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Kinder- und Jugendmedien

Unbedingt lesenswert! - Unsere Buchtipps

Chen Jianghong: An Großvaters Hand
Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
Moritz Verlag 2009
80 S., € 24,80

In beeindruckenden Bildern erzählt der vielfach ausgezeichnete Illustrator und Autor Chen Jianghong seine Kindheit in Nordchina. Zwar ist die Familie arm, aber zufrieden: Die Eltern arbeiten, die Großmutter kocht und züchtet Küken im Hof, Chens taubstumme Schwester besucht eine Gehörlosenschule. Chen selbst, der noch sehr klein ist, begleitet seinen Großvater oft in den Park. Doch mit Beginn der Kulturrevolution wird alles anders. Propaganda und Gewalttaten sind an der Tagesordnung, Erinnerungsstücke und Bücher müssen verbrannt werden und das Leben der Familie ändert sich von Grund auf. Chen Jianghong führt anhand persönlicher Erinnerungen durch ein erschreckendes Kapitel der jüngeren chinesischen Geschichte. Das Buch ist für Kinder ab 7 Jahren aber auch für Erwachsene gedacht, die mit einem etwas anderen Blick mindestens ebenso fasziniert sein werden.


Nasrin Siege (Text), Barbara Nascimbeni (Ill.): Wenn der Löwe brüllt
Peter Hammer Verlag 2009
32 S., € 15,90

Wenn der Hunger im Bauch rumort, dann fühlt sich das wie ein brüllender Löwe an. Ab und an kann man den Löwen vertrösten, wenn man mit den anderen Kindern spielt, aber dann reißt der das Maul wieder weit auf und brüllt entsetzlich. Emanuel und Bilali leben auf der Straße, irgendwo in Afrika. Sie kennen den Löwen gut. Manchmal können sie ihn nicht besänftigen, wenn sie zu wenig Geld haben, dann reicht es nur für süßen Tee. Aber ab und an schnurrt der Löwe auch zufrieden, denn meistens kommen die beiden Jungs ganz gut klar auf der Straße. Nasrin Siege zeigt uns liebenswerte, ganz normale Kinder, mit ganz normalen Träumen - und Barbara Nascimbeni bringt sie - und den Löwen - uns sehr nahe. Dazu kommt noch ein Spiel mit Collageschnipseln, die Suchen, Finden und Erkennen möglich machen, jenseits der Geschichte. Ein gutes Vorlesebuch ab 5 Jahren.


Kazumi Yumoto (Text)/ Komako Sakai (Ill.): Der Bär und die Wildkatze
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Moritz Verlag 2009
56 S., € 14,90

Ein ergreifendes Bilderbuch aus Japan über Einsamkeit, Kummer und Verlust, an dessen Ende ein Neuanfang steht. Der beste Freund des Bären, der kleine Vogel, stirbt und Bär muss das verkraften. Das gelingt ihm erst mit Hilfe von Wildkatze. Zart und zurückhaltend wie die erzählte Geschichte sind auch die Illustrationen, meist schwarz-weiß mit sehr dezentem Gebrauch von Farben. Die Blätter des Buches muten ein wenig wie Packpapier an in ihrer feinen Musterung, die Illustrationen sind als meist ovale Vignetten in die Seiten gesetzt, zart umrahmt wie mit Kreide. Man muss schon genau schauen, um alles zu entdecken.


Tamar Verete-Zehavi: Aftershock. Die Geschichte von Jerus und Nadira
Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler und Eldad Stobezki
cbt, 2009
208 S., 12,95 €

Jerus und Nadira treffen sich nur einmal, vor dem Supermarkt, dann zündet Nadira ihren Sprengstoffgürtel und Jerus stirbt. Ihre 15jährige Freundin Ella überlebt, aber das Leben ist nicht mehr so, wie es war. Ella fehlt ihre beste Freundin, sie macht sich Vorwürfe und sie kann einfach nicht verstehen, warum eine 18-Jährige zur Selbstmordattentäterin wird. Wer war diese Nadira – hat sie sich geschminkt? War sie hübsch? Hatte sie einen Freund? Die Eltern, die Psychologin, alle wollen Ella helfen wieder in ihr Leben zurück zu finden, aber Ella weiß eigentlich selbst, was sie tun muss, sie nimmt Kontakt auf zur Familie der Attentäterin. Kein leichtes Unterfangen! Eine präzise und spannend erzählte Geschichte, die mehr vom Nahostkonflikt und von den Verwerfungen in der israelischen Gesellschaft erklärt als jeder politische Kommentar.


Troy Blacklaws: Malindi
Aus dem Englischen von Michael Kleeberg
liebeskind, München 2008
288 S., € 19,80

In einfühlsamen Momentaufnahmen erzählt Blacklaws eine Geschichte über das Erwachsenenwerden in Südafrika, einem Land, das wunderbar farbenfroh und doch voller Schatten ist. Durch einen Sportunfall tötet der Vater seinen Sohn. Erzählt wird das von dem nun verwaisten Zwillingsbruder. Die Familie zerbricht an dem Unglück. Mutter und Sohn ziehen aus Kapstadt fort  in die lebensfeindliche Halbwüste Karoo. Hier in der konservativ-rassistischen Umgebung versucht der Erzähler erwachsen zu werden und sein Trauma zu überwinden. Erste sexuelle Erfahrung und die absolute Rechtlosigkeit der farbigen Bevölkerung wird thematisiert. Sehr vielschichtig und – absolut ergreifend!


Aufwachsen in der „Rainbow Nation“

Eva Massingue empfiehlt Im Schatten des Zitronenbaums von Kagiso Lesego Molope (aus dem Englischen von Salah Naoura. Zürich, NordSüd Verlag, Reihe Baobab).

Das Mädchen Tshidiso lebt im Township in Pretoria bei ihren Tanten ein zurückgezogenes Leben. Die Tanten haben sich vom engen Leben der Community abgegrenzt und stehen unter dem Verdacht, verrückt zu sein oder gar der Hexerei nachzugehen. Auch von Tshidiso sollen sich die anderen Kinder fern halten. Diese versteckt sich oft im Zitronenbaum ihres Grundstücks und belauscht die Nachbarn – auch dies eine Schule des Erwachsenwerdens.
Dann ändert sich Tshidisos Leben überraschend. Es sind die für Südafrika so entscheidenden Jahre des Wandels, 1989/90, und die Tanten beschließen, das Mädchen auf eine private gemischte Schule in der Stadt zu schicken. Tshidiso betritt eine neue Welt, nicht nur die weißen Mädchen sind so anders, auch die katholischen Nonnen, die in dem Konvent unterrichten, und sogar die schwarzen Mädchen aus der Stadt sind anders – doch Tshidiso wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine Freundin zu haben! Eine Gratwanderung für den verunsicherten Teenager. Eigentlich geben sich alle große Mühe, der „rainbow nation“ eine Chance zu geben, bis eines Tages ein kleiner Zwischenfall beim Netzballspiel zu einer großen Herausforderung wird: Ein schwarzes Mädchen hat ein weißes geschlagen, die Schule ist in Aufruhr, die Eltern mischen sich ein, die Zeitungen berichten …
Seinen Platz in der Welt zu finden ist für jeden Heranwachsenden nicht einfach, der Weg dahin mit Unsicherheit, Frustration und Irrtümern gepflastert. Für eine junge Schwarze zur Zeit des sich wandelnden Südafrikas vom Apartheidstaat in eine moderne Demokratie ist es ungleich schwerer – aber durchaus möglich!


Klein aber oho!

Eva Massingue hat sich das neue Bilderbuch des tansanischen Autors John Kilaka Der wunderbare Baum (aus dem Englischen von Barbara Brennwald, Zürich NordSüd Verlag, Reihe Baobab) angeschaut und war bezaubert. 

Es herrscht Hungersnot im Reich der Tiere, nichts gibt es mehr zu essen, nur ein einziger großer Baum ist noch voller Früchte – nur kommt keiner an diese heran. Die weise Schildkröte wird wohl wissen, was da zu tun ist, aber zu ihr zu gehen und sie zu fragen, das traut man der kleinen Häsin nicht zu, das müssen größere Tiere tun. Aber Büffel, Elefant, Löwe, Giraffe versagen kläglich, also schicken die Tiere zuletzt doch die Häsin und die zeigt sich sehr gewitzt.
Nach Frische Fische und Gute Freunde ist dies die dritte Geschichte aus Tansania, die John Kilaka nacherzählt und illustriert hat. Der Wert der Freundschaft und Harmonie in der Gemeinschaft waren bisher seine Themen, in Der wunderbare Baum ist es der Hinweis darauf, dass man die Kleinen, Unscheinbaren nicht unterschätzen sollte.
Kilakas Art der modernen Tingatingamalerei ist witzig, frisch, leuchtend farbig, das Bilderbuch bezaubert.


Das Mädchen aus dem Lotos

Lian von Chen Jianghong (Aus dem Französischen von Erika und Karl A. Klewer, Moritz Verlag, Frankfurt 2007) hat Antje te Brake gefallen. Nicht nur wegen der Illustrationen.

Lian ist ein kleines Mädchen, das in einer Lotusblüte lebt. Eine alte Frau hatte die Samen für diese Lotusblume dem armen Fischer Herr Lo geschenkt, weil er sie bei einem Gewitter sicher über den See gebracht hatte. Lian hat einen Zauberlotus und zaubert damit viele Fische in den See, sie verschönert auch Herr Los Boot und zaubert wundervolle Speisen auf den Tisch. Dies beschert Herrn Lo mächtige Neider – die Tochter des Präfekten will Lian und den Zauberlotus unbedingt für sich haben. Doch dann kommt alles anders, denn Habgier und Unrecht zahlen sich im Leben nie aus... Die fein gezeichneten, zauberhaften Bilder des Autors lassen Lians Geschichte noch eindringlicher wirken und regen sicher die Phantasie jedes kleinen Lesers an.


Geburtstag feiern in Mexiko

Ein Buchtipp von Antonia Stock: Carmen Lomas Garza Eine Piñata zum Geburtstag – Una piñata para el cumpleaños. ( überarbeitete Neuauflage, deutsche Bearbeitung von Helene Schär, Übersetzung ins Spanische Josefina Torró Eicheberger, Baobab NordSüd Verlag Zürich 2009.)

Mit farbenfrohen Bildern erzählt die texanisch-mexikanische Künstlerin Carmen Lomas Garza über das alltägliche Leben einer mexikanischen Familie, über deren Feste und Traditionen. So erfahren wir, was eine Piñata ist, wie Empanadas und Tamales gekocht werden und wie wichtig der 15. Geburtstag für ein mexikanisches Mädchen ist. Die kurzen Texte auf Spanisch und Deutsch eignen sich zum Vorlesen und für Erstleser in beiden Sprachen und natürlich auch zum Spanischlernen. Praktisch für alle Lehrer und Lehrerinnen sind die Unterrichtsmaterialien mit Informationen zur Autorin und zum Land, didaktischen Überlegungen und Arbeitsblättern.


Aufwachsen in Malaysia – im Comic

Eva Massingue empfiehlt Kampung boy. Ein Frechdachs aus Malaysia von "Lat" Dato‘ Mohd Nor bin Khalid (Aus dem Englischen von Zaini Zahari und Albert Hoffmann; Horlemann Verlag, Bad Honnef 2008)

Einer der bekanntesten Cartoonisten Südasiens erzählt hier in kräftigen, ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Zeichnungen von einer verschwundenen Welt. Mat wächst in den 50er Jahren in einem traditionellen malaysischen Dorf auf. Erzählt wird von den kleinen Abenteuern des Jungen, vom Angeln, der Schule, von Ausflügen. In einer sehr humorvollen, lakonischen Art und mit expressiven Zeichnungen bringt uns Lat nahe, wie es war, als muslimischer Junge aufzuwachsen – ein erzählender Comic, an dem auch Kinder, mehr aber noch Erwachsene ihr Vergnügen finden werden.


Ein fairer Appell...

Schwarzer Vogel, süße Mango (Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann; Belz & Gelberg, Weinheim Basel, 2007) von Kashmira Sheth hat Kristina Förster überzeugt.

Kashmira Sheth gewährt einen Einblick in das Leben der urbanen indischen middle-class, und zeichnet zugleich ein sensibles Porträt des Erwachsenwerdens: Jeeta ist 16 Jahre alt und ihre Mutter versucht fieberhaft, gute Partien für ihre zwei älteren Schwestern zu finden – Jeeta selbst wäre die nächste. Wenn sie doch nur nicht so einen Dickschädel
hätte …
Die Autorin versteht es, auf humorvolle Weise die Lebenswelt eines jungen Mädchens zu beschreiben, das den Traditionen zum Trotz ihren eigenen Platz in der Welt sucht. Ohne eine flache Indien-Ästhetik zu bedienen, nähert Kashmira Sheth sich ihrem Thema mit Respekt und entwirft so eine lebendige Geschichte, die Spaß macht und fesselt – unabhängig vom Alter des Lesers!


Nicht nur etwas für "Freshnies"...

...findet Sebastian Sell: Er hat die Comic-Reihe Aya (Aus dem Französischen von Kai Wilksen. Carlsen Verlag. Hamburg 2006) von Marguerite Abouet und Clément Oubrerie gelesen.

 

Afrika, so liest man schon im Vorwort, ist mehr als nur eine schreckliche Nachricht nach der anderen. Ja! Afrika ist selbstbewusst, pulsierend, lebendig und strotzt nur so vor Frische und Jugendlichkeit. So auch Aya und ihre Freunde aus Abidjan. Die Autorin Marguerite Abouet und der Illustrator Clément Oubrerie führen mit ihrer Graphic-Novel-Serie Aya mitten hinein in das Durcheinander der Halbstarken aus Westafrika und zeigen ohne zu beschönigen, wie selbstbewusst diese Kids ihre alltäglichen Hürden meistern. Ein sinnlicher Genuss afrikanischer Lebensfreude, der nicht nur  junge „Freshnies“ bereichern kann.


Was bitte ist ein Entodil?

Allen, die neugierig geworden sind, empfiehlt Sarwat Noor Gui-Gui das kleine Entodil ( Aus dem Chinesischen von Barbara Wang, Fischer Schatzinsel, Frankfurt am Main 2008) von Chih-Yuan Chen.

Gui-Gui ist ein Entodil: Ein Krokodil, das als Ei in ein Entennest gerät und als Teil der Entenfamilie großgezogen wird. Natürlich ist Gui-Gui anders als seine „Geschwister“, doch daran stört sich niemand, und so lernt Gui-Gui alles, was eine Ente können muss: schwimmen, tauchen und watscheln. Dann jedoch kommen richtige Krokodile vorbei und wollen Gui-Gui dazu bringen, ihnen seine Familie zum Mittagessen auszuliefern.
Gui-Gui das kleine Entodil
ist ein schlaues Buch und rundherum gelungen. Es zeigt Kindern wie Erwachsenen, dass es letzten Endes nicht darauf ankommt, woher man kommt, sondern wohin man gehen will. Der taiwanesische Autor Chih-Yuan Chen schafft damit ein Plädoyer für das Bekenntnis zum Anderssein, für Toleranz und Willensfreiheit.


Eine chinesische Kindheit

Alexandra Schlossarek hat Seidenraupen für Jin Ling von Huang Beijia ( Aus dem Chinesischen von Barbara Wang und Hwang Yi-Chun, NordSüd Verlag, Zürich 2008.) gelesen.

Seidenraupen für Jin Ling bietet einen interessanten Einblick in das Zusammenleben einer chinesischen Kleinfamilie. Denn durch die gegenwärtige „Ein-Kind“-Politik liegt die gesamte Hoffnung, aber auch der Druck auf den Schultern des Einzelkindes. Die Eltern hoffen natürlich auf gute Leistungen, die den Zugang zu den besten Schulen garantieren. Aber Jin Ling erbringt diese nicht zur vollen Zufriedenheit der Mutter. Die Autorin Beijia hat diese Geschichte aus ihren eigenen Erfahrungen heraus geschrieben und sie macht eindrucksvoll bewusst, unter welch enormem Leistungsdruck die Eltern, die Lehrer, aber vor allem die Kinder stehen.


Fressen Tiger Gras? von Hyeon-Jeong An (Autorin), Se-Yeon Jeong (Illustratorin) und Gil-Won Kim.
Übersetzt von Hans-Jürgen Zaborowski, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 2008.

Dass Wissensvermittlung nicht trocken sein muss, beweist dieses Sachbuch für Kinder einmal mehr. Sprachlich verständlich und ausdrucksvoll illustriert werden die Nahrungskette und das Ökosystem so erklärt, dass Kinder einen Eindruck der Komplexität der Natur bekommen und auch Erwachsene noch etwas lernen können.
Fast schon philosophisch ist die Zusammenfassung des natürlichen Kreislaufs durch den Satz: „Genau besehen frisst auch der Tiger Gras, und das Gras frisst auch Tiger, oder etwa nicht?“. Für die sachliche Richtigkeit sorgt der Biologe Gil-Won Kim, der am Ende des Buches noch eine Zusammenfassung liefert.

Sarwat Noor

Weitere Bücher aus der Reihe „Kleine Entdecker“ von Fischer Schatzinsel:

  • Alle sind am Anfang klein: Wie Lebewesen sich verändern, wenn sie wachsen (Gebundene Ausgabe)
  • Bleibt die Zeit auch manchmal stehen? Über unseren Zeitbegriff (Gebundene Ausgabe)
  • Wie die Tiere miteinander reden: Über die verschiedenen Arten der Tierkommunikation (Gebundene Ausgabe)


Wann kommt Mama? von Lee Tae-Jun (Autorin) und Kim Dong-Seong (Illustrationen)

Das koreanische Bilderbuch Wann kommt Mama? aus der Reihe Baobab des NordSüd Verlages ist für den diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und steht damit auf der Auswahlliste der Kritikerjury in der Sparte Bilderbuch.
Die einfache Geschichte behandelt ein universales Thema: An der Straßenbahn Haltestelle wartet ein Kind in der Kälte auf seine Mutter, die Strassenbahn kommt und geht – aber wo bleibt die Mutter?
Der koreanische Schriftsteller Lee Tae-Jun (1904–1956) hat die Geschichte 1938 für eine der letzten Zeitungen in koreanischer Sprache unter der japanischen Besetzung verfasst. Die Zeichnungen zur Geschichte hat der Illustrator Kim Dong-Seong (*1970) für die im Jahr 2004 erschienene koreanische Originalausgabe entworfen. Er hat sich bei den Bildern an der traditionellen koreanischen Malerei orientiert und zeigt das Seoul der 1930er-Jahre. Das Bilderbuch verspricht ohne viele Worte ein hoffnungsfrohes Ende – aber nur für den aufmerksamen Betrachter, denn die Mutter mit dem Kind an der Hand ist im letzten Bild zu finden.

Das Bilderbuch Wann kommt Mama? erschien im Herbst 2007 beim NordSüd Verlag in der Reihe Baobab. Herausgeber ist der Kinderbuchfonds Baobab.

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Bücher über Afrika für Kinder im Grundschulalter (ca. 5–10 Jahre)

Addai, Patrick K.
Robert Hybner (Ill.)
Die Großmutter übernimmt das Fernsehen
Afrikanische Geschichten.
Verlag Adinkra, Bad Schallerbach 1999
ISBN 3-9501083-0-0
37 S., € 15,--
5 Tiergeschichten, von der Großmutter erzählt. Der Autor spielt auch Theater und erzählt und spielt in Schulen.
Ab 5 Jahren. Ghana

Aggrey, James
Wolf Erlbruch (Ill.)
Der Adler, der nicht fliegen wollte
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1998
ISBN 3-87294-430-4
31 S., € 12,90
Ein Mann fängt einen Adler, steckt ihn in einen Hühnerhof zu den Hennen, Enten und Truthähnen und gibt ihm Hühnerfutter zu fressen. Fünf Jahre später besucht ihn ein naturkundiger Mann, der behauptet, ein Adler bleibe immer ein Adler, selbst wenn er im Hühnerhof aufgewachsen sei. Die beiden Männer wetten. Der Naturkundige bittet den Adler auf jede erdenkliche Weise seine Schwingen auszubreiten, aber zunächst sieht alles danach aus, als würde der Hühnerhofbesitzer recht behalten und der Adler ein Huhn bleiben...
James Aggrey aus Ghana hat diese Geschichte zu Anfang des Jahrhunderts für die Völker Afrikas geschrieben, damit sie sich an ihre eigene Kultur und Geschichte erinnern und an die Zukunft glauben, damit sie nicht vergessen, dass sie Adler sind und keine Hühner.
Ab 5 Jahren. Westafrika

Anan, Kobna/ Omari Amonde (Ill.)
Das Lied der bunten Vögel
Licorne Verlag, Murten/Österreich 2002 (6. Aufl.)
ISBN 3-85654-859-9
35 S., € 17,50
Ein Kinderbuchklassiker mit Musik (auch auf MC)über Eigennutz und Solidarität. Eine Gruppe verschiedenfarbiger Vögel erhält täglich Futter von einem Bauern, der sich an ihren Farben und ihrem Gesang erfreut. Als die Vögel aber einzeln kommen, um jeweils alles Futter für sich allein zu bekommen, jagt der Bauer sie fort.
Kann sehr erfolgreich als Singspiel im Kindergarten aufgeführt werden.
Ab 3 Jahren. Ghana

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Asare, Meshak
Als Sosu sein Dorf rettete
Aus dem Englischen von Ulrieke Ruwisch
Bombus Verlag München 2003
ISBN 3-9362-6118-0
37 S., € 12,90
Wozu ist ein Junge, der nicht laufen kann, schon gut. Sosu sitzt tagaus, tagein vor der Hütte, er beneidet seine Geschwister und sogar seinen Hund. Sein Vater ist Fischer, wie alle Männer aus dem Lagunendorf. Die Lagune und das Meer ernähren die Menschen, bis eines Tages eine Flutwelle das Dorf bedroht. Alle Erwachsenen sind auf dem Meer oder auf den Feldern. Sosu muss etwas unternehmen! Eine Geschichte über Mut, Behinderung und das Überwinden von Grenzen.
1999 ausgezeichnet mit dem Unseco-Kinderliteraturpreis für Toleranz, gehört zu den ausgezeichneten 100 besten Büchern Afrikas, 2001 IBBY-Preis als herausragendes Buch für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.
Ab 8 Jahren. Ghana

Belinga Belinga, Jean Felix
Wir drei gegen Onkel Chef
Beltz & Gelberg Verlag, Gulliver für Kinder, 1998
ISBN 3-407-78309-4
€ 5,90
Das Machtstreben des Onkels droht die Freundschaft dreier Kinder in einem kamerunischen Dorf zu zerstören – bis sie sich verbünden ...
Ab 8 Jahren. Kamerun

Bregin, Elana
Das magische Fahrrad
Aus dem Englischen von Katrin Schulz
Altberliner Verlag, Berlin 1994
ISBN 3-357-00799-1
141 S., € 10,10
Thomas, ein schwarzer Junge in Südafrika, wünscht sich sehnlichst ein Fahrrad. Eines Tages trifft er eine geheimnisvolle alte Frau, die ihm auf magische Weise seinen Traum erfüllt. Doch wie soll er das Auftauchen des Fahrrades erklären? Niemand wird ihm glauben, dass er es nicht gestohlen hat. Da erhält er unerwartet Hilfe: Von seinem neuen Fahrrad.
Ab 10 Jahren. Südafrika

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Daly, Jude (Ill.)
Alles hat seine Zeit
Gabriel Verlag, (Thienemann) Stuttgart/Wien 2006
ISBN 3-522-30068-8
32 S., € 12,90
Nach Prediger 3, 1 – 8, einem der bekanntesten Texte der Bibel, hat die bekannte südafrikanische Illustratorin hier anhand der Lebensgeschichte einer bäuerlichen Familie im Süden Afrikas in meditativ anmutenden Bildern eine wunderbare, zeitgemäße Umsetzung des Textes gefunden. Alles hat seine Zeit: Liebe und Hass, pflanzen und ernten, Geburt und Tod. Die Illustrationen, auf denen man immer wieder etwas Neues entdecken kann, sind äußerst fein, fast als Miniaturen gemalt und bieten viele Anlässe zum Gespräch. Ein ideales Vorlesebuch!
Ab 5 Jahren. Südafrika

Dijkzeul, Lieneke
Ein Traum vom Fußball
Aus dem Niederländischen von Verena Kiefer
Arena Verlag, Würzburg 2006
ISBN 3-401-05889-4
262 S., € 12,95
Die jungen Kicker Rahmane, Tigani und Henri haben Talent und so träumen sie auch von ihrer Chance als Profifußballer der Armut ihres afrikanischen Dorfes zu entkommen. Ihr Coach hat Kontakt zu einem Fußballclub in der Stadt und ein Scout nimmt die drei auch mit zum Training in der Stadt. Damit endet der Spaß: das Training ist hart, die Konkurrenz groß, die Spiele fordern alles und die Verlockungen der Stadt gerade auch auf schnelles Geld sind verführerisch. So ist es zum Schluss nur noch einer der talentierten Jungen, der ausgewählt wird für ein vierwöchiges Trainingsworkshop in den Niederlanden. Damit wird es jedoch keinesweg leichter für Rahmane und auch nach seiner Rückkehr muss er befremdliche Erfahrungen machen ...
Ein Fußballbuch, das auch Nichtinteressierte begeistern kann.
Ab 10 Jahren. Afrika

Kanta, Abdoua
Lelee, das Hirtenmädchen
Aus dem Französischen von Annelies Burckhart und Anna Katharina Ulrich
Nagel und Kimche, Zürich 1994
ISBN 3-312-00502-7
124 S., € 11,90
Lelee, das Fulbemädchen in Niger, ist elf Regenzeiten alt. Sie hat ihren Vater noch nie gesehen und auch die Mutter kümmert sich wenig um die erstgeborene Tochter, denn so will es die Tradition. Lelee wächst bei der strengen Großmutter auf, die sie zu einem vorbildlichen Fulbemädchen erziehen will. Das tägliche Leben der Rindernomaden, eine fremde Welt aus vielen Regeln und Verboten wird geschildert – und doch ist die Suche nach Geborgenheit, der Kampf gegen die eigenen Ängste und die erste Liebe überall gleich ...
Ausgezeichnet mit der Blauen Brillenschlange 1995
Ab 10 Jahren. Niger

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Keïta, Fatou
Die Diebin des Lächelns
Aus dem Französischen von Yvonne Lüssi
KiK-Verlag, Berg am Irchel 2000
ISBN 3-906-58118-7
€ 12,50
Eine furchtbare, hässliche Hexe stiehlt das Lachen der Kinder, saugt es in ihre magische Trillerpfeife. Nur bei Soukey, dem kleinen Mädchen, hat sie keinen Erfolg, denn Soukey kann nicht hören. Und dann stiehlt Soukeys kleiner Affe die Trillerpfeife...
Ab 5 Jahren. Elfenbeinküste

Keïta, Fatou
Der kleine blaue Junge
Aus dem Französischen von Yvonne Lüssi
KiK-Verlag, Berg am Irchel 1999
ISBN 3-906-581-17-9
€ 12,50
Ein junges, glückliches Paar im malischen Dorf Koba erwartet ein Kind. Als es geboren wird, erleben sie eine Überraschung – es ist ein wunderschöner Junge, aber seine Haut ist blau. Der Vater will sein Kind verstecken, aber durch Schokolade, Mut und einige kluge Fragen gewinnt der Junge viele Freunde und wird akzeptiert.
Ab 5 Jahren. Elfenbeinküste

Keïta, Idrissa
Djemas Traum vom großen Auftritt
Eine Kindheit in Mali
Aus dem Französischen von Claudia Stein
Atlantis/ Verlag pro juventute (Reihe Baobab), Zürich 2001
ISBN 3-7152-0452-4
190 S., € 12,80
Eines Tages erfährt Djema, dass seine Familie von Bougouni in die große Stadt Bamako ziehen muss, weil der Vater seine Arbeitsstelle verloren hat. Soll er nun traurig sein oder sich auf die Stadt seiner Träume freuen? Und wie wird es sein, wenn er im Sommer – als Städter – wieder zu seinem Onkel ins Dorf fährt? Dort wird sein neues Können auf die Probe gestellt. Wird er bestehen?
Ab 11 Jahren. Mali

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Kilaka, John
Gute Freunde
Aus dem Englischen von Anna Katharina Ulrich, bearbeitet von Helene Schär
Verlag Atlantis/Orell füssli (Reihe Baobab), Zürich 2004
ISBN 3-7152-0495-8
32 S., € 13,90
Erscheint Herbst 2004
Ab 4 Jahren. Tansania

Kilaka, John
Frische Fische
Ein Bilderbuch aus Tansania
Aus dem Kisuaheli von Christine Hatz, bearbeitet von Katharina Ulrich
Atlantis/ Verlag pro juventute (Reihe Baobab), Zürich 2001
ISBN 3-7152-0451-6
29 S., € 12,80
So viele Fische hat Sokwe Schimpanse schon lange nicht mehr gefangen. Sie werden ihm auf dem Markt ein hübsches Sümmchen einbringen. Alle freuen sich mit ihm, nur Hund hat anderes im Sinn, ihm läuft vor Gier das Wasser im Maul zusammen. Wird es ihm gelingen, an die Beute zu kommen? Und wie reagieren die anderen Tiere der Dorfgemeinschaft auf seine Hinterlist?
Ein farbenfrohes, detailreiches Bilderbuch mit tierischen Dörflern. Blaue Brillenschlange 2002.
Ab 5 Jahren. Tansania.

Maartens, Maretha
Sidwell und der Müllhaldenmann
Aus dem Englischen von Rita Peterli
Lamuv Verlag, Göttingen 1990
ISBN 3-88977-224-2
62 S., € 6,40
Der 12jährige Sidwell muss mit seiner Mutter und seinen Geschwistern nach Crossroads, einem Johannesburger Township, umziehen. Da er weiter seine alte Schule besucht, wo er Chormitglied ist, radelt er jeden Tag an der Mülldeponie vorbei, die ihm Angst macht: Die aschgrauen 'Vogelscheuchenmenschen', die Leute, die dort nach Brauchbarem suchen, sind ihm unheimlich. Eines Tages wird er herausgefordert: Er soll fünf Dinge von der Müllhalde holen. Was als Mutprobe begann, bringt ihn zu ganz neuen Erkenntnissen über den Müllhaldenmann, den er bei seinen Besuchen kennenlernt, und über Crossroads, seine neue Heimat.
Ab 10 Jahren. Südafrika

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Mandela, Nelson (Hrsg.)
Meine afrikanischen Lieblingsmärchen
Aus dem Englischen von Matthias Wolf
C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 3-406-51862-1
189 S., € 19,90
18 zeitgenössische afrikanische Illustratoren liefern einen Querschnitt (meist süd-)afrikanischen Schaffens und illustrieren 30 Märchen des gesamten Spektrums vom Tiermärchen zur arabischen Fabuliererei. Jedem Märchen sind einige Sätze Einleitung vorangestellt, woher es stammt, wer es aufschrieb, in welcher Sprache es zuhause ist. Eine mit Fähnchen bemalte Karte liefert dazu noch geographisches Grundwissen. Diese wunderbare Märchensammlung, der Mandela auch das Vorwort schrieb, stellt sein Vermächtnis an die Jugend seines Landes – und an die Jugend überall auf der Welt – dar.
Ab 6 Jahren für jedes Alter. Afrika

Mhlophe, Gcina
Silke Tessmer (Ill.)
Wie die Geschichten auf die Welt kamen
Aus dem Englischen von Susanne Koehler
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1998
ISBN 3-87294-809-1
31 S., € 12,90
"Am Anfang war das Wort, das Wort gebar die Sprache, die Sprache gebar die Geschichte, und mit der Geschichte fing der Spaß erst richtig an!" Zuerst fehlten die Geschichten auf der Erde. Dass wir heute welche erzählen können, verdanken wir einer klugen und mutigen Frau.
Ab 5 Jahren. Afrika

Mungoshi, Charles
Der sprechende Kürbis
und andere afrikanische Geschichten

Aus dem Englischen von Susanne Koehler
Verlag Nagel & Kimche, Zürich/Frauenfeld 1994
ISBN 3-3-312-00503-5
141 S., € 11,90
und: Fischer tb, ISBN 3-596-80172-9
€ 6,45
Tsuro, der Hase, lehrt die Tiere das Fürchten, auch wenn sie größer und stärker sind als er. Wie er andere an der Nase herumführt, so fällt er auch immer wieder auf die eigene, rappelt sich aber jedesmal erneut zu Streichen auf. Der Hase ist einer der gewitzten, sehr menschlichen Helden der afrikanischen Märchen. Charles Mungoshi hat Geschichten aus der mündlichen Überlieferung der Shona gesammelt und neu erzählt.
Ab 8 Jahren. Zimbabwe.

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Pitcher, Diana
Christiane Pieper (Ill.)
Der Möhrenfresser
Eine afrikanische Hasengeschichte
Aus dem Englischen von Susanne Koehler
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1993
ISBN 3-3-87294-543-2
32 S., € 12,90
Der Löwe, als König der Tiere gerade an die Macht gekommen, beschließt, sein furchtbares Brüllen mit einem großen Fest zu feiern. Alle Tiere sind eingeladen, nur der Hase Nogwaja, von jeher ein schlauer Konkurrent des Löwen, wird nicht zum Fest gebeten. Doch mit einer List gelingt es Nogwaja trotzdem daran teilzunehmen. Aber wie wird das Fest für den ungebetenen Gast enden?
Eine abenteuerliche Geschichte aus dem reichen Schatz afrikanischer Volkserzählungen.
Ab 5 Jahren. Afrika.

Poenicke, Anke
Agathe. Eine Berlinerin aus Ruanda
Books on African Studies, Jerry Bedu-Addo , Heidelberg 2004
ISBN 3-927198-27-7
249 S., € 14,50
Agathe, die in der Schule viele Angie nennen, ist elf Jahre alt und lebt bei ihrer Mutter Suzanne. Sie geht in die fünfte Klasse eines Berliner Gymnasiums, gemeinsam mit ihrer besten Freundin Nadine. Agathe ist eine gute Schülerin, hat viele Kontakte und wirkt selbstbewusst. Wer ihr dumm kommt, etwa mit einem Spruch über ihre Hautfarbe, kriegt gleich eine passende Antwort.
Durch einen Zufall erfährt Agathe, warum ihre Familie so klein ist, warum sie keinen Vater mehr hat. Immer mehr möchte sie erfahren über den Völkermord in Ruanda und über die Rolle der westlichen Welt dabei. Warum haben so viele Menschen weggeschaut, als mehr als eine Million Tutsi und liberale Hutu abgeschlachtet wurden? Diese Fragen sind fast zu viel für Agathe, sie bekommt Alpträume und leidet unter Kopfschmerzen. Mit Hilfe von Familie und Freunden kann sie jedoch die Last der Gedanken verarbeiten und auch etwas tun zur Erinnerung an die Ermordeten ...
Ab 11 Jahren. Deutschland/Ruanda

Schins, Marie-Thérèse
In Afrika war ich nie allein
Hammer Verlag (Reihe Gecko), Wuppertal 1999
ISBN 3-87294-824-5
136 S., € 11,--
Was macht man mit der Hühnerkralle in der leckeren roten Sauce? Was tun, wenn die Toilettentür nicht richtig schließt und rund ein Dutzend afrikanischer Kinder zugucken will? Da hat sie sich nun gut vorbereitet, und doch ist für die 11Jährige Doro alles ganz anders in Afrika. Ihr Vater, ein Journalist, und sie reisen mit ihrem in Deutschland lebenden Freund Michel in dessen Heimatland Togo. Anfangs möchte sie schnell wieder nach Hause, aber bald gewinnt ihre Neugier die Oberhand – der Vater und Michel müssen tausend Fragen beantworten – und zum Schluss fällt ihr der Abschied richtig schwer. Sie wird wiederkommen.
Jeder, der einmal Akkulturationsschwierigkeiten hatte, wird sich in dieser humorvoll geschriebenen Geschichte wiederfinden; allen anderen macht sie sicher einfach nur Spaß! In gleicher Art und Ausstattung gibt es einen Folgeband, Doro ist diesmal in Südindien: Ein Elefant kommt selten allein. Wuppertal 2000.
Ab 8 Jahren, Togo/Ghana.

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Schulz, Hermann
Dem König klaut man nicht das Affenfell.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2003
ISBN 3-87294-942-X
127 Seiten, € 11,--
Der zweite Teil von Temeos Abenteuern. Temeo, jetzt 12 Jahre alt, muss als Fremdenführer für eine europäische Reisegruppe einspringen, weil sein großer Bruder die Termine durcheinander gebracht hat. Es geht auf die Insel Ukerewe und Temeo und sein Freund Jackson erledigen ihren Auftrag zu aller Zufriedenheit, obwohl es Geister, Königinnen, magische Trommeln, versoffene Doppelgänger und noch eine Reihe anderer Probleme zu bewältigen gilt.Witzig und ideenreich wie der erste Band und noch viel spannender, denn schließlich geht es um afrikanische Geister!
Ab 10 Jahren. Tansania

Hermann Schulz
Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2002
ISBN 3-87294-912-8
128 Seiten, € 11,--
Wenn dich ein Löwe nach der Uhrzeit fragt, dann ist es meist schon zu spät, das Unglück ist bereits passiert, so sagt man in Afrika. Für Temeo Kirschstein, eines von acht Kindern des deutschen Geologen Kirschstein und Masiti Kapunga ist das Unglück riesengroß, als der Vater schwerverletzt nach Hause gebracht wird. Jeden Tag kommt der Arzt – das kostet Geld, viel Geld, genauso wie der Unterhalt der großen Familie. Mama Masiti benötigt Hilfe – und so schickt sie Temeo, der auch Thomas heißt, auf Betteltour: zu Weißen, zu Schwarzen und zum Inder. Temeo löst seine Aufgabe mit Geschick und Witz. Den braucht er dann auch, als das Unglück noch größer wird.
Ein witziges, ideenreiches, fesselndes Buch über ein hierzulande meist unbekannten, warmherzigen Afrika. Besonders schön, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Unter den 7 besten Büchern für junge Leser November 2002.
Ab 8 Jahren. Ostafrika

Siege, Nasrin
Sombo, das Mädchen vom Fluss
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1993
ISBN 3-407-78165-2
112 S., € 5,40
Sombo erzählt aus ihrem Leben: vom Großvater, von der Schule und von der Buschschule, in die sie geht, als sie das erste Mal ihre Periode bekam. Der zweite Teil heißt „Wie der Fluss in meinem Dorf“.
Ab 8 Jahren. Sambia.

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Siege, Nasrin
Juma
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1998
ISBN 3-407-78301-9
162 S., € 5,45
Juma läuft von zuhause fort und lernt das harte Leben auf den Straßen von Daressalam kennen. Erst in einem Straßenkinderzentrum findet er eine Zukunft.
Ab 8 Jahren. Tansania.

Siege, Nasrin
Sombo, das Mädchen vom Fluss
Beltz & Gelberg Verlag, Weinheim 1993
ISBN 3-407-78165-2
112 S., € 5,40
Sombo erzählt aus ihrem Leben: vom Großvater, von der Schule und von der Buschschule, in die sie geht, als sie das erste Mal ihre Periode bekam. Der zweite Teil heißt „Wie der Fluss in meinem Dorf“.
Ab 8 Jahren. Sambia.

Walton, Ann
Piet Grobler (Ill.)
Hier bin ich!
Aus dem Englischen von Dirk Henn
Blauburg Verlag, Freiburg 2002
ISBN 3-935550-02-2
32 S., € 12,--
In Europa kommt June zur Welt. Die Oma im Süden Afrikas will ihr Enkelkind unbedingt sehen und macht sich auf den Weg: per Leopard, Gorilla und schwimmfüßiger Weißgans. Als diese Oma, die so gar nicht wie eine Oma ist endlich ankommt, kann sie June sagen, dass sie sie liebt. Die weiß das aber schon!
Auf den unkonventionell gezeichneten Bildern ist vieles zu entdecken, einiges wird besonders den vorlesenden Eltern Freude machen wie etwa Rick’s Café Americain.
Ab 5 Jahren.

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Zemser, Amy Bronwen
Wo der Mangobaum singt
Aus dem amerikanischen Englisch von Cornelia Krutz-Arnold
Verlag Sauerländer Im Patmos Verlag, Düsseldorf 2002
ISBN 3-7941-4592-5
164 S., € 12,80
Sarina, 12, lebt seit kurzem in Liberia – aber sie weiß nichts von Afrika. Ihr Vater ist kaum je da, er arbeitet in den Holzfällercamps im Landesinneren, ihre Mutter, schwer diabeteskrank und psychisch labil, hält Sarina im Haus fest, bindet sie an Bäume und Zäune, damit sie sie nur ja nie verlässt. Auch Te Te, die Haushälterin, muss auf das Mädchen aufpassen. Doch einmal trifft Sarina Boima im Garten, mit ihm gelingen ihr kleine Fluchten – ans Meer, auf den Markt, zu Boimas Familie. Findet Sarina bei Te Te Unterstützung? Was wird, als die Krankheit von Sarinas Mutter schlimmer wird? Als auch Boima lebensgefährlich erkrankt?
Ab 11 Jahren. Liberia

Bereits vergriffen, aber noch ausleihbar:

Addai, Patrick K./ Walcherberger, K.
Momo Agbo (Ill.)
„Ich habe den Menschen gerne“, sagte der Hund.
Takashis Abenteuer mit dem Zweibeiner

Verlag Adinkra, Bad Schallerbach 2001
ISBN 3-9501083-1-9
91 S., € 20,50
Takashi sucht einen Freund, der ihn beschützen kann. Krokodil, Löwe oder Elefant scheinen da nicht die Richtigen zu sein, auch mit der Spinne erlebt er eine Enttäuschung. Ob diese seltsamen Wesen, die aussehen wie die Vorderbeine der Giraffe, bessere Freunde sind? Ihre Kinder zumindest schließen Takashi schnell ins Herz.
Ab 6 Jahren. Ghana

Adiaffi, Jean-Marie, Assane N’Doye (Ill.)
Die Geschichte vom kleinen Elefanten
Aus dem Französischen von Joachim Schultz
Lamuv Verlag (Reihe Baobab), Göttingen 1991
ISBN 3-88977-270-6
43 S.
Großmutter erzählt ein Märchen warum Menschen und Elefanten Freunde sind und von der Liebe des jungen Elefanten zu der schönen Adjo Blé.
Ab 4 Jahren. Elfenbeinküste

Asare, Meshack (Text und Illu.)
Die Kinder des Baumes
Aus dem Englischen von Helmi Martini–Honus und Jürgen Martini
Lamuv Verlag (Reihe Baobab), Göttingen 1990
ISBN 3-88977-199-8
47 S.
Vor langer Zeit entstand eines Tages ein Riss im Stamm des mächtigen Omumborombonga-Baumes und heraus traten ein Mann und eine Frau. Sie entdeckten die Schönheit der grünen Landschaft und des weiten Landes, beschlossen, es zu ihrer Heimat zu machen und ließen sich in einer schützenden Höhle nieder. Der Mann ging auf die Jagd, die Frau sammelte Wurzeln und Beeren. Ihre Nachkommen leben noch heute als Schmiede, Viehzüchter, Bauern und Jäger in ganz Namibia. Sie sind die Kinder des Baumes.
Ab 6 Jahren. Namibia

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Barbosa, R. Andrade
Ciça Fittipaldi (Illu.)
Großvater Ussumane erzählt
Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Brigitte Konitzky
Peter Hammer Verlag/Deutsche Welthungerhilfe, Wuppertal 1990
ISBN 3-87294-412-6
63 S.
Mit viel Humor erzählt Großvater Ussumane seinem Enkel Malafi Tiergeschichten: Wie die Fliege furchtbar viel Verwirrung anrichtete, was passiert, wenn eine Schildkröte plötzlich in eine Leopardenfalle gerät und warum Flusspferde nur nachts zum Fressen an Land gehen.
Rogério Andrade Barbosa sammelte die mündlich überlieferten Geschichten in Guinea-Bissau und anderen westafrikanischen Ländern und Ciça Fittipaldi illustrierte sie in Anlehnung an die Kunst der Yoruba.
Ab 5 Jahren. Westafrika.

Bedford, Simi
Yoruba-Mädchen, tanzend...
Aus dem Englischen von Ulla Neckenauer
Verlag Sauerländer, Aarau/Frankfurt/M. 1994
ISBN 3-7941-3774-4
306 S., € 19,80
und: Carlsen Tb, Hamburg 1998, ISBN 3-551-37024-9, € 8,90
und: Unionsverlag Tb, Zürich 1998, ISBN 3-293-21024-4, € 8,64
Remi wächst in Lagos im Haushalt ihrer wohlhabenden Großeltern auf, inmitten von Cousins und Cousinen, Onkel und Tanten und Dienstpersonal. Fröhlich und unternehmungslustig bewegt sie sich in dieser pulsierenden Welt. Doch die Idylle währt nicht lange: Remi ist erst sechs Jahre alt, als ihr Vater sie nach England in ein Mädcheninternat schickt. Im fremden Land, konfrontiert mit dem alltäglichen Rassismus, findet sie ihre Überlebensstrategie, erobert sich mit Mut und Witz ihren Platz und bleibt dabei sie selbst: „Gibt es etwas schöneres als ein tanzendes Yoruba-Mädchen?“
Ab 11 Jahren. Nigeria/ Großbritannien.

Djoleto, Amu
Obodai und seine Feunde
Aus dem Englischen von Christine Holliger
Verlag Nagel & Kimche (Reihe Baobab), Zürich/Frauenfeld 1994
ISBN 3-312-00500-0
167 S.
Obodai und seine Freunde leben in Accra, der Hauptstadt Ghanas. Zu ihrem Alltag gehören Prügeleien und Auseinandersetzungen mit anderen Jungen genauso wie streitende Eltern, und zu allem Überfluss stellen sich auch noch die Lehrer gegen sie ... Aber sie finden auch Menschen, die ihnen helfen. So sind Obodai und seine Freunde dann doch imstande, den Problemen die Stirn zu bieten, sich mit einem Handkarren, auf dem sie Waren transportieren, etwas Geld zu verdienen, um weiter die Schule zu besuchen und ihr Leben in die eigene Hand nehmen zu können.
Ab 11 Jahren. Ghana

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Gartung, Werner
Komm mit nach Timia.
Unser Leben im Sahel.

Fotobuch, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1986, 48 S.
Alltag und Feste der Kinder in einem Sahel-Dorf.
Ab 5 Jahren.

Lutz, Kathrin & Christoph
Muraho
Zu Besuch bei der Familie Sibomana.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1981 (6. Aufl.) 34 S.
Zwei weiße Kinder besuchen die Familie Sibomana in Ruanda, gehen auf den Markt, in eine Krankenstation etc.
Ab 5 Jahren. Ruanda.

Nöstlinger, Christine/ Frank Abou–Sidibé
Barbara Waldschütz (Illu.)
Madisou
Dachs Verlag, Wien 1995
ISBN 3-85191-026-5
36 S.
„Eigentlich gab es nichts, worüber sie sich nicht stritten.” Assita und Akissi, die beiden Frauen Djedjeros, können sich nicht leiden. Als Assita stirbt, kommt ihre Tochter Madisou unter die Obhut ihrer Stiefmutter Akissi. Diese bevorzugt ihre eigene Tochter Sata und schikaniert Madisou, wo sie nur kann. Zum alljährlichen Ignames-Fest darf sich das Mädchen nicht wie alle anderen hübsch machen, doch am Ende ist sie die Schönste von allen ...
Ein westafrikanisches Aschenputtel-Märchen mit bezaubernden Illustrationen.
Ab 6 Jahren. Westafrika

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Olaleye, Isaac
Ed Young (Ill.)
Bittere Bananen
Aus dem Englischen von Maria Andreas-Hoole
Altberliner Verlag, Berlin 1996
ISBN 3-357-00711-8
32 S., € 14,30
Der kleine Yussuf lebt mit seiner Familie im afrikanischen Regenwald. Sein Lieblingsgetränk ist Palmsaft, den er selber zapft und auch auf dem Markt verkauft. Deshalb ist er sehr wütend, als ihm Saft gestohlen wird. Mit Geschick und Ideenreichtum legt er den Dieben das Handwerk ...
Die collage-artigen Illustrationen passen vorzüglich zu der Geschichte des listigen Jungen – ein gelungenes Gemeinschaftswerk des nigerianischen Autors Isaac Olaleye und des chinesischen Illustrators Ed Young.
Ab 4 Jahren. Afrika

Pitcher, Diana
Meg Rutherford (Illu.)
Erstermann und Erstefrau
Aus dem Englischen von Susanne Koehler
Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1991
ISBN 3-87294-452-5
120 S.
Dieses Buch macht uns mit Schöpfungsgeschichten aus Afrika bekannt, die, gleichermaßen an Kinder und Erwachsene gerichtet, einen Einblick geben in afrikanische Vorstellungen vom Ursprung der Menschen und zu Vergleichen mit christlich-abendländischen Schöpfungsgeschichten anregen.
Die Südafrikanerin Diana Pitcher hörte einige dieser Geschichten von ihrer Kinderfrau und hat sie für diese Sammlung durch zentral- und westafrikanische Erzählungen ergänzt.
Ab 7 Jahren. Südafrika

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Robson, Jenny
Da musst du durch, Lurch
Aus dem südafrikanischen Englisch von Marion Schweizer
ElefantenPress im Bertelsmann Jugendbuchverlag, München 2001 (Neuauflage)
ISBN 3-570-14616-2
192 S., € 11,--
Gestatten: MacKenzie De Jongh, Kapstadt, Südafrika. Genannt: Chamäleonauge, weil seine Augen in so verschiedene Richtungen schielen, dass sich die Leute abwenden und sagen: Armer Junge! Nur Oubaas, dem Bruder, kommt MacKenzies Schielen zupaß: Er benutzt ihn als Lockvogel, wenn er zum Klauen loszieht. In der Schule ist MacKenzie sehr schlecht, weil er wegen seiner Augen nicht richtig lesen kann. Armer Junge, sagt die Lehrerin und verweist ihn von der Schule. Armer Junge, sagen die Passanten, und drücken ihm Geldstücke in die Hand. Mit Würde Geld verdienen – wie soll das gehen, wenn man nichts kann und nichts taugt, fragt sich MacKenzie. Und wenn man immer auf das Baby der Schwester aufpassen muss – ein schweres Los für einen Jungen von 14. Doch der Vater ist tot, die Arbeitslöhne von Mutter und Schwester reichen vorn und hinten nicht, der erwachsene Bruder ist ein Nichtsnutz.
Mit viel Komik, Mut und scheinbarer naiver Einfalt entwickelt der geplagte Held und Ich-Erzähler seine schrägen Überlebensstrategien und lässt sich auch von Fehlschlägen nicht entmutigen – „da musst du durch, Lurch!“. Das Buch ist ergreifend und urkomisch zugleich.
Ausgezeichnet mit der Blauen Brillenschlange 1996.
Ab 10 Jahren. Südafrika

Schermbrucker, Reviva
Niki Daly (Illu.)
Charlie's House
Aus dem Englischen von Liz Kistner
Herausgeg. von Solidaritätsfonds e.V., Hamburg 1995
Vertrieb über Misereor Medienvertrieb und Buchhandel
ISBN 3-00-000358-4
32 S.
Charlie beobachtet Handwerker, wie sie eine Wellblechhütte für seine Familie im Township Guguletu bauen. Jetzt formt er mit Matsch und Fantasie sein eigenes Haus. Im Anhang ein kurzer Text über Südafrika heute.
Ab 4 Jahren. Südafrika

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