Argentinien 2010 - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse
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Bei dem Stichwort Argentinische Literatur kommen dem europäischen Betrachter in der Regel solche internationalen Größen wie Jorge Luis Borges oder Julio Cortázar in den Sinn. Doch die Literaturszene Argentiniens hat deutlich mehr zu bieten und steht heute in dem Ruf, die lebendigste Lateinamerikas zu sein. Auch oder gerade nach dem sogenannten "Boom" des lateinamerikanischen Erzählens in den sechziger und siebziger Jahren entwickelte sich eine literarische Vielfalt, in der man heute leicht die Orientierung verliert.
Das breite Spektrum und die Vitalität der jüngeren argentinischen Literatur speist sich einerseits aus der thematischen Bandbreite, die von der "Gedächtnisliteratur" zur Aufarbeitung der argentinischen Diktatur (1976-1983) über neo-fantastische Erzählstrategien bis zur Rückbesinnung auf Identitätsdiskurse des "Argentinischen" reicht. Andererseits sind es die Vielfalt und die Demokratisierung der Publikationswege, die ein so breites literarisches Schaffen möglich machen: Autoren lesen in alten Fabrikhallen, Diskotheken und Galerien, geben in Eigenregie Literaturmagazine heraus und nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des Internets, um ihr Publikum zu finden.







