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Jahresprogramm

PROGRAMM 2012

Freuen Sie sich auf die neuen Bücher!

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Foto: Ulf Andersen

Abdellah Taïa [Marokko]

Der Tag des Königs (Le jour du roi)

Roman, aus dem Französischen von Andréas Riehle (Suhrkamp Verlag, ca. 200 Seiten)

An der Straße von Rabat nach Salé wartet eine Menschenmenge auf die Ankunft Hassans II., des Königs von Marokko. Mitten darin zwei Jungen. Khalid stammt aus einem herrschaftlichen Haus im reichsten Viertel der Stadt, Omar aus der armen Vorstadt. Dennoch sind sie unzertrennlich. Omar liebt Khalid, den feingliedrigen Jungen mit der zarten Haut und den überspannten Ideen. Und Khalid Omar, der mit seinen 14 Jahren schon die Verantwortung für seinen Vater trägt. Doch unter dieser Beziehung der beiden ungleichen Jungen lauern Abgründe. Und jetzt ist überdies Khalid ausgewählt, als reichster und bester Schüler der Klasse, dem König die Hand zu küssen. Er hat Omar nichts davon gesagt. Dieser Verrat lässt die Kluft zwischen beiden aufbrechen – und verlangt ein Opfer.
Lakonisch, dramatisch, mit kunstvoller Theatralik erzählt Abdellah Taïa, wie Liebe umschlägt in Gewalt unter einem von sozialer Ungleichheit und Tabus geprägten despotischen Regime.

Abdellah Taïa, 1973 in Rabat geboren, lebt seit 1999 in Paris. Mit seinen vielbeachteten Romanen Une mélancolie arabe, 2008, und L’armée du salut, 2006, und der Offenlegung seiner Homosexualität durchbrach er ein Tabu der arabischen Welt.

© Simon Westcott

Aminatta Forna [Sierra Leone / Großbritannien]

Ein Lied aus der Vergangenheit (The Memory of Love)

Roman, aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini (Deutsche Verlags-Anstalt, ca. 650 Seiten)

Westafrika: Der britische Psychologe Adrian Lockheart kämpft mit dem Staub und der Hitze Sierra Leones – und mit dem Schweigen eines Volkes, dem er helfen will, die Schrecken der Vergangenheit zu überwinden. Im Krankenhaus findet er unerwartete Freundschaft bei Kai, einem jungen Kollegen, und Elias, einem Patienten, der auf dem Sterbebett damit hadert, während des Krieges den Weg des geringsten Widerstands gegangen zu sein. Es kristallisiert sich heraus, dass die drei Männer durch mehr verbunden sind, als sie ahnen: durch die Liebe zu ein- und derselben Frau.
Ein bildkräftiges Epos voller Sprachmagie über gewöhnliche Menschen, die mit ungewöhnlichen Umständen kämpfen müssen; über Freundschaft, Träume und Verluste und über die Macht der Liebe. 

Aminatta Forna wurde in Glasgow geboren, wuchs in Sierra Leone auf und kehrte als Erwachsene nach Großbritannien zurück. Nach einer preisgekrönten Karriere als Journalistin für BBC Television arbeitet sie nun als freie Autorin in London. Ein Lied aus der Vergangenheit ist ihr zweiter Roman; er wurde u.a. mit dem Commonwealth Writer's Prize ausgezeichnet.

Foto: Jide Alakija

Helon Habila [Nigeria]

Öl auf Wasser (Oil on Water)

Roman, aus dem Englischen von Thomas Brückner (Verlag das Wunderhorn, Reihe AfrikAWunderhorn, ca. 240 Seiten)

Port Harcourt, Nigeria, im Delta des Niger. Eine Frau verschwindet. Dies wäre keine Nachricht in den Medien wert, handelte es sich nicht um eine Britin, die Ehefrau eines hochrangigen Mitarbeiters einer ausländischen Ölgesellschaft, die im Delta und vor der Küste nach Öl bohrt. Die Entführung ist offensichtlich das Werk einer Rebellengruppe, die gegen die Ölgesellschaften kämpft, die das Land ausbeuten und zerstören. Als eine Lösegeldforderung eingeht, wittert der junge Journalist Rufus die Chance zu einer großen Story und macht sich mit dem gealterten Starreporter Zaq auf die Suche nach der Entführten. Es wird eine Reise ins Delta des Nigers hinein, ins "Herz der Finsternis", in eine apokalyptische Welt.
Öl auf Wasser ist Bildungsroman und Umweltkrimi zugleich, Politthriller und anrührende Liebesgeschichte.

Helon Habila, 1967 in Nigeria geboren, studierte Literatur und lehrte an der Universität  bevor er nach Lagos ging, um dort als Journalist zu arbeiten. Für sein erstes literarisches Werk Waiting for an Angel, erhielt er den Caine Prize for African Writing und 2003 den Commonwealth Writers' Prize für die beste Erstveröffentlichung. Habila lehrt kreatives Schreiben und lebt in den USA und Nigeria.

Foto: Giangiacomo Feltrinelli Editore

Jabbour Douaihy [Libanon]

Morgen des Zorns (Matar huzairan)

Roman, aus dem Arabischen von Larissa Bender (Carl Hanser Verlag, ca. 300 Seiten)

Zwanzig Jahre, nachdem ihn seine Mutter Kamila in die amerikanische Emigration geschickt hatte, kehrt Elija in sein Heimatdorf in den Bergen des Libanon zurück. Er ist ein zerrissener, beziehungsunfähiger Mensch, der in den USA ständig Geschichten über die eigene Herkunft erfindet. Seinen Vater Jussif hat er nie kennengelernt, er wurde 1957 während eines Gottesdienstes scheinbar versehentlich bei einer Blutfehde zwischen zwei maronitischen Familienclans erschossen. Genau neun Monate und zwei Wochen später kam Elija auf die Welt – für die Dorfbewohner ein Grund mehr, die von außen gekommene, jahrelang kinderlos gebliebene Mutter zu beargwöhnen. Damit ihr Sohn diesem Klima von Misstrauen, Bruderhass und Rache entkommt, schickt Kamila ihn fort. Doch Elija bleibt innerlich gebrochen, solange er sich nicht mit der Vergangenheit seines Vaters und den Umständen von dessen Tod auseinandersetzt. Er befragt Nachbarn, Bekannte, Freunde und ehemalige Feinde – und erfährt von jedem eine andere, ganz persönliche Geschichte.
Der Autor erzählt von den Gefahren des Gemeinschaftsdenkens und von der Zerbrechlichkeit des zwischenmenschlichen Vertrauens. Sein Roman ist eine kühne Analyse über die Entstehung und Banalität von Gewalt.

Jabbour Douaihy, 1949 geboren, arbeitet als Professor für französische Literatur an der Universität des Libanon und zählt zu den bedeutendsten Kulturschaffenden des Landes. Er ist Autor mehrerer Romane, Erzählungen und Kinderbücher. Mit Morgen des Zorns zählte er 2008 zu den Finalisten des arabischen Booker-Preises.


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Die Programme der Vorjahre sind im Gesamtprogramm einsehbar. 

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