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SHAHRAZAD - Stories for life / 

Shahrazad - Geschichten fürs Leben ist ein Verbundprojekt von sechs europäischen Städten der Zuflucht. Weitere Informationen finden Sie hier.


Übersetzungsworkshops

Im Rahmen des Shahrazad - Geschichten fürs Leben-Projekt hat litprom im Mai und Juni vier Übersetzungsworkshops in drei Schulen organisiert.
Die interessierten Schüler lernten die iranische Lyrikerin Pegah Ahmadi kennen, die momentan in Frankfurt Zuflucht gefunden hat, beschäftigten sich mit einer Übersetzerin oder einem Übersetzer tiefgehend mit einem Text und trafen im Anschluss den Autor Horacio Castellanos Moya (El Salvador/ USA) bzw. die Autorin Easterine Iralu (Indien/ Norwegen) bei einer Lesung. Allen Beteiligten machten die Workshops sehr viel Spaß - eine Fortführung ist in Planung!


Erfolgsgeschichte!

Wir freuen uns über einen unerwarteten Erfolg unserer Shahrazad-Schreibwerkstätten 2009: 

Aus den zwei spanischsprachigen Gruppen (vom Mai/ Juni und Oktober/ November) bildete sich ein eigenständiger Kreis von Nachwuchsschriftstellern spanischer Muttersprache:

Dámaso y los demás

Die Workshopteilnehmer hatten das Bedürfnis, gemeinsam weiter an ihren Texten zu arbeiten und durch den Austausch untereinander aber auch mit anderen Schriftstellern das eigene Schreiben weiterzuentwickeln. Darüber hinaus arbeiten die Teilnehmer, die u.a. aus Peru, Argentinien und Spanien kommen, gemeinsam an einer Publikation zum „bicentenario“ (200 Jahre Unabhängigkeit mehrerer lateinamerikanischer Länder von Spanien), weitere gemeinsame Projekte werden folgen.

Am 20. Februar lud die Autorengruppe zu einem literarischen Abend in Frankfurt ein, bei dem sowohl Texte aus den Werkstätten als auch Auszüge aus später entstandenen Werken vorgetragen wurden – ein sehr abwechslungsreicher Leseabend, der hoffentlich bald wiederholt wird!

Leseproben aus den Werkstätten finden Sie hier sowie im Blog der Gruppe.

Kontakt zu Dámaso y los demás vermittelt Ihnen gern Antje te Brake


SHAHRAZAD – Geschichten UNTERWEGS

Aufschreiben, was einen bewegt, UNTERWEGS sein in der Außenwelt und im eigenen Kopf, die Welt verändern und sich selbst, reisen, fliehen, ankommen, sich treiben lassen und angetrieben werden – um solche Eindrücke und Erlebnisse ging es in der zweiten Staffel der von litprom organisierten Shahrazad-Schreibwerkstatt.

An vier Samstagen im Herbst konnten junge Deutsche und Migrantinnen und Migranten in Schreibwerkstätten wieder eigene Texte verfassen, erproben und diskutieren. Jungen Menschen, die ihre kulturelle Erfahrung in Deutschland und auch in anderen Ländern gemacht haben, sollen so Wege aufgezeigt werden, sich literarisch auszudrücken und „ihre“ Geschichte(n) aufzuschreiben.

Die Teilnehmer waren diesmal wirklich von internationaler Herkunft: So spielten Einflüsse aus Peru, Argentinien, Brasilien, Spanien, Italien und Neuseeland bei den Geschichten eine Rolle. Nicht nur die Teilnehmer, auch die Werkstattleiter Regina Rusch und Carlos Aguilera (mehr Informationen zu den Autoren gibt es weiter unten) waren am Ende glücklich und zufrieden mit den Ergebnissen. Die besten Texte sollen später publiziert und bei einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden. Einige können schon jetzt hier nachgelesen werden.

Regina Rusch

"Unterwegs waren die jungen Wortliebhaber unentwegt – von zuhause in die Bahn, von dort ins Instituto Cervantes, am Tisch mit ihren Gedanken, vorm Laptop mit ihrer Phantasie, in der Pause mit den anderen Teilnehmern, dann wieder heim in die gewohnte Umgebung. Sowohl die im Vorfeld eingereichten, als auch die vielen neu entstandenen Texte belegten eine große Ernsthaftigkeit, eindringliche Sprachbilder und die Lust am Geschichtenerfinden – an den eigenen "Geschichten fürs Leben" eben.

Manchmal war das Eintauchen in den Eifer des Weiterschreibenwollens fast fiebrig – bloß keine Unterbrechung, bloß nicht aufhören! Einhellige Meinung am Ende: Der Workshop ist viel zu kurz. So ein Urteil freute nicht nur die Teilnehmer, sondern vor allem auch die Leiterin..."

Carlos A. Aguilera

"Schreiben bedeutet, mit einem Vergrößerungsglas zum Mittelpunkt der Dinge vorzudringen, zum Mittelpunkt der Menschen und Objekte. Es bedeutet, mit einer Lupe in den eigenen Kopf einzudringen. In diesem Sinne war die Shahrazad-Schreibwerkstatt ein voller Erfolg. Wir haben gelernt, dass die Realität nur als Fiktion möglich ist. Wir haben begriffen, dass Fiktion die letzte Konsequenz dessen ist, was wir so theatralisch als Wirklichkeit bezeichnen."

Die Autoren

Der kubanische Schriftsteller Carlos A. Aguilera »»

Die Frankfurter Autorin Regina Rusch (*1945 in Hamburg) arbeitete nach dem Studium der Literaturgeschichte zunächst als Journalistin und Herausgeberin. In Frankfurt leitete sie zwölf Jahre lang eine Kulturinitiative. Sie veranstaltete bundesweite Schreibwettbewerbe, organisierte lokale Kinderbuchmessen und richtete 1988 den ersten deutschen Literaturpreis mit einer reinen Kinderjury ein, der als Vorbild für die Jugendjury beim Deutschen Jugendliteraturpreis diente. Ihr erstes Kinderbuch (mittlerweile sind es 15 Titel) erschien 1987. 1994 arbeitete sie am europäischen Internet-Projekt CHILIAS, einer virtuellen Kinderbibliothek, mit. Sie war Schulschreiberin in Wiesbaden und Babenhausen und leitete zahlreiche Schreibworkshops in Deutschland und der Schweiz. Rusch wurde u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Göttinger Lesezeichen, und dem Bad Wildbader Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

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Eine neue Dimension: Das Internationale Projekt „Shahrazad – Geschichten fürs Leben“

In einem ambitionierten internationalen literarischen Programm will jetzt das Netzwerk der Städte der Zuflucht ein neues Verständnis für die Literatur von verfolgten Autorinnen und Autoren ermöglichen. Das europäische Projekt mit dem geradezu klassischen Titel „Shahrazad – Geschichten fürs Leben“ wird von den Städten Barcelona, Brüssel, Frankfurt am Main, Norwich (Großbritannien), Stavanger (Norwegen) und Stockholm getragen und von der Europäischen Union unterstützt.

Das Projekt will der ständig bedrohten Meinungsfreiheit mehr Beachtung und eine neue Dimension verschaffen. Das soll vor allem dadurch erreicht werden, dass die literarischen Botschaften, die aus den im Internationalen Netzwerk der Städte der Zuflucht (ICORN) kooperierenden Städten kommen, besondere Aufmerksamkeit finden. Diese Städte gewähren Poeten, Romanautoren, Journalisten, Übersetzern und Essayisten sowie anderen Künstlern Zuflucht, wenn sie in ihren Heimatländern an der Ausübung ihrer künstlerischen Arbeit gehindert werden oder gar um Leib und Leben fürchten müssen. Insbesondere geht es darum, dass die Autorinnen und Autoren, die in europäischen Städten vorübergehende Zuflucht gefunden haben, nicht nur als Verfolgte wahrgenommen werden, sondern als Künstler mit besonderen Talenten. Ihre literarischen Arbeiten sollen auch außerhalb der Städte, in denen sie Zuflucht gefunden haben, bekannt gemacht werden. So soll ein neuer Dialog zwischen Einheimischen und Zugewanderten möglich werden, auch im Geiste des Europäischen Jahrs des Interkulturellen Dialogs 2008.

In den Städten des Netzwerks haben so unterschiedliche, durchweg in Europa noch unbekannte Autorinnen und Autoren wie Musa Mutaev aus Tchetschenien, Nada Yousif aus dem Irak, Salem Zenia aus Algerien, Carlos Aguilera aus Kuba und Faraj Bayrakdar aus Syrien Zuflucht gefunden. Sie alle wollen nicht als Verfolgte, sondern als Autoren wahrgenommen werden, ein durchaus schwieriges Unterfangen.

Das Projekt läuft von 2008 bis 2012. Es wird unterschiedliche Aktivitäten in den verschiedenen Städten umfassen, aber auch gemeinsame Projekte aller Partner. So wird Frankfurt am Main besonders für Übersetzungen und einschlägige Veröffentlichungen Sorge tragen, um so die Autorinnen und Autoren in den Städten der Zuflucht auch europaweit literarisch zu präsentieren. Außerdem werden Workshops für angehende Schreibtalente „mit Migrationshintergrund“ durchgeführt sowie Übersetzungsworkshops an Schulen.

Dem europäischen Projekt „Shahrazad – Geschichten fürs Leben“ geht es  letztlich um die zentralen Werte des alten Europa: Freiheit, Demokratie und Solidarität.

Mehr Informationen unter www.shahrazadeu.org

Kontakt:
Antje te Brake
Tel.: +49(0)69 2102 246
E-Mail: tebrake@book-fair.com

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