Gesamtprogramm
In jedem Jahr erhalten die Mitglieder des ANDEREn Literaturklubs vier ausgewählte Bücher. In der Übersicht können Sie sich über alle Titel seit 1985 informieren. Viele dieser Bücher sind noch im Buchhandel erhältlich. Viel Spaß beim Stöbern ...
1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
2009

- © Ulf Andersen
Nathacha Appanah [Mauritius]
Der letzte Bruder (Le dernier frère)
Roman, aus dem Französischen von Karin Krieger (192 Seiten)
Nathacha Appanah wird in ihrer Wahlheimat Frankreich seit Jahren von Kritik und Publikum gefeiert. Jenseits aller Postkartenidylle zeigen ihre Bücher ein uns unbekanntes Mauritius. Der letzte Bruder erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen den zwei Jungen Raj und dem viele Rätsel aufgebenden David. Erst Jahre später entdeckt Raj das Geheimnis des verlorenen Freundes, das verwoben ist mit einer lange verdrängten Schuld der Insel. Und erst am Ende seines Lebens hat er den Mut, sich den Erinnerungen zu stellen, die er seit seiner Kindheit tief in sich verschlossen hat.
Nathacha Appanah wurde 1973 auf Mauritius als Tochter einer indischstämmigen Familie geboren und lebt heute als Journalistin in Paris. Sie begann bereits in ihrer Jugend zu schreiben. Der letzte Bruder ist ihr vierter Roman. Er wurde in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt. Appanahs „Stärke liegt in der Schlichtheit ihrer Sprache und dem Vermögen, kraftvolle Bilder herauf zu beschwören.“ Le Nouvel Observateur

- © privat
Sinan Antoon [Irak/USA]
Irakische Rhapsodie (I’jaam)
Roman, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich (144 Seiten)
Furât, inhaftierter Anglistikstudent und angehender Schriftsteller, bekommt von einem Mitinsassen unbeschriebene Blätter zugesteckt, die er in einer unleserlichen Schrift zu füllen beginnt. Ein gefährliches Unterfangen. Das Land befindet sich im Ersten Golfkrieg, das totalitäre Regime duldet keinerlei Kritik. Im Gefängnis ist Furât Folter und Demütigungen ausgesetzt. Die weißen Seiten geben ihm ein Stück Freiheit zurück. In faszinierendem Wechsel zwischen Erinnerung und Gegenwart, Angst- und Wunschträumen schildert der junge Mann das Leben der Studenten voller abstruser Verordnungen und Verbote, aber auch die glücklichen Momente mit seiner Geliebten Arîdsch und seiner Großmutter – zwei unangepassten Frauen.
Sinan Antoon wurde 1967 als Sohn eines irakischen Vaters und einer amerikanischen Mutter geboren, seit 1991 lebt er in den USA. Er schreibt Gedichte (The Baghdad Blues, 2007) und Essays. Antoon ist auch als Übersetzer und Dokumentarfilmer (About Baghdad, 2004) tätig. Der Assistenzprofessor an der New York University ist 2008/09 „Fellow“ am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

- © Nimra Bucha
Mohammed Hanif [Pakistan]
Eine Kiste explodierender Mangos (A Case of Exploding Mangoes)
Roman, aus dem Englischen von Ursula Gräfe (ca. 360 Seiten)
Am 17. August 1988 explodiert das Flugzeug des pakistanischen Präsidenten Zia ul-Haq. An Bord befinden sich neben dem Militärdiktator und treuesten Verbündeten der USA im Krieg der Mudschaheddin gegen die Sowjets einige seiner ranghöchsten Generäle und der US-Botschafter Arnold Raphel. Bis heute ist es eine der großen offenen Fragen in der Geschichte Pakistans, ob es sich bei dem mysteriösen Absturz um einen Unfall oder um ein Attentat handelte.
Hanif greift dieses Ereignis auf und entwickelt daraus einen Roman mit anarchischer Komik und schwarzem Humor. Eine Kiste explodierender Mangos ist eine vielschichtige, brillant und höchst spannend erzählte Satire über Männer, Macht und Militär, die vor dem Hintergrund des historischen Ereignisses die Verstrickungen auch der gegenwärtigen globalen Politik aufdeckt.
Mohammed Hanif, geboren 1965 in Okara/Pakistan, war Pilot der pakistanischen Luftwaffe, bevor er eine Karriere als Journalist einschlug. Er schrieb Theaterstücke und Drehbücher. Heute leitet er den Urdu Service des Radiosenders BBC. Eine Kiste explodierender Mangos ist sein erster Roman, der schon kurz nach Erscheinen für den Man Booker Prize nominiert wurde.

- © Govert van Eeden
Teresa Ruiz Rosas [Peru]
Die verwandelte Frau (La mujer cambiada)
Roman, aus dem Spanischen von José Enrique Chirinos (ca. 200 Seiten)
In einer angesehenen Schönheitschirurgiepraxis in Lima stellt Elvira Peña Dr. Bustíos vor eine große Herausforderung: Sie möchte eine andere werden. Ohne nach den Motiven zu fragen, führt der Chirurg die Operation durch und verändert somit nicht nur Elviras Leben, sondern auch sein eigenes. Elvira überzeugt den Arzt, der sich auf dem Gipfel seines Ruhmes befindet, die Reichen von Lima und ihre Falten- und Busenprobleme hinter sich zu lassen und mit ihr in Arequipa eine Praxis der ganz anderen Art zu eröffnen: Hier sind die Patienten Menschen, die die Operationen wirklich brauchen – Opfer von Unfällen etwa oder auch Menschen auf der Flucht, wie auch Elvira Peña. Sie flüchtet vor den Terroristen des „Leuchtenden Pfades“, die während der Unruhen in Peru ihren Geliebten entführt haben. Sie flüchtet aber auch vor ihrem Ex-Mann und muss sich am Ende doch einer ganz anderen Wahrheit stellen.
Die Autorin und Übersetzerin Teresa Ruiz Rosas wurde 1956 in Arequipa/Peru geboren. Ihr erster Roman Der Kopist (übers. v. Alicia Padrós) ist 1996 im Amman Verlag erschienen, dann folgte Wer fragt schon nach Kuhle Wampe 2008 im Verlag Ralf Liebe. Die Autorin lebt in Köln.
Das Programm 2009 steht Ihnen auch als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.
2008

- © Edition Nautilus
Abdourahman A. Waberi [Djibouti]
In den Vereinigten Staaten von Afrika (Aux États-Unis d’Afrique)
Roman, aus dem Französischen von Katja Meintel (rd. 160 Seiten)
Eine satirische Parabel über eine ganz andere Weltordnung: Die Vereinigten Staaten von Afrika genießen unermesslichen Reichtum und Komfort, Megastädte entstehen, und die afrikanischen Wissenschaftler und Künstler lassen sich weltweit feiern, derweil das zerrüttete „Euramerika“ im Notstand versinkt und die Weißhäutigen in Massen ins Exils getrieben werden. Die prosperierende afrikanische Staatengemeinschaft zwingt ihre wirtschaftliche, militärische und kulturelle Vorherrschaft den anderen Kontinenten auf, bezahlt wird weltweit mit der AfriCard.
Protagonistin dieser außergewöhnlichen Politsatire ist Maya, eine junge Malerin. In der Normandie geboren und von einem gut meinenden Paar in Asmara adoptiert, begibt sie sich nach dem Tod der Adoptivmutter auf die Suche nach ihren eigenen Wurzeln. Sie findet ihre leibliche Mutter in einem Slum in der Normandie, kehrt aber dem Elend schnell wieder den Rücken. Die Eindrücke ihrer Reise setzt sie jedoch künstlerisch um und macht den Exotismus zu ihrem Markenzeichen.
Abdourahman Waberi wurde 1965 in Djibouti geboren und lebt heute in der Normandie. Er gilt als Nationalschriftsteller Djiboutis. Bislang hat er neun Bücher geschrieben, die in acht Ländern erschienen sind. Die französische Zeitschrift Lire zählt ihn zu den 50 wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen Autoren.

- © Ronald Michael Stallard
Raúl Argemí [Argentinien]
Chamäleon Cacho (Penúltima nombre de guerra)
Roman, aus dem Spanischen von Susanna Mende (rd. 160 Seiten)
Ein Krankenhaus, irgendwo in der tiefsten argentinischen Provinz. Manuel Carraspique, Journalist aus Buenos Aires, wacht aus dem Koma auf: Autounfall, Beifahrer tot, Amnesie, er weiß nur noch seinen Namen und Beruf. Im Nebenbett liegt, bis zur Unkenntlichkeit in Verbandsstoff eingewickelt, Prudencio Márquez, ein irrer indianischer Exorzist. In halluzinierenden Gesprächen erzählt Márquez von Cacho, genannt das Chamäleon, der nach Bedarf in jede Rolle und Identität schlüpfen kann: Dealer, Priester, Arzt, oder auch gefürchteter Exekutor namens Teniente Cacho. Doch wer ist Cacho wirklich? In einem atemberaubenden Verwirrspiel verwischen sich die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Erinnern und Vergessen, Wahrheit und Lüge, Gut und Böse.
Der Autor Raúl Argemí (*1946) verbrachte während der Militärdiktatur zehn Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung arbeitete er als Redakteur in Patagonien, seit 2000 lebt er in Spanien. Für Chamäleon Cacho, seinen dritten Roman, erhielt er den Premio Dashiell Hammett und den Premio Luis Berenguer.
Eine Rezension zu Chamäleon Cacho erschien im titel Magazin »»

- © Juan Falcon
Wendy Guerra [Kuba]
Alle gehen fort (Todos se van)
Roman, aus dem Spanischen von Peter Tremp (rd. 280 Seiten)
Im ersten Teil dieses Tagebuchromans berichtet die neunjährige Nieve vom Leben mit ihrer „Hippie-Mutter“ und deren schwedischen Partner. Als jedoch ihr alkoholkranker Vater das Sorgerecht zugesprochen bekommt, beginnt für Nieve ein Alptraum aus Hunger, Schlägen und Vernachlässigung von ihr – und das ist charakteristisch für das Buch – in einer äußerst distanzierten, dadurch aber umso eindringlicheren Sprache beschrieben.
Sechs Jahre später ist das Tagebuch noch immer Nieves bester Freund. Mittlerweile lebt sie wieder mit ihrer Mutter in einem Haus in der Hauptstadt, das Treffpunkt vieler Künstler ist. Nieve jedoch hat ihren Platz im Leben noch nicht gefunden. Ohne zu urteilen reflektiert sie über das alltägliche Leben im Havanna der ausgehenden 80er, als z. B. eine Musiksendung abgebrochen wird, weil der Sänger „wohl irgendwie das Wort ‚Freiheit’ auf eine Weise gesagt hat, die nicht gefällt“.
Wendy Guerra (*1970 in Havanna) studierte Film-, Radio- und Fernsehwissenschaften und ist in Kuba hauptsächlich als Schauspielerin und Lyrikerin bekannt. Sie gewann mit Todos se van den Premio de Novela Bruguera 2006. Der erfolgreiche katalanische Autor und Juror für diesen Preis Eduardo Mendoza lobte die „Authentizität und Ehrlichkeit des Buches“.
Lesen Sie auch die Rezension "Verlorene Illusionen" aus der NZZ Online »»

- © Jorge Simão/4see photographers
José Eduardo Agualusa [Angola]
Das Lachen des Geckos (O Vendedor de Passados)
Roman, aus dem Portugiesischen von Michael Kegler (184 Seiten)
Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von illustren Vorfahren und versorgt sie mit glücklichen Erinnerungen.
Doch eines Nachts kommt ein geheimnisvoller Fremder in sein Haus, dem er eine neue angolanische Identität verschaffen soll. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass der sich zunehmend mit der erfundenen Person identifiziert und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vergangenheit begibt.
Agualusas wendiger Erzähler nimmt uns mit auf eine spannende und poetische Reise durch die sich wandelnden Landschaften von Erinnerung und Geschichte, in eine Welt, in der sich die Wahrheit von einem Moment zum anderen verändert.
José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Huambo (Angola) geboren und studierte Agrarwissenschaften und Forstwirtschaft in Lissabon. Sein erster Roman A Conjura erschien 1989. Bereits in diesem Roman ist die Vermischung der Kulturen im Angola gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein zentrales Thema, das in vielen seiner weiteren Veröffentlichung wiederkehrt. Bis heute sind acht Romane sowie mehrere Bände mit Gedichten, Erzählungen, Essays und Kinderbücher erschienen.
Das Programm 2008 steht Ihnen auch als pdf-Datei zum Download zur Verfügung.
2007

- © Andrea de Meo
Alaa al-Aswani [Ägypten]
Der Jakubijân-Bau (’Imarat Ya’qubyan)
Roman, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich (372 Seiten)
Im Jakubijân-Bau mitten in Kairo herrscht eine Art Dorfleben. Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in winzigen Verschlägen: kleine Händler, Arbeiter oder Angestellte. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein Grundbesitzer, teilenteignet durch die Revolution von 1952, sein Büro und Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau, und viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Die Leben der Hausbewohner verschränken sich auf vielfältige Weise.
In Ägypten und der arabischen Welt war der Roman ein Bestseller, der nach ihm gedrehte Film wurde auch in Berlin und Cannes gezeigt. Alaa al-Aswani (*1957), der Zahnarzt ist, erzählt in seinem Debütroman von Begebenheiten, über die selten direkt gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der reiche Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird in der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert – das tägliche Leben Ägyptens Anfang der 90er Jahre vor dem Hintergrund des Kriegs im Irak.

- © Dominique Favre, Archivo Personal
Alonso Cueto [Peru]
Die blaue Stunde (La hora azul)
Roman, aus dem Spanischen von Elke Wehr (319 Seiten)
Alonso Cueto erzählt von einem Mann, der sich bei dem Versuch, sich von der Schuld seines Vaters zu befreien, immer mehr in sie verstrickt. Adrián Ormache hat alles, was man sich wünscht: Frau und Kinder, eine erfolgreiche Anwaltskanzlei, ein Haus in einem der besten Viertel von Lima. Nach dem Tod seiner Mutter erfährt er, dass sein Vater in den 80er Jahren, als der Leuchtende Pfad seinen Guerillakrieg gegen den Staat führte, eine Militärkaserne leitete – brutal und erbarmungslos. Doch in eine Gefangene verliebte er sich und lebte mit ihr in seinem Zimmer, statt sie, wie üblich, an seine Soldaten „weiterzureichen“. Bis ihr eines Tages die Flucht gelang.
Adrián begibt sich auf die Suche nach der Unbekannten; durch die Konfrontation mit der Vergangenheit werden ihm seine Heimat und sogar sein eigenes Leben zusehends fremd.
Alonso Cueto (*1954) gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis (2000) und einem Stipendium der Guggenheim-Stiftung (2002). Für La hora azul, seine erste Veröffentlichung in deutscher Übersetzung, erhielt er 2005 den renommierten spanischen Premio Herralde
Ayu Utami [Indonesien]
Saman
Roman, aus den Indonesischen von Peter Sternagel (rd. 180 Seiten)
Ein katholischer Priester, der über sein Engagement für unterdrückte Kleinbauern zum indonesischen Widerstand stößt, sich dabei verliebt, sein Priesteramt aufgibt und nach New York emigriert: eine ungewöhnliche Geschichte. Auch von einer Gruppe selbstbewusster junger Frauen wird erzählt, die sich den traditionellen Rollenzuweisungen verweigern.
Der Debütroman Saman wurde in Indonesien als literarische Sensation gefeiert. Er erschien kurz vor der Entmachtung General Suhartos, gleichsam als Vorbote des politischen Wandels. Der offene Umgang mit gesellschaftlichen Tabus stellt einen Bruch mit der bisherigen indonesischen Literatur dar: Die Journalistin Ayu Utami (*1968) schreibt freizügig über Sexualität, thematisiert das schwierige Verhältnis zwischen Muslimen und Christen sowie den Hass auf die chinesische Minderheit. Virtuos wechselt sie zwischen verschiedenen Erzählperspektiven, Schauplätzen und Zeitebenen, verknüpft Traumsequenzen und alte Mythen mit Schilderungen der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Indonesien der 90er Jahre.
Saman, die erste deutsche Veröffentlichung der Autorin, wurde 1998 als bester indonesischer Roman ausgezeichnet und bildet den Anfang eines Romanzyklus, dessen zweiter Teil 2001 unter dem Titel Larung erschien.

- © Heinz Hug
Ahmadou Kourouma [Elfenbeinküste]
Die Nächte des großen Jägers (En attendant le vote des bêtes sauvages)
Hörbuch, aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi. Gelesen von Udo Samel (3 CDs)
Sechs Nächte lang lässt sich Koyaga, der große Jäger, Krieger und schließlich Präsident einer fiktiven Republik in Westafrika, sein Leben von einem Griot mit Rede und Gegenrede erzählen. Als Sohn eines Kriegshelden und einer Zauberin hatte er alle Voraussetzungen, um erster Mann des Staates zu werden und unter Einsatz aller erdenklichen Ränkespiele und Grausamkeiten auch zu bleiben, bis Wahlen anstehen. Aus dem Lobgesang seines Hofpoeten wird mehr und mehr eine dramatische Anklage, nicht nur gegen Koyaga, sondern gegen alle Diktatoren Afrikas.
Der Roman stand bei Erscheinen in Frankreich lange auf der Bestsellerliste. Er ist ein außerordentliches Beispiel, wie in der zeitgenössischen afrikanischen Literatur Mündlichkeit als besondere literarische Ausdrucksform attraktiv wird. Dass nun ein Hörbuch daraus gemacht wurde, ist nur konsequent.
Ahmadou Kourouma (*1927 - †2003 gehört seit seinem ersten Roman Les soleils des indépendances (1968; Der schwarze Fürst. Übers. Horst Lothar Teweleit. Berlin 1978/Wuppertal 1980) zu den wichtigsten Stimme der afrikanischen Literatur. 2000 erhielt er den französischen Renaudot-Preis.
2006

- © Marcos Issa
Betty Mindlin [Brasilien]
Der gegrillte Mann. Erotische Mythen vom Amazonas (Moqueca de maridos)
Aus dem Portugiesischen von Nicolai von Schweder-Schreiner. Rd. 320 Seiten
Die Mythen und Geschichten über Liebe und Sexualität, erzählt von Mitgliedern sechs verschiedener indianischer Völker im brasilianischen Amazonasgebiet, sind so alt wie die Menschheit: Sie handeln von Liebe und Hass, Eifersucht und Rache, dem Leben nach dem Tod, Tabus und Einsamkeit, vom Ursprung der Sexualität und romantischer Liebe, von Müttern und Töchtern, von Männlichkeit. Sie sind ein großartiges Zeugnis oraler Weltliteratur und gestatten einen faszinierenden Einblick in die Ideenwelt indianischer Gemeinschaften im Amazonas.
Betty Mindlin beschäftigt sich als Anthropologin seit vielen Jahren mit den Mythen der Indianer im brasilianischen Amazonasgebiet und hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, die zu Klassikern der heutigen Anthropologie geworden sind. Sie war 1987 Mitbegründerin der NGO Instituto de Antropologia o Meio Ambiente (IAMA).
Der gegrillte Mann wurde 1997 mit dem Preis der Vereinigung von Kunstkritikern São Paulos ausgezeichnet. Betty Mindlins Sammlung wurde bisher mit großem Erfolg in viele Sprachen übersetzt.

- © Lenos Verlag
Habib Selmi [Tunesien]
Bajjas Liebhaber. Roman
(`Ushshâq Bayya)
Aus dem Arabischen von Regina Karachouli. 220 Seiten
In diesem Roman ist ein alter knorriger Olivenbaum abseits des Dorfes im tunesischen Sahel der eigentliche Protagonist. Unter ihm sitzen die vier alten Männer, die sich, dominiert vom Rhythmus der täglichen Gebete, Geschichten erzählen und über die Weltläufte sinnieren. „Lebenszeit liegt in Gottes Hand“ ist eine der kaum geheimen Erkenntnisse der Männer, die reden wollen, „ohne von Frauen und anderen Unbefugten beobachtet oder belauscht zu werden“. Doch alles ändert sich, als es um die Geschichte von Bajja geht, die hübsche selbstbewusste Witwe, eine Geschichte, die längst vergessen geglaubte Gefühle wieder wach werden lässt.
Ein Roman mit Witz und subtiler Ironie über Menschen im ländlichen Tunesien, gekonnt komponiert mit viel Poesie, aber auch Realismus.
Habib Selmi (*1951) ist einer der wichtigsten tunesischen Autoren arabischer Sprache. Seit 1983 lebt der Literaturdozent, der bisher fünf Romane und zwei Bände mit Erzählungen veröffentlicht hat, in Paris. Bajjas Liebhaber ist sein erstes Buch in deutscher Übersetzung.

- © Privat
Kushwant Singh [Indien]
Paradies und andere Geschichten. Erzählungen
(Paradise and Other Stories)
Aus dem indischen Englisch von Claudia Wenner. Rd. 260 Seiten
Warum glauben wir an Wunder? Kann ein Horoskop die Vollkommenheit der Ehefrau garantieren? Ist das Kamasutra die richtige Gebrauchsanweisung für Frischverheiratete? Diese und andere Fragen stellt der bekannteste indische Schriftsteller in seiner neuen Kurzgeschichtensammlung.Eine Amerikanerin kommt ins indische Haridwar, um Erlösung für ihre Seele zu erlangen, aber bald entdeckt sie, dass auch am Ufer des Heiligen Ganges Versuchungen lauern. Madan Mohan Pandey, Amateurastrologe und Student alter Hinduskripte, findet zu seinem großen Entsetzen heraus, dass seine sittsame Braut ganz anders als erwartet ist. Devi Lal söhnt sich mit Gott aus, als seine Schwiegertochter nach heimlichen Besuchen in einem kleinen Tempelschrein endlich einen Enkel auf die Welt bringt. Kushwant Singh legt nach Jahrzehnten wieder bemerkenswerte Kurzgeschichten vor: Immer provokant und witzig, manchmal auch deftig und dann wieder zärtlich. Khushwant Singh (*1915), Indiens bekanntester Schriftsteller und Kolumnist, war Mitbegründer von Yojna, Redakteur der Illustrated Weekly of India, dem National Herald und der Hindustan Times und von 1980-1986 Mitglied des indischen Parlaments. Er hat viele Bücher veröffentlicht, u.a. Romane wie Train to Pakistan, Delhi (dt. Dölling & Galitz, Hamburg 1995) und The Company of Women, eine zweibändige History of the Sikhs und viele Sachbücher über die Sikh. Seine Autobiographie Truth, Love and a Little Malice erschien 2002.

- © Nuno Elias
Ondjaki [Angola]
Hallo, Genossen. Roman (Bom dia camaradas)
Aus dem Portugiesischen von Claudia Stein. Rd. 140 Seiten
Mit diesem Roman hat Ondjaki einer ganzen Generation, die im Krieg geboren wurde und aufwuchs, ein ganz besonderes Denkmal gesetzt. Er beschreibt das relativ sichere und komfortable Leben einer kleinen Mittelschicht in der vom Krieg weitgehend verschonten Hauptstadt Luanda. Ein enger Blickwinkel also, der den weitverbreiteten Horror ausspart, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen. Ein Kunstgriff auch, der es dem Leser in der ganzen Welt erlaubt, das einigermaßen normale Leben des Protagonisten zu begreifen. Denn wer kann sich wirklich mit jemandem identifizieren, der machtlos bei der Ermordung von Eltern oder Kindern zuschauen musste, oder dessen Bein durch eine Mine abgerissen wurde? Hallo, Genossen ist auch ein Roman über das Erwachsenwerden. Junge und jung gebliebene LeserInnen werden ihn unterhaltsam und amüsant finden und sicherlich noch das eine oder andere über das ferne – aber vielleicht gar nicht so fremde – Angola lernen. Denn Ondjakis Roman ist genauso wenig nur für Kinder gedacht wie Sempés Der kleine Nick oder Mark Twains Huckleberry Finn.
Ondjaki (*1977), der eigentlich Ndalu de Almeida heißt, auch malt und Filmprojekte plant, hat bisher eine Reihe von Erzählungen (u.a. Momentos de Aqui; „Momente von Hier“, 2001) und den Roman O Assobiador („Der Pfeifer“, 2002) veröffentlicht. Er lebt in Angola. Hallo, Genossen ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.
2005

- Esther Mujawayo © Patrick Zachmann/ Magnum/ Agentur Focus
Esther Mujawayo [Ruanda]
Ein Leben mehr. Lebenszeugnis
(SurVivantes. Rwanda, dix ans après le génocide)
Aus dem Französischen von Jutta Himmelreich. Rd. 360 Seiten
„Es kam ein Moment, in dem ich mir sagte: Wenn du überleben willst, Esther, musst du dich dem widmen, was dir geblieben ist, und nicht dem, was du verloren hast.“ Esther Mujawayo hat den Völkermord in Ruanda 1994 überlebt. Verloren hat sie ihren Mann und 17 Familienmitglieder, geblieben sind ihr drei Töchter und der Wille, den zahllosen traumatisierten Witwen und Kindern zu helfen. Ergreifend und ungeheuer lebendig schildert sie – aufgeschrieben mit Hilfe der algerischen Journalistin Souâd Belhaddad –, wie sie die Kraft für ein Leben nach dem Völkermord aufbringt.
In der Autobiografie einer starken Frau erzählt Esther Mujawayo (*1960 in Ruanda) ihren Lebensweg, angefangen bei Kindheit und Jugend als Tutsi auf dem Land, dann von Ausbildung, Ehe und Familie, vom Alltag, in den 1990 der Krieg und 1994 die Massaker hereinbrechen. In ergreifender Weise schildert sie, wie sie den Genozid mit ihren drei Töchtern überlebt und die Kraft für ein Leben danach aufgebracht hat, das sie schließlich als Psychotherapeutin nach Deutschland führt.
Ihr Buch stand wochenlang auf den französischen Bestsellerlisten und wurde mit dem
Ahmadou Kourouma Preis auf der Genfer Buchmesse 2004 ausgezeichnet.

- Alberto Fuguet © Zebu Verlag
Alberto Fuguet [Chile]
Die Filme meines Lebens. Ein Roman (Las Peliculas de mi vida)
Aus dem Spanischen von Silke Kleemann, Rd. 300 Seiten
Ein chilenischer Seismologe auf dem Weg zu einem Kongress in Japan bleibt in Los Angeles hängen, wo er aufgewachsen ist. Eine Begegnung im Flugzeug führt ihn auf einen Trip in die Vergangenheit, in seine Kindheit und Jugend, die er in den 60er und frühen 70er Jahren in den USA, später im Chile der Pinochet-Diktatur verbracht hat. Waren es bei Proust noch die Düfte einer Weißdornhecke, die Erinnerungen auslösten, so sind es bei Fuguet Filme, die den Erzähler zurück in seine verlorene Kindheit transportieren. Jeder Film, jeder Kinobesuch evoziert Erinnerungen. An Marshmallows, Achterbahnfahrten, an den Vater im James-Dean-Look, an Swimming Pools und blonde Hippie-Mädchen – aber auch an die Scheidung seiner Eltern, die Verachtung, die ihm sein Großvater entgegenbringt, die Verarmung der Familie, die erstickenden Verhältnisse in Chile. Mit Ironie und Sensibilität erzählt Fuguet die Lebensgeschichte eines Mittelschichthelden, der versucht, seinem bindungs- und beziehungslosen Dasein auf den Grund zu kommen.
Alberto Fuguet (*1964 in Santiago de Chile) hat seit 1990 einen Band mit Erzählungen und vier Romane veröffentlicht. Er schreibt auch Filmkritiken, Reportagen und Essays. Bekannt geworden ist er durch die Anthologie McOndo (1996), eine Loslösung vom magischen Realismus. Die Filme meines Lebens ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

- Leïla Marouane © Haymon Verlag
Leïla Marouane [Algerien]
Die Bestrafung der Heuchler. Roman (Le Châtiment des Hypocrites)
Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Rd. 250 Seiten
Eine Frau revoltiert. Die Hebamme Fatima wird von algerischen Terroristen entführt und vielfach vergewaltigt. Aus dieser Hölle freigelassen, bringt sie heimlich ein Mädchen zur Welt. Fatima will sich an den Männern rächen. Mit einem Operationsbesteck nähert sie sich Männern als Prostituierte. Doch Rache bleibt Traum und Alptraum zugleich. Fast verrückt geworden begegnet sie ihrem früheren „Verlobten“, mit ihm geht sie nach Paris in ein bürgerliches Familien- und Berufsleben, in der Hoffnung auf Vergessen. Doch ihr Mann findet das Tagebuch ihrer Zeit auf dem Strich, verlangt die Scheidung und will ohne sie zurück nach Algier. Da brennen ihr alle Sicherungen durch. In einem grotesken Finale bringt sie ihn auf grausige Weise um. Erzählebenen verschwimmen, manche Volte der Handlung verblüfft und irritiert. Das Buch zeichnet ein krasses und makabres Stimmungsbild beider Lebenswelten Fatimas. Heuchlerisch ist die algerische Gesellschaft, auch jene im Exil – vom Kellner, der vor Islamisten zittert und keine Frau bedient, bis zum solide auftretenden Ehemann, der Whisky trinkt, doch Mekkapilger beherbergt. Ein schonungsloser Roman über ein extremes Frauenschicksal in der islamischen Welt unserer Tage.
Leïla Marouane (*1960) lebt seit 1991 in Frankreich und hat mehrere Romane veröffentlicht. Nach Das Mädchen aus der Kasbah (Wien 1998) und Entführer (Innsbruck 2003; LiBeraturpreis 2004) ist dies ihr dritter Roman in deutscher Übersetzung.

- Spôjmaï Zariâb © privat
Spôjmaï Zariâb [Afghanistan]
Der Hahn. Erzählungen (Khorrus e-Man)
Aus dem Dari von Jutta Himmelreich. Rd. 120 Seiten
Ein Hahn rettet einen Unschuldigen. Ein blinder, gottesfürchtiger Mann ermuntert einMädchen im konservativ-islamischen Afghanistan, sich künstlerisch zu betätigen. DieserMann erlaubt auch der Mutter des Mädchens, sich frei zu verhalten. Wenn doch alle Männer blind wären, damit die Mütter immer so selbstständig sein könnten – so der Wunsch des Mädchens. In den Geschichten von Spôjmaï Zariâb wird ein staunender, märchenhaft verklärender Ton angeschlagen, weit weg vom Realismus, der nahe liegen könnte, wenn von Afghanistans düsterer Wirklichkeit der letzten Jahrzehnte die Rede ist. Sprache und Erzählweise der Geschichten schöpfen aus der verborgenen Melancholie der Autorin, die viel gesehen und erlebt hat und genau und poetisch beobachtet. Die Erzählungen kreisen immer wieder um das Schicksal von Kindern und Frauen in einer vom Krieg geprägten Männergesellschaft.Spôjmaï Zariâb (*1949) ist als Geschichtenerzählerin im persischsprachigen Raum bekannt. Sie lebt seit 1991 in Frankreich, wo sie auch studierte und über französische Literatur promovierte. Ihre ins Französische übersetzten Erzählungen haben bei Kritik und Leserschaft viel Aufmerksamkeit gefunden. 2003 erhielt Spôjmaï Zariâb auf der Leipziger Buchmesse den LiBeratur-Förderpreis. Dieser Band ist ihre erste deutsche Buchveröffentlichung.
2004

- Elias Khoury
Elias Khoury (Libanon)
Das Tor zur Sonne (Bab ash-shams)
Roman, aus dem Arabischen von Leila Chammaa (rd. 600 Seiten)
In einem halb verlassenen Krankenhaus eines Flüchtlingslagers sitzt ein Mann am Bett seines tödlich verwundeten Freundes, eines palästinensischen Widerstandskämpfers, und greift zu einer bewährten Komatherapie: Wie einst Scheherazade, die ebenfalls den Tod durch Worte abwenden wollte, erzählt er seinem Freund und Kompagnon Geschichten aus ihrer Vergangenheit, von gemeinsamen Bekannten, gemeinsamen Orten und gemeinsam Erlebtem. Dabei offenbaren die einzelnen Episoden, die am Ende wie Teile eines Puzzles ein ganzes Bild ergeben, die Geschichte des palästinensischen Volkes und dessen Vertreibung. Es sind Geschichten von Hass und Trauer, aber auch von Hoffnung, Liebe und Glück. Khoury schreibt an gegen das Vergessen und entwirft das Porträt der Stadt, wie sie einmal war, wobei er vor allem an den Menschen interessiert ist, an den kleinen Leuten, deren Leben er durch Erinnerungen zu bewahren sucht.
Elias Khoury ist einer der bedeutendsten und bekanntesten libanesischen Autoren, der sich auch als Essayist immer wieder zu Worte meldet. Bisher erschienen in deutscher Übersetzung von Leila Chammaa die Romane Das Königreich der Fremdlinge (Berlin 1998) und Der geheimnisvolle Brief (München 2000).

- Barlen Pyamootoo
Barlen Pyamootoo (Mauritius)
Benares (Bénarès)
Roman, aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer (rd. 100 Seiten )
Mayi hat viel Geld beim Spiel gewonnen und lädt seinen besten Freund ein, einen drauf zu machen. Aus dem kleinen Ort Benares ziehen sie mit einem befreundeten Taxifahrer los in die Hauptstadt Port-Louis, suchen nach Frauen, mit denen sie die Nacht verbringen können. In der Stadt haben sie wenig Glück, niemand ist bereit, in den entlegenen Ort Benares mitzufahren. Schließlich beginnt mit zwei Frauen doch noch eine lange Fahrt durch die dunkle tropische Nacht, durch Zuckerplantagen und kleine Orte. Es entspinnt sich ein zuerst stockendes, dann nicht mehr abreißendes Gespräch, kaum unterbrochen von kurzen Stopps, Zigaretten müssen gekauft werden, es wird getankt. Der Ich-Erzähler schwärmt von der indischen Pilgerstadt Benares, behauptet gar, er sei dort schon gewesen. Die Stationen der Nacht lassen die Insel Mauritius in ihrer Schönheit und Widersprüchlichkeit erstehen. Deutlich werden in den Gesprächen vor allem die Sehnsüchte und die Hoffnungen, denen die Menschen hinterher träumen, auch wenn sie aus ihrer Umgebung nicht heraus können oder wollen. Ein faszinierendes nächtliches road movie, erzählt in einer garantiert exotik-freien Sprache.
Barlen Pyamootoo (*1960) war Lehrer und ist derzeit Verlagslektor auf Mauritius. Benares (1999 in Paris erschienen) ist sein erster Roman, dessen Verfilmung im Sommer 2004 in Frankreich (und anderswo) in die Kinos kommt.

- Yanick Lahens
Yanick Lahens (Haiti)
Tanz der Ahnen (Dans la maison du père)
Roman, aus dem Französischen von Jutta Himmelreich (rd. 180 Seiten)
Eben noch tanzt sie mit ihrer Mutter zu einem mitreißenden Ragtimestück durchs Wohnzimmer, dann überläßt sie sich dem Rhythmus der Voodootrommeln, bis der Vater sie mit einer Ohrfeige wütend unterbricht. Alice Bienaimé ist die wohlbehütete Tochter einer haitianischen Familie, die sich seit der Sklavenbefreiung 1804 von Generation zu Generation hochgearbeitet hat, immer die Kultur und den Gott der Weißen vor Augen. Auch Alice soll durch Bildung und Heirat sozial weiter aufsteigen.
Aber die Zeiten ändern sich. Einige sind nicht mehr bereit, die eigenen kulturellen Wurzeln zu verleugnen. Im Verborgenen lebt die Kultur der afrikanischen Ahnen weiter. Auch Alice kann und will sich diesem Einfluss nicht entziehen.
Yanick Lahens zeichnet ein feinfühliges Bild der heranwachsenden Alice, die im traditionellen Tanz ihre kulturelle Identität findet. Einprägsame Bilder zeigen die alltäglichen Widersprüche eines Volkes, das vom Grenzgang zwischen französischer und afrokaribischer Kultur geprägt ist. Ein subtiler Roman über die Befindlichkeit einer Nation, die sich vor 200 Jahren von der Sklaverei befreite.
Yanick Lahens (* Port-au-Prince) hat 2002 auf der Leipziger Buchmesse den »Förderpreis der Initiative LiBeraturpreis« erhalten. Nach Studien in Frankreich lebt sie wieder in Haiti und unterrichtet Literatur an der Universität. Sie publizierte Kurzgeschichten und Erzählungen in Paris und Port-au-Prince. Tanz der Ahnen ist ihr erster Roman.

- Alia Mamduch
Alia Mamduch (Irak)
Die Leidenschaft (Al-Walae)
Roman, aus dem Arabischen von Regina Karachouli (rd. 250 Seiten)
Ein seltsames irakisches Quartett: Mus’ab, ein stolzer Mann der Macht mit geheimen und weniger geheimen Leidenschaften, kommt mit seiner vierten Frau Widad in London an. Er will seinen Sohn Mazen besuchen, der in Cardiff lebt und mit seiner irakischen Identität nicht ganz zu Rande kommt, auch weil er von Europa fasziniert ist. Vierte im komplexen Bunde, der gelegentlich auch vom zweiten Golfkrieg überschattet wird, ist Mus’abs zweite Frau Hoda, die Mutter Mazens, die sich mit dem Scheitern ihrer Ehe nie so recht abgefunden hat. In einem eher intimen Rahmen erzählt Alia Mamduch von den klassischen Konstellationen in der arabischen Welt, der Tyrannei des Mannes, der sexuellen Unterdrückung der Frau oder der Heuchelei in der Familie. Gerade in seiner Vielstimmigkeit wird in dem Roman etwas von Leidenschaften deutlich, die immer auch zweideutig sind.
Alia Mamduch (*1944 in Bagdad) war in ihrer Heimat Chefredakteurin der Zeitschrift Al-Rassed. Sie verließ Bagdad zu Beginn der 80er Jahre, arbeitete in Beirut und Rabat als Kulturjournalistin. Alia Mamduch hat zwei Bände mit Erzählungen und vier Romane veröffentlicht, mit denen sie ihren Ruf als unangepasste Autorin in der arabischen Welt etablierte. Seit einigen Jahren lebt sie in Paris.
Die Leidenschaft ist nach Mottenkugeln (Basel 1998) ihr zweiter Roman in deutscher Übersetzung.
2003

- Jo Kyung-Ran
Jo Kyung-Ran
Wie kommt der Elefant in mein Schlafzimmer? (Kogiri-ril chadaseo)
Erzählungen, aus dem Koreanischen von Jung Young-Sun und Herbert Jaumann (242 Seiten)
In einer knappen, lakonischen Sprache und einem in der koreanischen Literatur ganz neuen Ton erzählt Jo Kyung-Ran von Menschen, die sich in einem modernen Seoul irgendwie durchschlagen. Familie, aber auch gesellschaftliche Umstände empfinden sie eher als Druck denn als soziales Netz. Die Verwandten sondern eigenartige Sprüche ab oder sind betrunken, ihr Bezug zur ländlichen Heimat, einem geradezu heilig gehaltenen Element koreanischer „Tradition“, steht letztlich nur auf dem Papier. Im Leben der Ich-Erzählerin der Titelgeschichte geht es mitunter skurril zu, denn von dem Elefanten in ihrem Leben, von dem sie eifrig Polaroidbilder gemacht hat, will eigentlich niemand etwas wissen.
Jo Kyung-Ran (*1969 in Seoul/Korea) gehört zu den jüngeren Autorinnen ihres Landes, die mit Traditionen (besonders der älteren Autoren) bricht. Sie studierte kreatives Schreiben und veröffentlichte seit 1996 Erzählungen und Romane, für die sie viel Anerkennung und auch Erfolg beim Lesepublikum fand. Für Wie kommt der Elefant in mein Schlafzimmer? (Seoul 2002), die erste Übersetzung eines ihrer Werke ins Deutsche, erhielt sie 2002 den Preis für Nachwuchskünstler.

- Mahi Binebine
Mahi Binebine
Kannibalen (Cannibales)Roman, aus dem Französischen von Patricia A. Hladschik (rd. 160 Seiten)
Der Traum von Europa, das sich mehr und mehr als Festung versteht, ist jenseits des Mittelmeers lebendiger denn je. In diesem höchst aktuellen Roman wird der Versuch, die Meerenge zwischen Nordafrika und Europa zu überqueren, zum Albtraum. Das verzweifelte Streben von Menschen, ein besseres Leben woanders zu beginnen, erscheint heute oft nur noch mit wenigen Zeilen in den Zeitungen; Menschen ohne Gesicht, ohne Namen, ohne Gedächtnis. Mahi Binebine erzählt vom Schicksal einiger dieser Menschen, von ihrem Warten, ihren Erwartungen, von dem, was sie zurücklassen, und er gibt auch denen einen Namen, die Opfer ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben und letztlich Opfer gewissenloser Schlepperbanden geworden sind.
Mahi Binebine (*1959 in Marrakesch/Marokko) studierte Mathematik in Paris und unterrichtete dort 8 Jahre als Lehrer. Sein eigentliches Interesse galt der Malerei, der er sich seit 1985 widmete und mit Ausstellungen in Casablanca, Paris und New York rasch große Erfolge erzielte. Seit 1994 lebt, malt und schreibt er in New York und Paris. Cannibales ist nach seinen Romanen Le sommeil de l’esclave (Paris 1992; dt. Der Schlaf der Sklavin, München 1994), Les funérailles du lait (Paris 1994; dt. Mamayas letzte Reise, München 1997), L’ombre du poète (Paris 1997) und Pollens (Paris 2001) sein dritter Roman in deutscher Übersetzung.

- Horacio Castellanos Moya
Horacio Castellanos Moya
Die Spiegelbeichte (La Diabla en el espejo)
Roman, aus dem Spanischen von Jan Weiz (rd. 200 Seiten)
Ein rätselhafter Mord: Olga María, eine attraktive Frau aus besseren Kreisen, wird vor den Augen ihrer beiden kleinen Töchter erschossen. Polizei, Verwandte und Bekannte tappen im Dunkeln. Laura, auch sie Teil der „besseren Gesellschaft“ und beste Freundin der Toten, erzählt nach und nach – in einem furiosen inneren Monolog nach Gesprächen mit Polizei, Presse und anderen – die wahre Geschichte der Olga María. Es ist eine Kriminalgeschichte, mit viel Spannung bis zum Schluss erzählt, aber auch das Porträt einer Gesellschaft mit all ihren Widersprüchen und einer Heuchelei, die unvermeidlich erscheint und doch auch wieder nur zum Spiel der Konventionen gehört.
Horacio Castellanos Moya (*1957 in Honduras, aufgewachsen in El Salvador), einer der wichtigsten Autoren Zentralamerikas, hat seit 1988 vier Romane und mehrere Bände mit Erzählungen vorgelegt und geriet für seine kritischen Blicke auf die Gesellschaft El Salvadors in seinem Land in große Schwierigkeiten. Sein Roman El arma en el hombre (Mexiko 2001) erscheint im Frühjahr 2003 unter dem Titel Der Waffengänger in deutscher Übersetzung, gefolgt von La Diabla en el espejo (Madrid 2000) im Herbst 2003. Horacio Castellanos hat in El Salvador Literatur und in Toronto Geschichte studiert, er lebt seit längerer Zeit in Mexiko und war und ist als Journalist für Zeitschriften in Mexiko, Guatemala, Spanien und den USA tätig.

- Patrice Nganang
Patrice Nganang
Hundezeiten (Temps de Chien)
Roman, aus dem Französischen von Otto Honke (rd. 300 Seiten)
Massa Yo betreibt eine beliebte Bar in einem quirligen Viertel der Hauptstadt Kameruns, nachdem er seinen Posten als kleiner Beamter verloren hat. Vorbei ist es damit auch mit dem angenehmen Leben seines Hündchens Mboudjak, der sich nun an ganz andere Verhältnisse gewöhnen und mit frechen Straßenkötern auseinandersetzen muss. Mehr als einmal scheint es ihm buchstäblich an den Kragen zu gehen, obwohl der Hund sich aus den Streitigkeiten der Menschen herauszuhalten versucht. Aus der Perspektive dieses Hundes „humanistischer Schule“, den die Umstände auch in andere Viertel der Stadt verschlagen, erzählt Nganang von den allzumenschlichen, allzutierischen Umtrieben in einer afrikanischen Großstadt, in der das Überleben im Alltag und die Auseinandersetzung mit der Politik zu einer besonderen Kunst geraten.
Patrice Nganang (*1970 in Yaoundé/Kamerun) studierte in Deutschland Literaturwissenschaft, promovierte mit einer Arbeit über Soyinka und Brecht und beschäftigte sich insbesondere mit dem Afrikabild in Filmen. Nach einem Gedichtband veröffentlichte er 1995 in Paris den Roman La Promesse de Fleurs. Für Temps de Chien (Paris 2000) erhielt Nganang, der derzeit in den USA lebt und deutsche, französische und afrikanische Literatur lehrt, 2001 den in den USA verliehenen Prix Marguerite Yourcenar.
2002

- Véronique Tadjo
Véronique Tadjo
Hinter uns der Regen (Champs de bataille et d'amour)
Roman, aus dem Französischen von Sigrid Groß (150 Seiten)
Eloka kehrt nach einer schicksalhaften Begegnung mit Aimée, der blonden Französin mit den türkisblauen Augen, aus Europa in die afrikanische Heimat zurück. In der ihm fremd gewordenen Stadt, deren Menschenfeindlichkeit ihnen beiden Angst macht, suchen sie ihre eigene Identität und den Sinn ihrer Existenz.
Gemeinsam erfahren sie die Einsamkeit zu zweit und das Gefühl von Machtlosigkeit angesichts der Leiden Afrikas wie Völkermord, AIDS und Umweltproblemen. Doch am Ende ihres langen Weges steht die Neugeburt der beiden und neue Hoffnung auf ihrer wechselvollen Suche nach Glück. Tadjo erzählt ihre zutiefst optimistische Geschichte in einer Prosa, in der die Bedrängnisse im heutigen Afrika in höchst poetischen Worten aufgehoben sind.
Véronique Tadjo (*1955) ist eine der vielseitigsten zeitgenössischen Autorinnen Afrikas. Sie hat bislang Gedichtbände und selbst illustrierte Kinderbücher in Französisch und Englisch veröffentlicht. Nach Aufenthalten in Frankreich, den USA, Kenia und Großbritannien lebt sie heute in Südafrika. Hinter uns der Regen ist ihr dritter Roman und nach Der Schatten Gottes. Eine Reise ans Ende Ruandas (Wuppertal 2000) ihre zweite deutsche Übersetzung.

- Fernando Contreras Castro
Fernando Contreras Castro
Der Mönch, das Kind und die Stadt (Los Peor)
Roman, aus dem Spanischen von Lutz Kliche
Der alte Jéronimo Peor, einst Franziskaner-Mönch, läuft als "komischer Heiliger" durch die Stadt, die er ausgerechnet durch einen Blinden "sieht". Sein Leben erfährt eine Wendung durch ein ausgesetztes Kind, das mit nur einem Auge zur Welt kommt, Folge massiver Verwendung von Pestiziden. Der in antiker Mythologie bewanderte Jéronimo nennt das Kind Polifemo.
Vordergründiger Ort ist ein Bordell, das Jéronimos Schwester Consuelo leitet. Eigentliche Protagonistin aber ist San José, eine Stadt wie viele andere lateinamerikanische Großstädte auch. Jerónimo lehrt Polifemo alles, was er weiß und spricht mit ihm gar Latein. Erst als der Junge sich von seinem schrulligen Mentor löst, erfährt er die Wirklichkeit der Stadt, ihrer Straßenkinder und der Menschen auf den Märkten und Plätzen. Als der Neunjährige stirbt, wächst im Hof des Bordells ein Zitronenbäumchen, neben dem auch der Alte seine letzte Ruhe findet. Magischer Realismus verbindet sich hier mit schonungsloser Aufarbeitung sozialer Wirklichkeit.
Fernando Contreras Castro (*1963 in Costa Rica), einer der wichtigsten Autoren der neuen Generation Lateinamerikas, arbeitet als Hochschullehrer an der Universität von Costa Rica. Los Peor ist nach Unica mirando al mar (1994) sein zweiter Roman und der erste in deutscher Übersetzung.

- Miral al-Tahawi
Miral al-Tahawi
Die blaue Aubergine (Al-Badhingana Al-Zarqaa)
Roman, aus dem Arabischen von Doris Kilias (181 Seiten)
Für ihre Eltern ist das Mädchen seit ihrer Geburt eine Enttäuschung. Dass sie "blaue Aubergine" genannt wird, ist nur der Auftakt für eine ganze Reihe von Demütigungen. Kein Wunder, dass das Mädchen sich versteckt, unter anderem auch hinter dem Schleier islamischer Fundamentalisten, deren Parolen (wie "Islam! Nicht West, nicht Ost!") sie eine Zeit lang folgt.
Dieser Roman erzählt in einer poetischen Sprache in lauter Momentaufnahmen, die ein Gefühl für die Dehnung der Zeit bewirken, von den Irrungen und Wirrungen eines jungen Mädchens im Ägypten unserer Tage. Erst allmählich, gegen Ende ihres Studiums, durchbricht die Ich-Erzählerin den Panzer aller politischer und religiöser Ideologien, mit dem sie sich vor dem Leben schützen wollte.
Miral al-Tahawi (geboren 1968) stammt aus einer Familie ägyptischer Beduinen, hat Literatur studiert und unterrichtet an der Cairo University. Bereits mit ihrem ersten Roman Das Zelt (Kairo 1996, dt. Zürich 2001) fand sie viel Beachtung. Für ihren zweiten Roman Die blaue Aubergine (Kairo 1998), der von vielen ägyptischen LeserInnen seiner intimen Bekenntnisse wegen als schockierend empfunden und seiner Absage an linke, liberale und fundamentalistische Strömungen als politisch anstößig kritisiert wurde, erhielt sie als erste Autorin den staatlichen Förderpreis für Literatur 2000.

- Kiran Nagarkar
Kiran Nagarkar
Krishnas Schatten (Cuckold)
Roman, aus dem Englischen von Ditte und Giovanni Bandini (692 Seiten)
Ein klassisch-unmögliches Dreieck von Mann, Frau und Geliebtem: Der Mann ist Prinz und Thronfolger, seine Frau die allen Indern bekannte legendäre Poetin Mirabai. Und der Geliebte ist niemand Geringerer als Gott Krishna. Die turbulente Geschichte des Rajput-Königreichs Mewar, im frühen 16. Jahrhundert im ständigen Streit mit den nordindischen Sultanaten von Delhi, Gujarat und Malwa, wird von dem Ich-Erzähler, dem Thronfolger von Mewar, erzählt. Auf höchst unterhaltsame Weise hinterfragt er die Prinzipien und Werte der feudalistischen Welt, der er selbst angehört. Es geht um Machtspiele und Kriege, um Liebe und auch natürlich um Erotik.
Nagarkar spielt in einer sehr heutigen Sprache mit Formen und literarischen Traditionen. Nicht um die historische Wahrheit geht es ihm, sondern um die Rekonstruktion von Lebensgefühlen und Konstellationen, die bis ins heutige Indien hinüberreichen.
Kiran Nagarkar (geboren 1942) schreibt in seiner Heimatstadt Mumbai in Marathi und Englisch Romane, Theaterstücke und Filmdrehbücher. Sein erster Roman Saat Sakkam Trechalis (1974; Seven Sixes are Forty-Three) erregte mit einem "nihilistischen Optimismus" sehr viel Aufsehen. Cuckold, sein erster Roman in deutscher Übersetzung, erhielt einen der höchsten indischen Literaturpreise, den Sahitya Academy Award 2000.
2001
Leila Aboulela
Die Übersetzerin
Roman, aus dem Englischen von Jutta Himmelreich (240 Seiten)
Leila Aboulela erzählt eine klassische und zugleich aktuelle Geschichte: Die Sudanesin Sammar lebt im schottischen Aberdeen als Arabisch-Übersetzerin. Vor einigen Jahren verlor sie ihren Mann, ihr Sohn lebt bei ihrer Familie in Khartoum. Die junge islamische Frau aus Afrika und trifft einen Mann aus der Welt des Nordens. Es entwickelt sich eine Beziehung vorsichtiger Annäherungen, mit vielen Gesprächen über die Missverständnisse, die mit dem Islam verbunden sind.
Leila Aboulela (*1964 in Khartoum) studierte an der London School of Economics Statistik, lebte fast ein Jahrzehnt mit Mann und drei Kindern in Aberdeen (Schottland) und jetzt in Djakarta (Indonesien). Die Übersetzerin ist ihr erster Roman. Für ihre Erzählung Das Museum erhielt sie den renommierten neuen Caine-Preis für afrikanische Literatur 2000.
Luis Fernando Verissimo
Der Club der Engel
Roman, aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita, (150 Seiten)
Seit über zwanzig Jahren trifft sich der Club der Engel. Der wohlsituierte Freundeskreis feiert einmal im Monat ein ausschweifendes Mahl. Doch seit der mysteriöse Koch Lucidio das kulinarische Zepter schwingt, stirbt der Club allmählich aus. Schließlich sind nur noch zwei Beteiligte am Leben - Daniel Cascao, der Erzähler, ein dicker, fauler, nicht übermäßig sympathischer Schwätzer, und der undurchsichtige Lucidio. Sie erhalten ein ominöses Angebot, für zahlungskräftige Kunden rauschende Feste zu organisieren und ihnen auf dem Höhepunkt der Lust den Tod zu schenken.
Luis Fernando Verissimo (*1936 in Porto Alegre im Süden Brasiliens) hat sich seit den siebziger Jahren als scharfsichtiger Beobachter und satirischer Kommentator der brasilianischen Gesellschaft einen Namen gemacht hat. Der Meister der literarischen Kurzform ist auch als Kartoonist und Journalist hervorgetreten. In deuscher Übersetzung bereits erschienen: Der Garten des Teufels. Reinbeck 1990; Du hörst mir ja doch nie zu ... 101 Erzählungen über die Liebe und andere Mißverständnisse. Hamburg 1999.
Luis Cardoso
Chronik einer Überfahrt
Roman, aus dem Portugiesischen von Karin von Schweder-Schreiner, (240 Seiten)
Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenalter, die Suche nach kultureller Identität und der Kampf eines Landes für Unabhängigkeit sind die Themen dieses autobiographischen Romans. Als Kind zieht der Erzähler mit seinem Vater, einem Krankenpfleger, von Ort zu Ort. Ost-Timor befindet sich noch unter portugiesischer Herrschaft. Auf Missionsschulen lernt er für den Unabhängigkeitskampf wichtige Figuren kennen.
Nach der indonesischen Invasion im Jahre 1975 studiert er in Portugal Forstwirtschaft. Immer bedeutender wird für ihn die kulturelle Selbstbestimmung seiner Heimat. Crónica de uma travessia ist ein poetischer Rückblick auf eine Kindheit, die ihren Weg zwischen zwei Kulturen finden musste.
Luis Cardoso (* 1958 in Cailaco, Ost-Timor) ist Forst-Ingenieur. Crónica de uma Travessia ist sein erstes Werk und der erste Roman überhaupt aus Ost-Timor. Er wurde bislang ins Englische und Französische übersetzt
Abdulrazak Gurnah
Ferne Gestade (By the Sea)
Roman, aus dem Englischen von Thomas Brückner, (300 Seiten)
Ein Mann kommt an einem Londoner Flughafen an. Irgendjemand hat ihm geraten, außer dem Wort "Asylum" so zu tun, als ob er kein Englisch verstünde. Mit britischer Resolutheit kümmert man sich um ihn. Allmählich erzählt der alte Mann, warum er seine Heimat am warmen grünen Ozean verließ. Schicht um Schicht legen der Flüchtling und ein Landsmann, der sich als der Familie des Flüchtlings erstaunlich nahestehend entpuppt, ein komplexes Erinnerungsbild frei.
Abdulrazak Gurnah (*1948 in Sansibar) lehrt an der Universität von Kent in Canterbury (England) und hat mehrere Romane veröffentlicht, die von der Kritik mit großem Beifall aufgenommen wurden. Unter anderem Paradise (dt. Das verlorene Paradies, Frankfurt 1996) und Admiring Silence (dt. Donnernde Stille, München 2000).
2000
Emmanuel B. Dongala
Auch Menschenkinder sind aus Sternenstaub gemacht
Roman, aus dem Französischen von Sigrid Groß
Matapari kam unerwartet und als verspäteter Drilling am 20. Unabhängigkeitstag seines Heimatlandes zur Welt. Hineingeboren ist er in eine aufregend normale Familie: Grossvater und Vater sind Lehrer. Der Vater, den modernen (Natur-)Wissenschaft ergebenen, stellt sich tapfer den Autoritäten entgegen. Die Mutter ist eine jener Frauen Afrikas, die ganze Dörfer mobilisieren können.
Scheinbar naiv erzählt der Fünfzehnjährige von den Irrfahrten seines Landes: Nach der Unabhängigkeit eine marxistisch-leninistische Diktatur, mehrere Militärputsche, dann pseudodemokratische Wahlen und eine postmoderne Gegenwart mit Computern und multimedialer Massenkultur. Voller Witz und Ironie entfaltet sich das Tableau eines Afrika zwischen Modernität und Tradition - und ganz nebenbei gibt uns der Mataparis Vater noch einige Lektionen Physik und Chemie und erklärt den Unterschied von Schein und Wirklichkeit.
Emmanuel B. Dongala (*1941 im Kongo) ist Naturwissenschaftler und unterrichtet derzeit in den USA. Schon sein erster Roman Un fusil dans la main, un poème dans la poche (1973; dt. Der Morgen vor der Hinrichtung, Berlin/DDR 1976) wurde preisgekrönt. Für diesen (seinen dritten) Roman erhielt Dongala 1998 den Literaturpreis des französischen Senders RFI.
Huilo Ruales Hualca
Fetisch und Fantosch (Maldeojo)
Kurzroman und zwei Erzählungen, aus dem Spanischen von Ania Müller
Rioseco ist der Ort einer höchst kunstvollen Geschichte um Liebestollheit, die ein Dorf in ein Puppenreich vewandelt. Und um Fetisch, die janusköpfige Figur zwischen Liebe und Tod, Hanswurst des Ortes. Die Einheimischen sind Figuren eines grossen Panoptikums von Tragik und Komik. Und manchmal sind sie Marionetten, über die sich nur kleine Geschichten erzählen lassen.
Die Sprache ist voller Komik und Absurditäten, lakonisch, verdreht und flapsig.
Huilo Ruales Hualca (*1947 in Ibarra/Ecuador) ist einer der wichtigsten Autoren Ecuadors und vielfach ausgezeichnet. Er hat Zeitschriften herausgegeben, schreibt für Theater und Film und hat in Ecuador mehrere Bände mit Erzählungen und Gedichten veröffentlicht. Fetisch und Fantosch ist die erste Übersetzung eines seiner Bücher ins Deutsche.
Khalid Al-Maaly (Hrsg.)
Zwischen Zauber und Zeichen
Moderne arabische Lyrik von 1945 bis heute
Anthologie, aus dem Arabischen von Khalid al-Maaly, Heribert Becker und anderen (490 Seiten)
In der arabischen Welt findet Poesie gesellschaftliche Anerkennung, wie sie LyrikerInnen in Europa nur erträumen können. Allerorten werden Gedichte rezitiert, deklamiert und wie selbstverständlich zitiert. Erstmals werden hier zum Ausgang eines Jahrhunderts die wesentlichen Tendenzen moderner arabischer Lyrik - mit Gedichten der fünfzig wichtigsten AutorInnen aus der gesamten arabischen Welt - vorgestellt. Der Herausgeber ist selbst Lyriker und auch als Übersetzer hervorgetreten. Er hat sich mit vielen Dichtern der arabischen Welt ausführlich beraten, um diesen Überblick über Lyrik aus einer Welt zu ermöglichen, die schon Goethe mit seinem West-Östlichen Divan zu verstehen versuchte. Vergleichbar ist die Sammlung nur dem legendären Museum der modernen Poesie (1960 von Enzensberger vorgelegt) oder dem Atlas der neuen Poesie (besorgt 1995 von J. Sartorius), wobei sie eine poetische Dimension eröffnet, die den beiden früheren Anthologien versagt blieb.
Khalid al-Maaly (*1956 im Irak) lebt seit 1980 in Deutschland, leitet den Kölner Al-Kamel Verlag, der arabische Literatur veröffentlicht, und gibt die Zeitschrift Faradis heraus. Er hat mehrere Gedichtbände veröffentlicht, so Klage eines Kehlkopfes (1992), Gedanken über das Lauwarme (1994), Mitternachtswüste (1997) und Landung auf dem Festland (1997).
Mayra Montero
Wo Aida Caruso fand (Como un mensayero tuyo)
Roman, aus dem Spanischen von Sybille Martin
Der große Caruso soll den Radames im Teatro Nacional in Havanna singen. Doch kurz vor der Vorstellung explodiert eine Bombe, Caruso entschwindet noch im Kostüm für einige Tage. Wo war Caruso - und vor allem mit wem? Der Roman lüftet dieses grosse Geheimnis der Weltgeschichte aus dem Jahre 1920. Die Näherin Aida (sic!) Petrirena Cheng, Tochter einer Mulattin und eines Chinesen, erzählt kurz vor ihrem Tod ihrer Tochter Enriqueta, was sich wirklich zugetragen hat. Eine schöne Geschichte auf vielen Ebenen, leichtfüssig erzählt, witzig, eine tiefgründig-humorvolle Reise durch verschiedene Kulturen.
Mayra Montero (*1952 in Havanna) lebt seit vielen Jahren in Puerto Rico. Für ihren Roman Der Berg der verschwundenen Kinder (München 1997) erhielt sie 1998 den LiBeraturpreis. Wo Aida Caruso fand ist ihr dritter Roman in deutscher Übersetzung.
1999
Scholtz, A.H.M. (Südafrika)
Vatmaar. Roman.
Aus dem Afrikaans von Arnold Blumer.
Luchterhand Verlag, München
Iparraguirre, Sylvia (Argentinien)
Land der Feuer. Roman.
Aus dem Spanischen von Enno Petermann.
Alexander Fest Verlag, Berlin
Munyol, Yi (Korea)
Der entstellte Held. Roman.
Aus dem Koreanischen von
Heide Kang u. KIM Hiyoul
Pentragon Verlag, Bielefeld
Ollivier, Émile (Haiti)
Seid gegrüßt ihr Winde. Roman.
Aus dem Französischen von Elfriede Riegler.
Rotpunkt Verlag, Zürich
1998
Riley, Joan (Jamaika)
Sie stieg auf den Berg der Limonen. Roman.
Aus dem Englischen von Frank Jakubzik u. Marianne Schneider.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
Sanabria Santaliz, Edgardo (Puerto Rico)
Am Tag, an dem der Mensch den Mond betrat. Kurzgeschichten aus Puerto Rico.
Aus dem Spanischen von Wolfgang Binder.
Rotpunkt Verlag, Zürich
Figiel, Sia (Samoa)
Alofa.
Aus dem Englischen von Alexandra Bröhm.
Unionsverlag, Zürich
Faure, Ulrich u. Thomas Schwab (Hgg.)
Antenne im Riff. (Mauritius)
Axel Dielmann Verlag, Frankfurt a.M.
1997
al-Koni, Ibrahim (Libyen)
Goldstaub. Roman.
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich.
Lenos Verlag, Basel
Gauvin, Axel (Réunion)
Wenn Du aufwachst, bin ich da. Roman.
Aus dem Französischen von Giovanna Waeckerlin-Induni.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
Melo, Patrícia (Brasilien)
O Matador. Roman.
Aus dem Brasilianischen von Barbara Mesquita.
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart
Vera, Yvonne (Zimbabwe)
Eine Frau ohne Namen. Roman.
Aus dem Englischen von Hilde Schruff.
Marino Verlag, jetzt Frederking & Thaler Verlag, München
1996
Tierno Monénembo (Guinea)
Zahltag in Abidjan. Roman.
Aus dem Französischen von Gunhild Niggestich u. Gudrun Honke.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
Olive Senior (Jamaika)
das erscheinen der schlangenfrau. Kurzgeschichten.
Aus dem Englischen von Wolfgang Binder.
dipa Verlag, Frankfurt a.M.
Romesh Gunesekera (Sri Lanka)
Riff.
Aus dem Englischen von Giò Waeckerlin-Induni.
Unionsverlag, Zürich
Rainer Kersten (Hg.)
Der blauäugige Oktopus. Erählungen aus Surinam.
Aus dem Niederländischen von Kersten Rainer.
dipa Verlag, Frankfurt a.M.
1995
Munif, Abdalrachman (Jordanien)
Östlich des Mittelmeers. Roman.
Aus dem Arabischen von Larissa Bender.
Lenos Verlag, Zürich
Pineau, Gisèle (Guadeloupe)
Die lange Irrfahrt der Geister. Roman.
Aus dem Französischen von Gunhild Niggestich.
Peter Hammer Verlag, Wuppertel
Parsipur, Scharnusch (Iran)
Tuba. Roman.
Aus dem Persischen von Nima Mina.
Unionsverlag, Zürich
Laing, Kojo (Ghana)
Die Sonnensucher. Roman.
Aus dem Englischen von Thomas Brückner.
Marino Verlag, jetzt Frederking & Thaler Verlag, München
1994
Khoury-Ghata, Vénus (Libanon)
Die Geliebte des Notablen. Roman.
Aus dem Französischen von Sigrid Köppen.
Horlemann Verlag, Unkel/Bad Honnef
Dabydeen, David (Guyana)
Die Zukünftigen. Roman.
Aus dem Englischen von Wolfgang Binder.
Rotpunkt Verlag, Zürich
Abreu, Caio Fernando (Brasilien)
Was geschah wirklich mit Dulce Veiga? Roman.
Aus dem bras. Portugiesisch von Gerd Hilger.
Edition diá, Berlin
Couto, Mia (Mosambik)
Das schlafwandelnde Land. Roman.
Aus dem mosambik. Portugiesisch von Karin von Schweder-Schreiner.
dipa Verlag, Frankfurt/M.
1993
Angel, Albalucía (Kolumbien)
Misiá Senora.
Aus dem Spanischen von Dörte Müller.
Eco Verlag, Zürich
Grace, Patricia (Neuseeland)
Potiki.
Aus dem Englischen von Helmi Martini-Honus u. Jürgen Martini.
Unionsverlag, Zürich
Meddeb, Abdelwahab (Tunesien)
Talismano. Roman.
Aus dem Französischen von Hans Thill.
Wunderhorn Verlag, Heidelberg
Bâ, Amadou Hampaté (Mali)
Jäger des Wortes. Roman.
Aus dem Französischen von Heidrun Hemje-Oltmanns.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
1992
Farah, Nurrudin (Somalia)
Maps. Roman.
Aus dem Englischen von Inge Uffelmann.
Ammann Verlag, Zürich
Duong Thu Huong (Vietnam)
Liebesgeschichte in der Morgendämmerung erzählt.
Horlemann Verlag, Unkel/Bad Honnef
Habibi, Emil (Palästina)
Der Peptimist oder Von den seltsamen Vorfällen um das Verschwinden Saids des Glücklosen.
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich, Angelika Neuwirth u.a.
Lenos Verlag, Zürich
Raznovich, Diana (Argentinien)
Olivero Pan, Magier. Roman.
Aus dem argent. Spanisch von Ilse Layer.
Edition diá, Berlin
1991
Bandele-Thomas, Biyi (Nigeria)
Bozo David Hurensohn. Roman.
Aus dem Englischen von Gabriele Cenefels.
dipa-Verlag, Frankfurt/M.
Ferré, Rosario (Puerto Rico)
Kristallzucker. Roman.
Aus dem Spanischen von Wolfgang Binder.
rotpunkt Verlag, Zürich
al-Ghitani, Gamal (Ägypten)
Der safranische Fluch oder Wie Impotenz die Welt verbessert.
Aus dem Arabischen von Doris Kilias.
Verlag Volk & Welt, Berlin
Callado, Antonio (Brasilien)
Expedition Montaigne.
Aus dem bras. Portugiesisch von Karin v. Schweder-Schreiner
Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln
1990
Sidhwa, Bapsi (Pakistan)
Ice Candy Man. Roman.
Aus dem Englischen von Ditte König u. Giovanni Bandini.
List Verlag, München
Djebar, Assia (Algerien)
Fantasia. Roman.
Aus dem Französischen von Inge M. Artl.
Unionsverlag, Zürich
Díaz, Jesús (Kuba)
Die Initialen der Erde. Roman.
Aus dem Spanischen von Wilfried Böhringer.
Piper Verlag, München
Vassanji, Moyez (Tansania)
Das Erbe der Muscheln.
Aus dem Englischen von Inge Uffelmann.
Kyrill & Method Verlag (jetzt: Marino), München
1989
Deshpande, Shashi (Indien)
Die Last des Schweigens. Roman.
Aus dem Englischen von Maja Ueberle-Pfaff.
Verlag im Waldgut, Frauenfeld/Schweiz
Marechera, Dambudzo (Zimbabwe)
Die Haut der Zeit.
Aus dem Englischen von Wolfgang Gehrmann.
Krumbeck, Graphium press, Wuppertal
Adonis (Syrien)
Der Baum des Orients. Gedichte.
Aus dem Arabischen von Suleman Taufiq.
Edition Orient, Berlin/Meerbusch
Camín, Héctor Aguilar (Mexiko)
Der Kazike. Roman.
Aus dem Spanischen Christiane Rasche.
Verlag am Galgenberg, Hamburg
1988
Nasrallah, Emiliy (Libanon)
Septembervögel. Roman.
Aus dem Arabischen von Veronika Theis.
Lenos Verlag, Basel
Augel, Moema Parente (Hg.)
Schwarze Poesie. Poesia Negra. Afrobrasilianische Dichtung der Gegenwart.
Zweisprachige Anthologie.
Aus dem bras. Portugiesisch von Johannes Augel.
Edition diá, Berlin
Jelloun, Tahar Ben (Marokko)
Die Nacht der Unschuld. Roman.
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer.
Rotbuch Verlag, Berlin
Pawar, Daya (Indien)
Balute. Autobiographie eines Unberührbaren.
Aus dem Marathi von V. S. Apte u. Norbert Nicolaus.
Landeck Verlag, Frankfurt/M.
1987
Llaqtaq Takiy (Lateinamerika)
Lieder und Legenden, Gedichte und Geschichten der Ketschua.
Aus dem Ketschua von Wilfried Böhringer u. Arthur Wagner.
Vervuert Verlag, Frankfurt/M.
Schwarz-Bart, Simone (Guadeloupe)
Telumée. Roman.
Aus dem Französischen von Udo Schlögl.
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
Pepetela (Angola)
Der Hund und die Leute von Luanda. Roman.
Aus dem Portugiesischen von Inés Koebel.
issa, Bonn
Peri Rossi, Christina (Uruguay)
Iks. Roman.
Aus dem Spanischen von Bettina Kobold u. Margrit Klingler-Clavijo.
Eco Verlag, jetzt: Edition 8, Zürich
1986
Bâ, Amadou Hampatá (Mali)
Wangrins seltsames Schicksal oder die listigen Ränke eines afrikanischen Dolmetschers. Ein afrikanischer Schelmenroman.
Aus dem Französischen von Adelheid Witt.
Lembeck Verlag, Frankfurt/M.
Léon-Portilla, Miguel/Renate Heuer (Hgg.)
Rückkehr der Götter. Aufzeichnungen der Azteken über den Untergang ihres
Reiches. (Mexiko)
Vervuert Verlag, Frankfurt/M.
Zhang Jie (China)
Liebeserzählungen.
Aus dem Chinesischen von Claudia Magiera und aus dem Englischen von Gerd Simon.
Simon & Magiera Verlag, Nördlingen
1985
Machfus, Nagib (Ägypten)
Die Midag Gasse. Roman.
Aus dem Arabischen von Doris Kilias.
Unionsverlag, Zürich
Conti, Heraldo (Argentinien)
Mascaró, der amerikanische Jäger. Roman.
Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen.
Lamuv Verlag, Göttingen
Desai, Anita (Indien)
Berg im Feuer. Roman.
Aus dem Englischen von H. Pfetsch.
List Verlag, München
ole Kulet, Henry R. (Kenia)
Im Kreis der Krieger (Jugendbuch).
Aus dem Englischen von Susanne Koehler.
Arena Verlag, Würzburg
Geschenkband
Wenn vom Tau der Reis erwacht. Auswahl thailändischer Lyrik von früher Zeit bis heute.
Aus dem Thai von Volkmar Zühlsdorff.
Simon & Magiera Verlag, Nördlingen









