Stadt der Zuflucht

Das Netzwerk "Städte der Zuflucht"


In vielen Ländern der Welt werden Autor*innen bedroht und verfolgt: Publikationsverbot und Inhaftierung bis zur Bedrohung an Leib und Leben sind alltägliche Erfahrungen für Autoren in vielen Ländern. Auf Anregung seines damaligen Präsidenten Salman Rushdie entwickelte das Internationale Schriftsteller-Parlament 1994 das Programm „Städte der Zuflucht“. Frankfurt beteiligt sich an diesem Programm – mit Unterstützung der Frankfurter Buchmesse und litprom.

Das Programm Städte der Zuflucht entstand, weil viele Autor*innen, die sich im Internationalen Schriftstellerparlament zusammengetan hatten, der Ansicht waren, dass es nicht mehr ausreichend sei, Resolutionen zu verabschieden oder „stille Diplomatie“ zu praktizieren, wenn Autorinnen oder Autoren in Not sind.

Stadt der Zuflucht zu sein bedeutet: eine/n Autor/in, deren/dessen Arbeit als Schriftsteller/in gefährdet ist, für mindestens ein Jahr aufzunehmen und ihm eine Wohnung und ein Stipendium zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist es nicht nur, den Autor*innen zu ermöglichen, ungehindert und unbedrängt ihrer schriftstellerischen Arbeit nachzugehen, sondern auch, sie in das kulturelle und öffentliche Leben der jeweiligen Stadt zu integrieren.

Was genau ist die Arbeit des Netzwerks?

Film über “ICORN” auf YouTube ansehen:


Die Initiative Städte der Zuflucht wurde vom Europarat und vom Europäischen Parlament anerkannt. Bislang haben sich viele europäische Städte und einige Regionen dem Netzwerk der Städte der Zuflucht (International Cities of Refuge Network, ICORN) angeschlossen und Autorinnen und Autoren aufgenommen, u.a. Oslo, Stavanger, Bergen und weitere Städte in Norwegen, Paris, Brüssel, Amsterdam, Norwich, Stockholm, Göteborg, Uppsala, Malmö und weitere Städte in Schweden, Reykjavik, mehrere Städte in Dänemark, Krakow, Ljubljana, Hannover, Barcelona (und die Region Katalonien), die Region Toskana und Mexiko-Stadt und Oaxaca. ICORN mit Sitz im norwegischen Stavanger arbeitet eng mit dem Writers in Prison Committee des PEN International zusammen. Bei seiner Gründung 2006 hatte das Netzwerk nur rund 15 Mitglieds-Städte, heute sind es mehr als 50.

www.icorn.org

www.pen-international.org/who-we-are/writers-in-prison

Neben den deutschen Mitgliedsstädten des Netzwerks der Städte der Zuflucht – derzeit nur Frankfurt und Hannover – gibt es in Deutschland das Programm „Writers in Exile“, das vom PEN-Zentrum Deutschland mit ähnlichem Konzept und Mitteln der Bundesregierung betrieben wird.

www.pen-deutschland.de