Achim Stanislawski verrät

Mein Job bei Litprom: Ich unterstütze das Litprom-Team bei der Vermittlung koreanischer Literatur, schreibe Gutachten und kuratiere die Literaturtage 2016.

Meine „Lieblingstätigkeit“ bei Litprom … ist das Einlesen in ein Thema, wie zum Beispiel bei einer nun anlaufenden Kooperation mit Singapur. Wenn man nur sehr wenig über die Literatur eines Landes weiß und dann einen ganzen Bücherwald für sich entdecken kann.

Mein Top-Schmöker der Saison … ist eigentlich kein Schmöker für gemütliche Leseabende, sondern das Buch Kritik der schwarze Vernunft von Achille Mbembe. Ein Titel, der nicht von Ungefähr an Kants drei Kritiken erinnert und vielleicht demnächst als Ergänzung zu ihm gelesen werden muss.

Ich empfehle es … weil Mbembe die Weltgeschichte aus einer neuen Perspektive zeigt.

Ich habe es gelesen … weil ich schon immer gerade an den blinden Flecken der Aufklärung interessiert war. Nur wenn man weiß, woran eine großartige Idee krankt, kann man sie verbessern.

Zurzeit faszinieren mich … die Gedichte des Jazz-Meisters Sun Ra. Schon seit einiger Zeit versuche ich, an eine erschwingliche Ausgabe zu kommen. Sun Ra entwickelte noch vor Andy Warhol und David Bowie eine außerirdische Kunstfigur, um seinem Gefühl der allseitigen Entfremdung Ausdruck zu verleihen. Sein „Afrofuturismus“ war auch eine Antwort auf die Erfahrungen mit der rassischen Diskriminierung in den USA. So jemand wie er konnte nur von den Sternen stammen.

Wenn ich mal viel Zeit habe … lese ich alle Bücher von Thomas Pynchon noch einmal.

Ich lese niemals: Katzenkrimis; Ratgeber nach dem Schema „Männer machen nicht xy und Frauen können nicht xx“; Bücher mit Wolken auf dem Cover, die Liebesbotschaften formen.