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Preis für Bachtyar Ali

Der irakisch-kurdische Autor Bachtyar Ali wird in diesem Jahr den Nelly-Sachs-Preis, Literaturpreis der Stadt Dortmund, erhalten.

Die Entscheidung über die Vergabe des mit 15.000 Euro dotierten Preises fiel am 6.9.2017 in der Jury-Sitzung. Mit Bachtyar Ali wird ein Schriftsteller ausgezeichnet, der zu den bedeutenden Autoren der islamischen Welt zählt und dessen Werk im Westen noch weitgehend unentdeckt ist. Er schreibt auf Sorani, der südöstlichen Variante des Kurdischen. Aus seinem umfangreichen Werk sind erst zwei Romane in deutscher Sprache erschienen, die begeistert von der Kritik aufgenommen wurden. »Die Stadt der weißen Musiker« und »Der letzte Granatapfel«, erschienen im Unionsverlag, erinnern an die große orientalische Erzähltradition und schildern auf hochpoetische Weise eine unbekannte Welt: Das Schicksal der irakischen Kurden – brutal verfolgt und in inneren Auseinandersetzungen zerrissen. »Angesichts von Erfahrungen genozider Gewalt, Kriegen und Flucht ist Bachtyar Alis Werk ein Manifest des Lebenswillens und der Poesie. Unter Rückgriff auf die Mythen und die Spiritualität des Orients sowie getragen von hohem moralischem Anspruch und großem Engagement bricht der Autor eine Lanze für die Menschlichkeit«, so Jury-Mitglied und Schriftsteller Stefan Weidner. Weiterlesen auf focus.de

Bachtyar Ali hatte im Herbst 2016 mit seinem Roman »Der letzte Granatapfel« Platz 1 der Litprom-Bestenliste Weltempfänger belegt.

Dieses Jahr ist »Der letzte Granatapfel« ein Titel im Jahresprogramm des Anderen Literaturklubs.

Litprom freut sich sehr für diesen sehr geschätzten Autor und seinen Verlag.


Litprom verabschiedet sich von Egon Ammann

Ein Nachruf von Peter Ripken

Der bedeutende Schweizer Verleger Egon Ammann ist am 9. August im Alter von 75 Jahren in Berlin gestorben. Ein Nachruf von Peter Ripken, den Egon Ammann oft in Frankfurt bei Litprom besuchte, um ihm ambitionierte Projekten zu präsentieren.

Verleger sollten wohl mindestens zwei Eigenschaften haben: Neugier (oder literarisches Gespür) und Begeisterungsfähigkeit. Diese Talente hatte Egon Ammann im Übermaß; seine Entdeckungslust ging von seinem ersten Autor Thomas Hürlimann nach der Gründung des Ammann Verlags 1981 weit in die Welt hinaus, nach Afrika und Lateinamerika, in viele europäische Länder, aber auch zurück in die Literaturgeschichte. So ließ er von der begnadeten Übersetzerin Svetlana Geier Werke von Fjodor Dostojewski neu übersetzen, verlegte große Werkausgaben von Fernando Pessoa, Ossip Mandelstamm und Ralph Ellison.

Neun Werke hat er von 1996 an von Wole Soyinka veröffentlicht, vier von der Kubanerin Zoé Valdés, die für ihren bei ihm erschienenen Erstling »Das tägliche Nichts« (1996) den LiBeraturpreis 1997 erhielt. 

Rund 900 Werke hat der Ammann Verlag – geleitet von Egon Ammann und seiner Frau Marie-Luise Flammersfeld – von 1981 bis 2010 veröffentlicht. Denn aus der Einsicht, dass er keinen Nachfolger finden konnte, der mit diesem Maß an Neugier, Weltoffenheit und Enthusiasmus ans Werk gehen würde, zog Egon Ammann die Konsequenz, den Verlag zu schließen. Dass der Ammann Verlag indes immer etwas Besonderes war – viele der Autoren des Verlages sind heute bei anderen, und guten, Verlagen untergekommen – zeigt sich auch daran, dass die Bücher, die in den 29 Jahren seiner Existenz erschienen, heute noch auf der Website des Verlags als ein spannender Katalog der Weltliteratur nachzuschlagen sind: www.ammannverlag.ch

Dass im übrigen Begeisterungsfähigkeit auch an Grenzen (ökonomischer Realität?) stoßen konnte, mögen zwei Beispiele zeigen, bei denen Egon Ammann nach großem Engagement für einen ersten Titel bald den Autor/die Autorin nicht mehr weiterführte. Er hatte Nuruddin Farah durch Zufall auf einem Flughafen kennengelernt (er kannte ihn nur von seinen Werken und einem Foto her), was er als gutes Omen wertete; er verlegte 1992 den Roman »Maps« und gab den Autor bald an Suhrkamp ab, dem Verlag, dem er eng verbunden war. Ähnlich war es 1996 mit Teresa Ruiz Rosas »Der Kopist«, was bei Amman das einzige Buch der in Deutschland lebenden peruanischen Autorin blieb.

Neben seinen unzweifelhaft singulären Talenten als Verleger mit Spürnase und Bereitschaft zum Risiko hat Egon Ammann den Verlag die 29 Jahre aber auch vor allem deswegen so einigermaßen ökonomisch über die Runden bringen können, weil er immer wieder Freunde und Förderer überzeugen konnte. Seine Begeisterungsfähigkeit war ansteckend, was den Verlag – der nie zu den wirtschaftlich Erfolgreichen gehörte – zu einer der wichtigsten Adressen der modernen Weltliteratur gemacht hat, von dem noch heute viele Literaturbegeisterte schwärmen.


Wir gratulieren: Emily Nasrallah erhält die Goethe-Medaille 2017

Die Goethe-Medaille 2017 geht unter anderem an die libanesische Schriftstellerin Emily Nasrallah. Sie gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen der arabischen Welt.

Im Zentrum ihrer Texte stehen das Dorfleben im Libanon, Emanzipationsbestrebungen der Frauen, Identitätsfragen im libanesischen Bürgerkrieg und die Migration. Ihr Roman »Septembervögel« (Lenos 2003; übers. von Veronika Theis) gilt heute als Klassiker der arabischen Literatur.


Kooperation mit Mein-Literaturkreis.de

Mein-Literaturkreis.de ist eine Communityplattform für Lese- und Literaturkreise, mit der Litprom seit April kooperiert. Es lohnt sich sehr, mal hineinzuschnuppern.

Mein-Literaturkreis.de ist die Online-Plattform für Lese- und
Literaturkreise im deutschsprachigen Raum. Sie bringt Menschen zusammen,
die gerne lesen und über Bücher diskutieren. Mein-Literaturkreis.de
stellt Bücher vor, die sich besonders gut für eine Diskussion in der
Gruppe eignen.

Mein-Literaturkreis.de ist auch eine Ratgeber-Plattform mit vielen Tipps
zur Gründung und Organisation von Literaturkreisen sowie exklusiven
Downloads. Geliefert werden darüberhinaus Informationen über
Literatursendungen, Literaturpreise und -festivals; regelmäßige Specials
geben einen Überblick über Literaturthemen.

Immer wieder haben das Team von Mein-Literaturkreis.de Anfragen von Lesekreisen erreicht, die auf der Suche nach Büchern abseits europäischer oder amerikanischer Literatur sind. Daher liefert Litprom Buchtipps aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Arabischen Welt. In der ersten Runde steht Literatur aus Asien im Fokus.

Außerdem gibt es zum Auftakt der Kooperation eine Verlosung für Literaturkreise. Zu gewinnen sind 2 Mitgliedschaften im Anderen Literaturklub und ein Buchpaket mit Literatur aus dem asiatischen Raum.

Mehr zu der Zusammenarbeit und dem Gewinnspiel finden Sie auch auf den Seiten von Mein-Literaturkreis.de.