Feng Li
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Der Mut zum Unpolitischen

- Feng Li mit ihrer Verlegerin auf der Pressekonferenz in Frankfurt (c) Andrea Pollmeier
"Politik ist nur ein kleiner Teil und als Autorin bin ich traurig, weil Politik so viel wichtiger genommen wird als Kunst und Literatur."
Andrea Pollmeier sprach während der Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse mit Feng Li und ihrer Verlegerin Dorothee Schaab-Hanke. Lesen Sie das Porträt (siehe auch Weltempfänger 4/2009), das in der nächsten Ausgabe der LiteraturNachrichten erscheint, bereits online als einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um China als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2009.
Ein vermeintlicher Herr
Klappentext: Der Roman erzählt, ironisch zugespitzt, die Geschichte eines Mannes in mittleren Jahren – unglücklich verheiratet, zeugungsunfähig, mit spärlichem Haarwuchs –, der sich Mitte der neunziger Jahre des 20. Jh. als Leiter eines „Forschungsinstituts für Kultur” in einer chinesischen Provinzstadt vornimmt, wenigstens einmal im Leben etwas zustande zu bringen, das seinen Prinzipien und innersten Wünschen entspricht. Er verstrickt sich dabei jedoch in eine Farce, an deren Ende er – nein, nicht ganz mit leeren Händen dasteht, sondern, immerhin! – die Frau seines Lebens gefunden hat, eine ebenso spröde und unkonventionelle wie intelligente und liebesfähige Persönlichkeit.
Aus dem Chinesischen von Ulrich Kautz. Ostasien Verlag 2009, Gossenberg.
ISBN 978-3-940527-11-0, 302 Seiten, 24,80€
„Feng Li ist eine wunderbar spöttische Satirikerin, die ihre Figuren dennoch nicht dem Gespött preisgibt. Ein alternder Bürokrat, im Amt vollkommen überflüssig, in der Ehe unglücklich, wird von der Zugluft des Lebens gestreift und tut das Unerwartete: Er wagt den Ausbruch aus den Konventionen und den Aufbruch in eine Welt, in der vielleicht auch ihm so etwas wie Glück beschieden sein könnte. Hochkomisch, tieftraurig, eine chinesische Satire von universeller Dimension.”
Karl-Markus Gauß für die litprom-Bestenliste Weltempfänger 4/2009
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- Chinesische Glückseligkeiten: Hans Stumpfeldt in den Hamburger China-Notizen [01.06.2009] »»
Die Autorin
Feng Li wurde 1963 in Shenyang im Nordosten Chinas geboren. Nach Abschluss ihres Studiums der chinesischen Literaturwissenschaft arbeite sie fünf Jahre lang als Journalistin bei der Zeitung Lasa wanbao ("Lhasa-Abendzeitung) in Tibet - eine Zeit, die ihr "eine große Erweiterung ihres Horizonts" gebracht hat. Im Anschluss kehrte sie nach China zurück, wo sie als Lektorin tätig war und bis heute eine Professor für Literaturwissenschaft innehat.
Neben ihrer eigentlichen schriftstellerischen Arbeit hat sich Feng Li auch als Übersetzerin aus dem Deutschen einen Namen gemacht. Zu Janosch hat sie eine besondere Affinität und übersetzte vier seiner Kinderbücher: "Oh, wie schön ist Panama", "Post für den Tiger", "Tiger und Bär im Straßenverkehr" und "Ich mach dich gesund".
Ihr literarisches Schaffen hat ihr früh den Ruf eingetragen, zur jungen Avantgarde-Schriftstellergeneration Chinas zu gehören. Sie veröffentlichte zunächst vor allem Kurzprosa; seit Ende der 90er aber auch mehrere Romane, die in der Volksrepublik China zu Bestsellern wurden, darunter Kewang jiqing ("Durst nach Leidenschaft"), Biru nüren ("Frauen zum Beispiel" und Aiqing juhao ("Das Ende der Liebe"). Eine Auseinandersetzung mit Gefühlen und ihrer Veränderlichkeit zieht sich als Motiv durch Feng Lis Werk - besonders interessiert die Autorin dabei die Frage, wie traumatische Erlebnisse das menschliche Verhalten verändern und steuern.
Mit "Ein vermeintlicher Herr" (Aus dem Chinesischen von Ulrich Kautz) ist im Juni dieses Jahres der erste Titel auf Deutsch erschienen. Auf satirische Art und Weise schildert Feng Li darin das Innenleben eines kleinen Beamten, der aus seiner äußeren Welt ausbricht und schließlich den Aufbruch in etwas Neues wagt, wodurch sein Dasein wieder einen Sinn bekommt. Die Verleger des Ostasien Verlags erweiterten für den Roman kurzerhand ihr Programm und machten ihn zum Toptitel ihrer neugegründeten Reihe Phönixfeder. Das Buch hat bislang durchweg positive Resonanz gefunden - auch auf unserer aktuellen Bestenliste Weltempfänger ist "Ein vermeintlicher Herr vertreten".
Feng Li bei litprom auf der Frankfurter Buchmesse 2009
Samstag, 17.10.2009, 15.00-16.00 Uhr
Weltempfänger China
Die Autorin Feng Li liest aus ihrem Roman Ein vermeintlicher Herr und diskutiert anschließend mit Schülern der Europaschule Frankfurt. Der Titel ist auf Platz 7 der litprom-Bestenliste Weltempfänger 4/09.
Litprom-Stand, Halle 5.0, E 943
Sonntag, 18.10.2009, 12.00-12.45 Uhr
Weltempfänger: Die „andere“ Bestenliste bei ARTE
Die chinesische Autorin Feng Li im Gespräch mit Cornelia Zetzsche über ihren Roman Ein vermeintlicher Herr, der auf Platz 7 des Weltempfängers 4/09 ist.
In Kooperation mit ARTE, Halle 3.1, Foyer West







