzungen und mehr: Es geht um generelle Fragen der Übersetzungskunst, der Übersetzungskritik und der Vernetzung arabischer und deutschsprachiger Übersetzer*innen mit aktuellen politisch-literarischen Projekten wie »Weiter schreiben«.

Seminarleitung: Leila Chammaa & Hebatallah Fathy

Dauer: FREITAG,11.5., 15 Uhr bis DIENSTAG, 15.5.2018,15 Uhr

Ort: Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München

Bewerbungsschluss und alle weiteren Daten auf der Website des Literaturhauses München


Sprache ohne jeden Umweg

Der kenianische Schriftsteller Ngugi wa Thiong'o ist 80 Jahre alt geworden

Januar 2018

»Als „Abschied von der Nacht“ 1964 erschien, hatte es sein damals sechsundzwanzigjähriger Autor trotz allem auf die Universität im ugandischen Kampala geschafft. Er schrieb auf Englisch und nannte sich James Ngugi, erst später nahm er den Namen Ngugi wa Thiong’o an und verfasste seine Romane von 1978 an in der Sprache seines Volks, der Kikuyu, in der festen und nachvollziehbaren Überzeugung, dass nichts einer Kultur so gefährlich ist wie der Verlust ihres Idioms. Er wurde wegen eines Theaterstücks in seiner Heimat ohne Prozess inhaftiert und gefoltert – davon erzählt etwa sein Gefängnistagebuch, das unter dem deutschen Titel „Kaltgestellt“ erschienen ist. Er fand in England Asyl, wurde mit Romanen wie „Der gekreuzigte Teufel“ oder den Memoirenbänden „Träume in Zeiten des Krieges“ und „Im Haus des Hüters“ weltweit bekannt und gilt seit einigen Jahren als aussichtsreicher Kandidat für den Literaturnobelpreis«, schreibt Tilman Speckelsen für die FAZ.

Bereits zwei Mal stand der Autor auf dem Weltempfänger, wir begleiten und fördern sein Werk schon lange und gratulieren ihm herzlich zu seinem 80. Geburtstag.

Für all jene, die mehr von Ngugi wa Thiong'o lesen möchten: in unserem Onlineportal Quellen finden sich alle deutschen Übersetzungen des Schriftstellers.


Heinrich-Böll-Preis für Ilija Trojanow

27.11.2017

"Sowohl die apolitische als auch die Politik-in-allen-Gassen-Haltung sind engstirnig. Literatur ist die Weite der Phantasie. Und somit ein Korrektiv zur Politik. Literatur ist die Vielfalt der Sprache. Und somit ein Korrektiv zur Politik. Literatur ist die Entfaltung eines eigenen Diskurses gegen die allgegenwärtigen Sonderangebote der Zeit. Ob Autoren die Absicht hegen, die Welt zu verbessern oder diesem unwürdigen Evolutionswitz namens Mensch einen Zerrspiegel vorzuhalten, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle." Trojanow in seiner Dankesrede, weiterlesen auf www.faz.net.

Ilija Trojanow, Autor und Vorsitzender der Weltempfänger-Jury, hat am vergangenen Wochenende den Heinrich-Böll-Preis erhalten. Diese mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre durch die Stadt Köln verliehen. Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt, begründete diese Entscheidung mit Trojanows herausragender Bearbeitung politischer Themen "auf ästhetische Weise". Damit setze er das politische Engagement Heinrich Bölls konsequent literarisch um. Trojanow ist gebürtiger Bulgare. Nach seiner Flucht nach Deutschland wuchs er in Kenia auf und lebte dann unter anderem in Mumbai und Kapstadt. Seit 2007 lebt er in Wien. Weiterlesen auf www.deutschlandfunk.de.



DSC-Prize in South Asian Literature für Anuk Arudpragasam

22.11.2017

Der DSC-Prize in South Asian Literature geht in diesem Jahr an den sri-lankischen Autor Anuk Arudpragasam mit seinem Debütroman »The Story of a brief Marriage« (dt. »Die Geschichte einer kurzen Ehe«, Hanser 2017). Der mit 25.000 US-Dollar dotierte und von der DSC-Company verliehene Preis wurde Arudpragasam am 18. November im Rahmen des dreitägigen Dhaka Literature Festival verliehen. 

Der Roman hatte sich, so die Jury, gegen zahlreiche sehr starke Werke auf der Shortlist durchgesetzt und handelt von einem Jungen namens Dinesh, welcher aus der Tamil-Minderheit Sri-Lankas kommt und vor der Gewalt des Bürgerkrieges fliegen will. »The novel is impressive for its intensity and rich detail, and for exploring the tragic heart of war with such quiet eloquence. It is also a testament to the redemptive power of love, and to the human spirit’s capacity for hope«, so beschreibt es Ritu Menon, Jurorin des DSC-Prize. 

Anuk Arudpragasam wurde 1988 in Colombo, Sri-Lanka geboren. Dort lebt er noch heute. Weiterlesen auf publishingperspectives.com.

»Die Geschichte einer kurzen Ehe« ist einer der vier ausgewählten Titel im Programm des Anderen Literaturklubs 2018 und stand im Herbst 2017 auf der Litprom-Bestenliste Weltempfänger auf Platz 2.


Kooperation mit Mein-Literaturkreis.de

Mein-Literaturkreis.de ist eine Communityplattform für Lese- und Literaturkreise, mit der Litprom seit April kooperiert. Es lohnt sich sehr, mal hineinzuschnuppern.

Mein-Literaturkreis.de ist die Online-Plattform für Lese- und
Literaturkreise im deutschsprachigen Raum. Sie bringt Menschen zusammen,
die gerne lesen und über Bücher diskutieren. Mein-Literaturkreis.de
stellt Bücher vor, die sich besonders gut für eine Diskussion in der
Gruppe eignen.

Mein-Literaturkreis.de ist auch eine Ratgeber-Plattform mit vielen Tipps
zur Gründung und Organisation von Literaturkreisen sowie exklusiven
Downloads. Geliefert werden darüberhinaus Informationen über
Literatursendungen, Literaturpreise und -festivals; regelmäßige Specials
geben einen Überblick über Literaturthemen.

Immer wieder haben das Team von Mein-Literaturkreis.de Anfragen von Lesekreisen erreicht, die auf der Suche nach Büchern abseits europäischer oder amerikanischer Literatur sind. Daher liefert Litprom Buchtipps aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt. In der ersten Runde steht Literatur aus Asien im Fokus.

Außerdem gibt es zum Auftakt der Kooperation eine Verlosung für Literaturkreise. Zu gewinnen sind 2 Mitgliedschaften im Anderen Literaturklub und ein Buchpaket mit Literatur aus dem asiatischen Raum.

Mehr zu der Zusammenarbeit und dem Gewinnspiel finden Sie auch auf den Seiten von Mein-Literaturkreis.de.