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Jahresprogramm

NEUE BÜCHER! Das Programm 2010

Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches, spannendes, anderes Lesejahr! Der erste Titel unseres Jahresprogramms wird bereits verschickt.

Programm 2009 hier

Samson Kambalu [Malawi/Großbritannien]

© Niall McDiarmid

Jive Talker (Jive Talker)

Roman, aus dem Englischen von Marlies Ruβ (Unionsverlag, ca. 320 Seiten)

Ein Feature zum Roman können Sie bei Deutschlandradio Kultur hören »»

In einer Welt, wo man nicht gerade mit Goldlöffeln isst und wo hinter jeder Ecke Mambas und Malaria lauern, wird der kleine Samson zum Teenager, der Michael Jacksons Moonwalk perfekt imitiert, Nietzsche mit Vorliebe auf dem Klo liest und sich mit zwölf seine eigene Religion ausdenkt. Sein Vater, der Jive Talker, muss zwar den Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung als Hilfsarzt und eine immer größer werdende Familie eintauschen, aber seinem Sprössling impft er einen nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein. Jive Talker ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und einer großen Portion Humor bewältigt er Höhen und Tiefen und beschert uns einen rasanten autobiografischen Roman. Der Konzeptkünstler Kambalu lebt heute in London.

Zur Besprechung des Jive Talkers im Perlentaucher »»

© privat

Muhammad Al-Bissati [Ägypten]

Hunger (Ju’)

Roman, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich (Lenos Verlag, ca. 130 Seiten)

Wenn der Magen leer ist und lange leer bleibt, breitet sich diese Leere im ganzen Menschen aus. Sie bemächtigt sich des Gehirns und der Emotionen. Die Suche nach Nahrung wird zum Lebensinhalt; der Mangel zum Dauergedanken. Und der Hunger treibt zu anderen Fragen: existentiellen, politischen, theologischen. Er macht auch Klassenunterschiede sichtbar, die sich durch vereinzelte Aktionen der Nächstenliebe nicht übertünchen lassen.
Am Beispiel einer Familie aus einer ägyptischen Kleinstadt zeigt Hunger die täglichen Anstrengungen der Nahrungsbeschaffung und die Visionen, die über das tägliche Brot hinausgehen. Der Roman gibt einen Einblick in gesellschaftliche Gruppen, deren Stimmen in Zukunft unüberhörbar werden, steht doch der Hunger weit oben auf der Liste der ungelösten Probleme dieser Welt.
Muhammad Al-Bissati lebt in Kairo. Sein Werk umfasst elf Romane und acht Erzählsammlungen.

© Alejandra Lopes

Claudia Piñeiro [Argentinien]

Die Donnerstagswitwen (Las viudas de los jueves)

Roman, aus dem Spanischen von Peter Kultzen (Unionsverlag, ca. 320 Seiten)

50 Kilometer vor den Stadttoren von Buenos Aires lebt, von Kriminalität und Armut abgeschirmt, eine kleine Gemeinschaft, deren Sorgen sich scheinbar in der Sommerhitze und deren Folgen für den örtlichen Golfplatz erschöpfen. Hinter der Fassade jedoch schwelen Konflikte, die auch nicht vor Klassenschranken halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist. Zudem bekommt auch die Gated Community die Auswirkungen der Wirtschaftkrise zu spüren. Doch anstatt die Ärmel hochzukrempeln, gehen drei Familienväter einen anderen Weg, um ihren hohen Lebensstandard zu sichern … Ihre Leichen werden im Pool gefunden. Hätte Romina, die von ihrer Adoptivmutter wegen ihrer Hautfarbe schikaniert wird, nicht alles beobachtet, hätte niemand erfahren, was tatsächlich vorgefallen ist.
Claudia Piñeiro erhielt für Die Donnerstagswitwen 2005 den Premio Clarín; der Roman wurde in Argentinien vor kurzem verfilmt.

© Louis-Henry Mars

Kettly Mars (Haiti)

Fado (Fado)

Roman, aus dem Französischen von Antje Tennstedt (Litradukt Verlag, ca. 100 Seiten)

Fado in Port-au-Prince? Eigentlich ist dieser traurige und melancholische Gesang über unerfüllte Liebe und ungestillte Sehnsüchte in Portugal beheimatet. Hier gibt er den Grundton eines Romans an. Weltbekannt wurde er durch Diven wie Amália Rodrigues. Deren Liedern gibt sich Anaïse nach der Trennung von ihrem Mann völlig hin. Sie erfindet sich zudem eine neue Identität und wird zu Frida, einer Prostituierten in einem Bordell von Port-au-Prince. Dank Frida ergreift sie wieder Besitz von ihrem Körper und glaubt aufs Neue an die Liebe. Ein sinnlicher und ungewöhnlicher, interessant komponierter Roman, der sich an Leidenschaft und Begehren orientiert und im Rhythmus des Fado die Grenzen von Vernunft und Wahn, Leben und Tod verschwimmen lässt.
Kettly Mars, die eine aktive Rolle im Kulturleben Haitis spielt, ist durch ihre Lyrik bekannt geworden. Fado ist ihr dritter Roman.


Das Programm 2010 als pdf-Datei zum Download »»

Die Programme vergangener Jahre sind im Gesamtprogramm einsehbar. 

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