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Buchtipps von litprom-Mitarbeitern

Hier finden Sie persönliche Empfehlungen des litprom-Teams, die Ihnen in der großen Menge argentinischer Neuerscheinungen eine subjektive Orientierungshilfe sein möchten.

  • Fußball ist Leben: Eduardo Sacheri weiß in seinem Erzählband Die Hand Gottes und andere Tangos (Übers. Matthias Strobel, Berlin Verlag 2010) brilliant davon zu berichten »»
  • Auch eine Fußballgeschichte: Und noch viel mehr steckt in Ariel Mangus' Roman Ein Chinese auf dem Fahrrad (Übers. Silke Kleemann, Kiepenheuer & Witsch 2010) »»
  • Feingliedrige Psychogramme: Die Wahrheit über die Zukunft von Samanta Schweblin (aus dem Spanischen von Angelica Ammar, Suhrkamp 2010) hat Andrea Kaden fasziniert »»
  • Eine starke Freundschaft: Zurück nach Lanús von Sergio Olguín (aus dem Spanischen von Matthias Strobel, Suhrkamp, Frankfurt 2008) empfiehlt Antonia Stock. Das Buch war auch auf der Bestenliste Weltempfänger 2/2009 vertreten. »»
  • Militärdienst in Buenos Aires: Zweimal Juni von Martín Kohan (aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Suhrkamp 2009) war Weltempfänger-Titel 3/2009 und hat auch Antonia Stock beeindruckt »»
  • Was ist ein Rohrbär? Petra Kassler hat sich in Julio Cortázars wunderbar illustriertem Kinderbuch Rede des Bären (aus dem Spanischen von Wolfgang Promies, Bajazzoverlag Zürich 2009) darüber informiert »» 
  • Von Riesen und Zauberkräften und der ganz realen Flucht vor dem Militärregime: Antje te Brake hat sich von Marcelo Figueras Das Lied von Leben und Tod (aus dem Spanischen von Sabine Giersberg, Nagel & Kimche 2008) auf eine fantastische Reise entführen lassen »»
  • Im Gewöhnlichen das Seltsame und im Mysteriösen das Wirkliche: Maria Cecilia Barbettas Änderungsschneiderei Los Milagros (S. Fischer 2008) hat Anita Djafari verzaubert »»
  • Ein Hörbuch zu Argentinien erscheint am 12.04 in der preisgekrönten Sachhörbuchreihe "Länder hören - Kulturen entdecken" beim Silberfuchs-Verlag »»


Rezensionen

Das Archiv unserer LiteraturNachrichten erwies sich als wahre Fundgrube in Sachen argentinische Literatur. Lassen Sie sich von Carsten Reglings Rezension zu Lucía Puenzos Das Fischkind (Aus dem Spanischen von Rike Bolte, Wagenbach 2009) neugierig machen »»
Eine vollständige Auflistung aller in den LiteraturNachrichten erschienenen Rezensionen argentinischer Titel finden Sie im Anschluss »»
Die Rezensionen stehen Ihnen als pdf zur Verfügung.


Blut und Liebe - Eine Rezension von Carsten Regling

Eine homoerotische Liebesgeschichte, eine Roadnovel, ein Roman über das Erwachsenwerden, eine Familiensatire, ein rasanter, handlungsreicher Roman voller überraschender Wendungen, absurdem, schwarzen Humor, aber auch immer wieder melancholischpoetischen Stellen – und das alles auf etwas mehr als 150 Seiten und aus der Perspektive eines Hundes erzählt! Dass dies gelingen und ein sehr lesenswertes Buch dabei herauskommen konnte, liegt nicht zuletzt an der „filmischen“ Art zu schreiben, mit der die 1976 in BuenosAires geborene Autorin und Regisseurin Lucía Puenzo die Handlung vorantreibt und den Leser kaum einmal zu Atem kommen lässt.Sie erzählt die Geschichte zweier junger Frauen, die sich lieben, eine gemeinsame Zukunft planen, jedoch zuvor noch zahlreiche Schicksalswendungen, bei denen eine ganze Menge Blut fließt und nicht nurIllusionen auf der Strecke bleiben, überstehen müssen. Lala wohnt mit ihrer Familie (ihrem Vater, dem depressiven, zynischen Schriftsteller Brontë, ihrer esoterischen, neurotischen Mutter Sasha und ihrem, sich vor allem um Drogen kümmernden Bruder Pep) in der wohlhabenden Zona Norte von Buenos Aires. Ohne das paraguayische Hausmädchen Guayi und ihren Hund Serafín würde Lala diese private „Hölle“ kaum aushalten. Lala und das Hausmädchen verlieben sich ineinander und träumen von einem gemeinsamen Leben in Guayis Heimat Paraguay. Doch als die Mutter nach Indien reist, der Bruder in eine Entziehungsklinik eingewiesen wird und Lala feststellt, dass auch ihr Vater ein sexuelles Interesse an dem Hausmädchen hat, kommt alles ganz anders als geplant und die Wege der beiden Mädchen trennen sich abrupt nach einem dramatischen Ereignis. Lala reist alleine nach Paraguay, wo sie mehr über die Kindheit Guayis und über das Fischkind, das der Legende nach im See von Ypacaraí lebt und mit Guayis Vergangenheit verstrickt scheint, erfährt. Als sie liest, dass Guayi verhaftet worden ist, spitzt sich die Handlung immer mehr zuund steuert auf ein furioses Finale hin. Auch wenn Lala über Leichen geht, so ist es doch immer der Glaube an Guayi, der ihr Handeln motiviert. Zu der ungewöhnlichen Handlung passt, dass die Geschichte von dem Hund Serafín erzählt wird, der das Geschehen mal teilnahmsvoll engagiert, mal ironisch distanziert kommentiert und dem Roman so eine bei aller Dramatik lockere, oft humorvolle Note verleiht. Vielleicht hätte dem Roman hin und wieder ein etwas längeres Verweilen bei den Figuren gut getan, aber alles in allem ist Lucía Puenzo mit Das Fischkind ein wirklich spannender, unterhaltsamer und vor allemungewöhnlicher Debütroman über die Kraft der Liebe und die Abgründe der argentinischen Gesellschaft gelungen. So verwundert es nicht, dass sie den Roman – nach XXY, ihrem ersten Spielfilm, der 2008 in den deutschen Kinos zu sehen war – selbst verfilmt und bei der diesjährigen Berlinale präsentiert hat.

Lucía Puenzo [Argentinien]
Das Fischkind. Roman
El niño pez, 2004.
Aus dem argentinischen Spanisch von Rike Bolte.
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2009
157 Seiten; ISBN 978-3-8031-3220-8


Rezensionen zu argentinischer Belletristik - Übersicht

  • Nr. 104 (1/2010). Und immer die Sehnsucht: Als wäre alles erst gestern gewesen und Als wärs ein fremdes Land von Antonio Dal Masetto (Aus dem Spanischen von Susanna Mende, Rotpunkt 2008 und 2009). Siehe auch Weltempfänger 6/2010. Von Silke Kleemann »»
  • Nr. 104 (1/2010). Und das wird schön sein: Papierschiff ahoi von Jorge Luján und Julia Friese (Illustration) (Aus dem Spanischen von Christian Duda, Bajazzo 2009). Von Antonia Stock »»
  • Nr. 103 (4/2009). König ohne Thron, Kaiser ohne Kleider: Elena weiß Bescheid von Claudia Piñeiro (Aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Unionsverlag 2009). Von Ute Evers »»
  • Nr. 102 (3/2009). Warten auf Veränderung: Zama wartet von Antonio Di Benedetto (Aus dem Spanischen von Maria Bamberg, Manesse 2009). Siehe auch Weltempfänger 4/2009. Von Carsten Regling »»
  • Nr. 101 (2/2009). Der Fehler im System: Zweimal Juni von Martín Kohan (Aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Suhrkamp 2009). Siehe auch Weltempfänger 3/2009. Von Andreas M. Widmann »»
  • Nr. 101 (2/2009). Absurder schwarzer Humor: Das Fischkind von Lucía Puenzo (Aus dem Spanischen von Rike Bolte, Wagenbach 2009). Von Carsten Regling »»
  • Nr. 100 (1/2009). Klassisch und fantastisch: El ombú. Südamerikanische Erzählungen von W.H. Hudson (Aus dem Englischen von Rainer G. Schmidt, Friedenauer Presse 2007). Von Silke Kleemann »»
  • Nr. 98 (3/2008). Stimmung der Ohnmacht: Chamäleon Cacho von Raúl Argemí (Aus dem Spanischen von Susanna Mende, Unionsverlag 2008). Von Eva Karnofsky »»
  • Nr. 97 (2/2008). In den Grenzländern von Mittelerde: Die Tage des Hirsches. Die Grenzländer Saga Band 1 von Liliana Bodoc (Aus dem Spanischen von Matthias Strobel, Suhrkamp 2008). Von Andreas M. Widmann »»
  • Nr. 96 (1/2008). Rachefeldzug: Ganz die Deine von Claudia Piñeiro (Aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Unionsverlag 2008). Von Ute Evers »»
  • Nr. 96 (1/2008). Tour de Fuerza: Ciao Papá von Juan Damonte (Aus dem Spanischen von Peter Tremp, Lateinamerika Verlag 2007). Von Andreas M. Widmann »»
  • Nr. 96 (1/2008). Schriftsteller und Todesfälle: Der langsame Tod der Luciana B. von Guillermo Martínez (Aus dem Spanischen von Angelica Ammar, Eichborn 2008). Von Silke Kleemann »»
  • Nr. 95 (4/2007). Die Stadt, das Leben und die Dichter: Kurzformen. Babylon, Borges, Buenos Aires von Ricardo Piglia (Aus dem Spanischen von Elke Wehr, Berenberg 2006). Von Andreas M. Widmann »»
  • Nr. 95 (4/2007). Buch einer Nation: Barbarei und Zivilisation. Das Leben des Facundo Quiroga von Domingo Faustino Sarmiento (Aus dem Spanischen von Berthold Zilly, Eichborn 2007). Von Andreas M. Widmann »»
  • Nr. 94 (3/2007). Zwischen Fußballweltmeisterschaft und Militärdiktatur: Unten sind ein paar Typen von Antonio dal Masetto (Aus dem Spanischen von Susanna Mende, Rotpunkt 2007) »»
  • Nr. 93 (2/2007). Der phantastische Architekt: Die sechste Laterne von Pablo de Santis (Aus dem Spanischen von Claudia Wuttke, Unionsverlag 2007). Von Eva Karnofsky »»
  • Nr. 93 (2/2007). Literarischer Tango: Der Tangosänger von Tómas Eloy Martínez (Aus dem Spanischen von Peter Schwaar, Suhrkamp 2007), Im Himmel Tango von Elsa Osorio (Aus dem Spanischen von Stefanie Gerold, Insel 2007), Tango, der dein Herz verbrennt von Horacio Vázquez-Rial (Aus dem Spanischen von Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo, Piper 2007). von Eva Karnofsky »» 
  • Nr. 92 (1/2007). Siebzehn Sekunden und ihre fatale Folgen: Sekundenlang von Martín Kohan (Aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Suhrkamp 2005). Von Eva Karnofsky »»
  • Nr. 92 (1/2007). Beklemmend-zärtliche Lektionen aus Argentinien: Kamtschatka von Marcelo Figueras (Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg, Nagel&Kimche 2006). Von Literatur glObal Arbeitsgruppe Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika – EvB »»
  • Nr. 90 (3/2006). Verborgene Identität eines Idols: Der Mann, der sich Carlos Gardel nannte von Horacio Vázquez-Rial (Aus dem Spanischen von Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo, Piper 2007). Von Literatur glObal Arbeitsgruppe Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika – EvB »»
  • Nr. 89 (2/2006). Faszinierender Unsinn: Die nächtliche Erleuchtung des Staatsdieners Varamo von César Aira (Aus dem Spanischen von Matthias Strobel, Nagel & Kimche 2006). Von Mirjam Rossa »»
  • Nr. 89 (2/2006). Diego Maradonas Ball: Die Traummannschaft von Sergio Olguín (Aus dem Spanischen von Matthias Strobel, Suhrkamp 2006). Von Eva Massingue »»
  • Nr. 82 (2/2004). Das Vermächtnis: Falscher Name von Ricardo Piglia (Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg, Wagenbach 2003). Von Literatur glObal Arbeitsgruppe Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika – EvB »»
  • Nr. 82 (2/2004). Ein gefährliches Interview: Das argentinische Trio von Marcelo Birmajer (Aus dem Spanischen von Stefanie Gerhold, C.H. Beck 2004). Von Literatur glObal Arbeitsgruppe Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika – EvB »»